Einblick / 11.01.2019 | 11:17:23 Werbung

Zwei interessante Branchen für 2019

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Deutsche Baubranche kann sich globalem Abwärtstrend widersetzen
  • Immobilien- und Bauaktien dominieren Trendstabilitätsranglisten
  • Online-Handel wächst weiter
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Insgesamt betrachtet war 2018 ein schlechtes Börsenjahr - allein der DAX verlor in den letzten zwölf Monaten fast 20% an Wert. Ein Blick auf die einzelnen Branchen macht allerdings deutlich, dass dies alles andere als eine homogene Entwicklung war. Angeführt wurde der Abschwung von dem Sektor Maschinenbau, Verkehr und Logistik, gefolgt von der Chemie- und Pharmaindustrie. Beide Sektoren hatten im vergangenen Jahr Rückgänge von rund 30% zu verbuchen. Positiv fielen dagegen die Branchen Energie und Rohstoffe sowie Handel und Konsum auf. Während der Energiesektor von der Entwicklung der RWE-Aktie profitierte, zeigten sich beim Handel die Papiere des Sportartikelherstellers Adidas als besonders stark. Welche Branche 2019 die Nase vorne haben wird, lässt sich ohne Kristallkugel nicht sagen, mögliche Tendenzen sind aber durchaus zu erkennen.

 

Deutsche Baukonzerne sind gut positioniert

Eine Branche, die in den letzten Jahren ein enormes Wachstum aufweisen konnte, ist die Baubranche. Vor allem das Niedrigzinsumfeld sorgte weltweit für eine hohe Bautätigkeit. Laut einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) blickt die Bauwirtschaft auch optimistisch in die Zukunft und rechnet mit einer Fortsetzung des Booms. Etwas skeptischer sieht dagegen Euler Hermes die Lage. In einer aktuellen Studie warnt der Kreditversicherer vor einem Wendepunkt. So soll sich das globale Wachstum sukzessive eintrüben - verzeichnete die Baubranche 2018 noch ein Rekordwachstum von 3,5%, wird für 2019 ein Rückgang auf 3,1% prognostiziert. Laut Euler kann sich Deutschland diesem Trend allerdings widersetzen. Hierzulande rechnen die Experten eher mit einer Stagnation als mit einem Rückgang der Bautätigkeit. Während globale Bauunternehmen unter dem Handelsstreit zwischen den USA und China leiden, profitieren überwiegend lokal tätige Konzerne von hohen Investitionsaktivitäten und nach wie vor günstigen Finanzierungskonditionen. Zudem verfügen deutsche Unternehmen im Gegensatz zur internationalen Konkurrenz über einen relativ niedrigen Verschuldungsgrad.

 

Dass der Bau- und Immobiliensektor zu den Top-Branchen der letzten Monate gehört, wird auch bei einem Blick auf die Trendstabilitätsranglisten unseres Trading-Events „Besser traden - mit System“ deutlich. Auf den ersten Positionen befinden sich Immobilienunternehmen wie Tag Immobilien, Aroundtown und Deutsche Wohnen sowie der Produzent von Softwarelösungen für die Bauindustrie Nemetschek. Nemetschek unterstreicht die gute Platzierung mit einer positiven Geschäftsentwicklung. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,2% auf 330,9 Mio. Euro gesteigert werden. Gleichzeitig erhöhte sich der Jahresüberschuss in den ersten drei Quartalen um 22,9% auf 52,6 Mio. Euro oder 1,37 Euro pro Aktie.

 

Online-Handel wächst langsamer

Eine Branche, die in Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird, ist der Online-Handel. Aus dem „Branchenreport Onlinehandel 2018“ des Instituts für Handelsforschung Köln (IFH) wird das Potenzial ersichtlich. So rechnen die Experten für 2018 mit einem Wachstum von 10% für den deutschen Online-Markt - insgesamt entspricht dies einem Umsatz von rund 63 Mrd. Euro. Wirklich beeindruckend sind die Zahlen allerdings über einen längeren Zeitraum betrachtet: Wuchsen von 2012 bis 2017 die Konsumausgaben der privaten Haushalte um 12% und der Einzelhandelsumsatz um 15%, konnte der Online-Handel im selben Zeitraum um sage und schreibe 74% zulegen. Diese Wachstumszahlen werden allerdings in Zukunft voraussichtlich nicht mehr erreicht. Laut einer Studie von ibi research an der Universität Regensburg soll bis 2024 das durchschnittliche Wachstum pro Jahr bei 6,6% liegen.

 

Platzhirsch unter den Online-Händlern ist natürlich Amazon - an dem US-Techriesen wird auch in Zukunft kein Weg vorbeiführen. Von den börsengelisteten Online-Händlern ist in Deutschland Zalando die Nummer zwei. In den ersten neun Monaten 2018 konnte der Berliner Modehändler seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 18% auf 3,7 Mrd. Euro steigern. Wenig positiv war dagegen die Entwicklung des EBIT, welches im selben Zeitraum um rund 80% auf 16,5 Mio. Euro fiel. Neben der allgemeinen Börsenschwäche war diese Entwicklung mitverantwortlich für den massiven Kursrückgang der Zalando-Aktie in der zweiten Jahreshälfte 2018. Doch Spekulationen über eine mögliche Übernahme sowie eine in den Augen einiger Anleger günstige Bewertung sorgten in den letzten Tagen für eine massive Gegenbewegung.

 

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