Einblick / 30.06.2017 | 13:21:00 Werbung

Zukunftstrends: Robotik und Automatisierung

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Roboter werden die Arbeitswelt drastisch verändern. Bereits heute sind zahlreiche Robotikanwendungen in der Industrie zu finden - vor allem in der Automobilproduktion sind die „Maschinenarbeiter“ nicht mehr wegzudenken. Aber auch in andere Branchen sowie in das alltägliche Leben dringen Roboter zunehmend ein. Anleger sollten diese Entwicklung bei ihren Entscheidungen berücksichtigen.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Am verbreitetsten sind Roboter heutzutage in der industriellen Fertigung - wo früher Menschen am Fließband standen, verrichten inzwischen meist vollautomatische Schweiß-, Schraub-, Laser- und Lackierroboter die Arbeiten. Aber nicht nur in der Industrie, auch in anderen Bereichen halten die intelligenten Maschinen vermehrt Einzug. Vor allem sogenannten Servicerobotern wird eine goldene Zukunft bescheinigt. Diese Maschinen sollen Menschen in erster Linie lästige und gefährliche Arbeiten abnehmen oder in Bereichen mit Arbeitskräftemangel eingesetzt werden. Schon heute sind beispielsweise in vielen Haushalten diverse Staubsauger- und Rasenmäherroboter im Einsatz. Aber auch in Krankenhäusern können Roboter tätig sein - sei es bei bestimmten Operationen oder als Pflegekräfte.

 

Riesiges Wachstumspotenzial

Immer mehr Schritte im produzierenden Gewerbe werden automatisiert. Allein in Deutschland kommen laut dem aktuellen Welt-Roboter-Report 2016 des Weltbranchenverbandes International Federation of Robotics (IFR) auf 10.000 Beschäftigte 301 Industrieroboter - das bedeutet Rang vier weltweit. Mehr Roboter werden nur noch in Südkorea (531), Singapur (398) und Japan (305) eingesetzt. Das größte Wachstum ist allerdings in anderen Ländern zu finden. In Europa sind momentan Tschechien und Polen führend. So ist die Zahl der neu installierten Industrieroboter in den beiden Ländern im Jahr 2015 um 40% bzw. 26% gestiegen. Der Grund für das starke Roboter-Wachstum in Osteuropa ist der dortige Anstieg der Löhne und der damit schwindende Kostenvorteil gegenüber den westlichen Industrieländern.

 

Der weltweit größte Markt für Industrieroboter ist China. Auch dort sorgen steigende Löhne für einen nachlassenden Wettbewerbsvorteil und eine anziehende Nachfrage nach automatisierenden Produktionsprozessen. Laut IFR wurden 2015 68.600 Einheiten an die Volksrepublik verkauft. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber 2014 von 20% und ist mehr als in allen europäischen Märkten zusammen (50.100 Einheiten). Für die folgenden Jahre erwarten die Experten ein weiteres Wachstum von rund 20% bis 30% pro Jahr - eine Entwicklung, die auch von der chinesischen Regierung unterstützt wird. So kündigte China eine Roboter-Revolution an und strebt mittelfristig die Weltmarktführerschaft in diesem Bereich an.  Einen Beitrag hierzu leistet auch die Übernahme des deutschen Roboterherstellers KUKA aus dem vergangenen Jahr.

 

Ähnlich beeindruckend ist das Wachstum der Serviceroboter. Vor allem im gewerblichen Umfeld werden die automatisierten Dienstleister immer beliebter - in 2015 ist laut IFR der Absatz weltweit um rund 25% gestiegen. Vor allem in der Logistik sind zahlreiche der Helfer zu finden, aber auch in der Landwirtschaft und dem Gesundheitswesen werden vermehrt Roboter eingesetzt. Ein weiteres wichtiges Feld für Serviceroboter ist der private Gebrauch. Immer mehr Menschen setzen inzwischen bei unbeliebten Routinearbeiten, wie beispielsweise Rasenmähen oder Staubsaugen, auf die Unterstützung von Robotern. Die Experten des IFR prognostizieren bis 2019 einen Anstieg der Haushalts-Roboter weltweit auf 31 Mio. Einheiten. Der Verkaufswert allein dieser Maschinen soll in diesem Zeitraum auf rund 13 Mrd. US-Dollar wachsen.

 

Roboter und Automatisierung werden in Zukunft eine wichtige Rolle in unserem Leben spielen.  Nach und nach werden immer mehr Bereiche und Branchen von den automatisierten Maschinen und Anwendungen erfasst werden. Zudem werden im Rahmen dieser Entwicklung neue Geschäftsfelder und Dienstleistungen entstehen. Mit der Auswahl der entsprechenden Aktien und Investmentprodukte können Anleger daran partizipieren.

 

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