Einblick / 11.12.2020 | 10:13:40 Werbung

Zukunftstrend Mobile Payment

Felix Schröder
Autor Felix Schröder

Produktmanager bei der DZ BANK

Bargeldlose Zahlungen sind auf dem Vormarsch und verdrängen zunehmend das Bargeld. Ein Trend, der sich weltweit beobachten lässt. Das Mobile Payment wird hierbei in den nächsten Jahren einen immer größeren Stellenwert einnehmen.

Felix Schröder
Autor Felix Schröder

Produktmanager bei der DZ BANK

Bargeldlose Zahlungen auf dem Vormarsch

Die Zunahme bargeldloser Zahlungen ist ein weltweit zu beobachtender Trend. Immer mehr Konsumenten verwenden beim Einkaufen Kredit- und Debitkarten. In Deutschland beträgt der Anteil der Kartenzahlungen am Gesamtumsatz der Einzelhandelsgeschäfte 2020 voraussichtlich fast 56% (EHI-Prognose). Damit wurde der Vorsprung zum Bargeld (41%) weiter ausgebaut. Verstärkt wurde diese Entwicklung durch die Corona-Krise.

Der wachsende Stellenwert des digitalen Zahlungsverkehrs dürfte in den nächsten Jahren weiterhin zunehmen. Aufgrund der weltweit großen Verbreitung mobiler Endgeräte gewinnt dabei auch das sogenannte Mobile Payment eine immer größere Bedeutung. Mit Smartphones oder Smartwatch kann bequem bargeld- und kontaktlos bezahlt werden. Prognosen von Mordor Intelligence gehen davon aus, dass die Nutzung mobiler Zahlungen zwischen 2020 und 2025 deutlich zunehmen wird. Es wird mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von fast 27% gerechnet.

In Deutschland ist die Bezahlung via Handy aber noch nicht so weit verbreitet und wird insbesondere als ergänzende Zahlungsart verwendet. Nur etwa 12,5% der Deutschen nutzten 2019 ihr Smartphone, um damit ihre Einkäufe zu bezahlen. In anderen Ländern ist diese Zahlungsart wesentlich populärer, allen voran in China (81%). Ebenfalls stark genutzt wird das Mobile Payment in Dänemark (41%) sowie Indien, Südkorea und Schweden mit einem Anteil von jeweils rund 36% bis 37%. In den USA liegt der Wert bei 29%.

 

Chinesische Anbieter sind die größten

Aufgrund des großen chinesischen Marktes und der dort besonders breiten Akzeptanz von mobilen Zahlungsarten prägen chinesische Anbieter diesen Markt. Die Dienste Alipay (Alibaba Group) und WeChat (Tencent Holdings) sind gemessen an den Nutzerzahlen die weltweit größten mobilen Zahlungsplattformen. In der westlichen Hemisphäre zu den gewichtigsten Firmen auf dem Gebiet der Mobile-Payment-Zahlungssysteme gehören Apple (Apple Pay), Alphabet (Google Pay) und Amazon (Amazon Pay). Diese Dienste ergänzen dabei wie bei den chinesischen Anbietern auch die eigentlichen Aktivitäten (z.B. Handel, Geräte).

Anders verhält es sich bei PayPal Holdings. Hier ist die Entwicklung und das Betreiben von Bezahllösungen das Kerngeschäft. Das US-Unternehmen gehört zu den Pionieren, Geld mit dem Handy an Freunde oder Bekannte zu versenden. Mit dem digitalen Bezahldienst lassen sich zudem Einkäufe im Internet schnell und einfach per Klick bezahlen und abwickeln. PayPal gehört inzwischen zu den Standards bei den Bezahlmöglichkeiten im Onlinehandel.

Vom boomenden Onlinehandel im Speziellen und dem allgemeinen Trend zum bargeldlosen Bezahlen profitieren auch andere Zahlungsdienstleister. Dazu gehört der niederländische Konzern Adyen. Mit seiner Infrastruktur ist er weltweit direkt an große Kartennetze (Visa, Mastercard usw.) und alle weiteren gängigen Zahlungsmethoden angeschlossen. Die Nutzer können damit ihren Kunden ein breites Spektrum an Möglichkeiten anbieten, Zahlungen überall und auf jedem Gerät annehmen zu können. Das gilt sowohl online, mobil als auch in stationären Geschäften. Unabhängig von ihrem Geschäftsmodell und ihrer Branche bekommen Händler und Dienstleister eine einheitliche Zahlungsplattform. Sie können damit ihre globalen Zahlungsströme über alle Vertriebskanäle hinweg vereinfachen.

Die Anbieter von Mobile-Payment-Lösungen erzielen Einnahmen mit Transaktionsgebühren sowie Gebühren für die Bereitstellung ergänzender Dienstleistungen. Dadurch ist das Geschäft sehr gut skalierbar. Mit einem zunehmenden Transaktionsvolumen gehen steigende Einnahmen einher, ohne dass damit große Kostenerhöhungen verbunden sind. Dieses Prinzip ist bekannt von den „alten“ Zahlungsdienstleistern wie Visa und Mastercard, die schon seit vielen Jahren von einem wachsenden Transaktionsvolumen profitieren. Gerade die beiden großen Kartenanbieter zeichnen sich durch eine hohe Akzeptanz ihrer Produkte und Dienstleistungen bei Händlern und Verbrauchern sowie eine starke Marktdurchdringung aus. Deshalb profitieren auch sie vom Trend, bargeldlos zu bezahlen. Zudem werden ihre Debit- und Kreditkarten, die sie den Verbrauchern über deren Banken zur Verfügung stellen, in der Regel mit den mobilen Zahlungsplattformen (z.B. Apple Pay, Google Pay) verknüpft.

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