Einblick / 19.10.2018 | 11:40:51 Werbung

Zukunftstrend Luxusgüter

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Weltweiter Markt für Luxusgüter wuchs 2017 um 5%
  • Nachfrage in China wächst stark
  • Millennials finden Gefallen an Luxusgütern
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Luxusmarkt wächst weltweit

Das internationale Geschäft mit Luxusgütern wächst. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Company legte der Bereich im vergangenen Jahr um 5% auf 1.160 Milliarden Euro zu. Bain untersuchte dabei den Verkauf von persönlichen Luxusgegenständen, Premiumautos, Luxusreisen bzw. -urlauben, feinsten Lebensmitteln und Getränken, Kunst, Möbeln sowie von Privatjets und Yachten. Der größte Posten ist hierbei der Markt von Premiumfahrzeugen. Insgesamt ist dieser Bereich 2017 um 6% auf 489 Mrd. Euro gewachsen. Das Kerngeschäft mit Produkten wie beispielsweise Kleidung, Lederwaren, Kosmetikartikeln und Schmuck kletterte um 5% auf 262 Mrd. Euro. Aber auch in allen anderen Bereichen konnte ein deutliches Wachstum verbucht werden.

 

Interessant ist, dass dieses Wachstum nicht auf Preissteigerungen beruht, sondern auf einer höheren Nachfrage. Verantwortlich hierfür ist zu einem großen Anteil die chinesische Bevölkerung - sei es im Inland oder auf Auslandsreisen. Mittlerweile liegt der Anteil der Chinesen am weltweiten Umsatz mit Luxusgütern bei über 30%. Im vergangenen Jahr ist der Inlandsabsatz um 15% auf 20 Mrd. Euro gestiegen - das ist das stärkste Wachstum seit 2011. Auslöser hierfür ist unter anderem die Senkung der Steuersätze für importierte Luxusgüter. Peking will auf diesem Weg den Binnenkonsum fördern. Aber auch der restliche Teil von Asien, ohne Japan und China, kauft vermehrt Luxusgüter. Im vergangenen Jahr stiegen dort die Verkäufe währungsbereinigt um 6%. Ebenfalls um 6% ist die Nachfrage in Europa gewachsen. Insgesamt erzielte der alte Kontinent Einzelhandelsumsätze im Bereich Luxusgüter in Höhe von 87 Mrd. Euro. Eine geringere Wachstumsrate, von 2%, wurde dagegen für den amerikanischen Markt, bestehend aus Nord- und Südamerika, veröffentlicht. Nichtsdestotrotz ist die Nachfrage mit einem Umsatz von rund 84 Mrd. Euro auf der anderen Seite des Atlantiks groß.

 

Interesse an Luxusgütern ungebrochen

Bain prognostiziert auch für 2018 ein stabiles Wachstum des Luxusmarktes. Weltweit soll der Umsatz im Bereich persönliche Luxusgüter bis zum Jahr 2020 jährlich um 4%-5% wachsen. Haupttreiber für diese Entwicklung ist die wachsende Mittelschicht in den Emerging Markets - vor allem in China. Die Wachstumsdynamik in China wird anhand des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf ersichtlich. Betrug das BIP pro Kopf im Jahr 2000 laut Weltbank nur 959 US-Dollar, sind es 2017 bereits 8.827 US-Dollar. Dieser Zuwachs hat massive Auswirkungen auf die Kaufkraft der Bevölkerung. Immer mehr Menschen können sich somit Luxusgüter leisten. Von dieser Entwicklung profitieren beispielsweise Unternehmen wie der Luxusartikelhersteller LVMH, der Konsumgüterproduzent L'Oréal oder auch die deutsche Sportwagenschmiede Porsche.

 

Eine Gruppe, die in den nächsten Jahren ebenfalls einen großen Beitrag zum Wachstum der Luxusgüterbranche leisten wird, sind die sogenannten Millennials, oder auch Generation Y genannt. Darunter fällt die Generation, die im Zeitraum der frühen 1980er- bis frühen 2000er-Jahre geboren wurde. Aktuell fällt auf diese Bevölkerungsschicht bereits 30% des Luxussegments - Tendenz steigend. Um diese Zielgruppe besser anzusprechen, müssen allerdings viele Luxusmarken ihre Verkaufsstrategie überdenken bzw. verändern. In Zukunft wird der stationäre Einzelhandel eine immer kleinere Rolle spielen, denn das Gros der Millennials kauft seine Lieblingsprodukte bevorzugt im Internet. Allein im letzten Jahr sind die Onlineverkäufe um 24% gestiegen. In den USA machen sie aktuell schon fast die Hälfte des gesamten Absatzes aus. Onlineshops sowie der Versand über Handelsplattformen gehört die Zukunft.

 

Weitere Unternehmen, die von einer wachsenden Nachfrage nach Luxusgütern profitieren könnten, finden Sie in unserer Rubrik Zukunftstrends auf dzbank-derivate.de.

 

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