Einblick / 28.09.2018 | 11:48:33 Werbung

Zukunftstrend Luftfahrt

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Mehr als 4 Milliarden Flugpassagiere im Jahr 2017
  • Bis zum Jahr 2037 soll sich die weltweite Flugzeugflotte mehr als verdoppeln
  • Klassische Flugzeugform steht zur Diskussion
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Wachstum im Steigflug

Die Luftfahrt boomt! Allein im vergangenen Jahr sind laut Luftfahrtverband IATA weltweit mehr als vier Milliarden Menschen geflogen - das sind so viele Flugpassagiere wie noch nie. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der verkauften Tickets um 7,6% gestiegen. Mit rund einem Drittel macht die Region Asien-Pazifik den größten Teil des Marktes aus, gefolgt von Europa mit knapp über 26% und Nordamerika mit 23%. Ein Grund für das Wachstum ist die weltweit gute Konjunktur. Vor allem die steigenden Einkommen und der damit wachsende Mittelstand in vielen Schwellenländern sorgen für eine anziehende Nachfrage. Zudem waren dank dem niedrigen Ölpreis viele Flüge im Vergleich zu den Vorjahren günstiger.

 

In Deutschland treibt in erster Linie der Tourismus das Wachstum. So sind zwei Drittel aller von heimischen Flughäfen ausgehenden Flüge auf dem Weg in eine Urlaubsdestination. Private Kurzreisen sowie Geschäftsreisen nehmen dagegen nur einen Anteil von jeweils 15% ein. Laut der aktuellen Luftverkehrsstudie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wächst der touristische Luftverkehr auch in diesem Jahr leicht. In dem Zeitraum von Juli 2017 bis Juli 2018 wuchs er mit 0,7% fast doppelt so stark wie der deutsche Luftverkehr insgesamt, welcher lediglich um 0,4% zulegen konnte.

 

Experten prognostizieren der Luftfahrt auch für die nächsten Jahre ein deutliches Wachstum. Der europäische Flugzeugbauer Airbus rechnet in den nächsten 20 Jahren mit einem stark steigenden Bedarf an Verkehrsjets. Bis zum Jahr 2037 sollen demnach rund 37.390 neue Passagier- und Frachtmaschinen benötigt werden. Die weltweite Flugzeugflotte wird sich dadurch auf über 47.990 Maschinen mehr als verdoppeln. Verantwortlich für dieses massive Wachstum wird laut Airbus vor allem die anziehende Nachfrage aus den aufstrebenden Schwellenländern sein. Nach Schätzungen des Flugzeugbauers wird die Zahl der Reisen pro Kopf in diesen Ländern in den nächsten zwei Jahrzehnten um den Faktor 2,5 steigen. Noch optimistischer blickt Konkurrent Boeing in die Zukunft. Der US-amerikanische Flugzeugbauer erwartet, dass in den nächsten 20 Jahren insgesamt 42.700 neue Verkehrsflugzeuge benötigt werden, und prognostiziert ein jährliches Wachstum des Welt-Luftverkehrs von durchschnittlich 4,7%.

 

Neue Formen, Konstruktionen und Technologien

In den nächsten Jahren werden somit zahlreiche neue Flugzeuge das Licht der Welt erblicken, ob diese allerdings dann noch so aussehen wie heute ist fraglich. Rein optisch hat sich in den letzten Jahrzehnten wenig an dem äußeren Erscheinungsbild eines Flugzeugs getan, doch in Zukunft ermöglichen Hightech-Materialien und moderne Konstruktionsmöglichkeiten ganz neue Formen. Besonders spektakulär erscheint beispielsweise der sogenannte Nurflügler. Hierbei handelt es sich um ein Flugzeug, welches keinen klassischen Rumpf mehr aufweist, sondern nahezu nur aus Flügeln besteht. Aufgrund der großen Flügel, in welchen die Passagiere und das Gepäck Platz finden, hätte ein Nurflügler deutlich mehr Auftrieb als ein konventionelles Flugzeug und würde somit auch Treibstoff sparen.

 

Möglich werden solche Konstruktionen unter anderem durch neue Herstellungsprozesse wie beispielsweise den 3D-Druck. Zahlreiche Flugzeugteile werden bis heute gegossen. Ein 3D-Drucker würde das Material viel effizienter einsetzen und zudem neue Formen ermöglichen. In Zukunft könnten viele Bauteile eine netzartige bzw. fachwerkähnliche Struktur aufweisen. Dies würde zu deutlichen Gewichtseinsparungen und somit auch zu einem geringeren Treibstoffverbrauch führen. Für den Fluggast hätte dies zur Folge, dass größere Reichweiten ohne Zwischenlandung erzielt werden könnten.

 

Das Einsparen von Treibstoff spielt in der Luftfahrt eine wichtige Rolle. Denn die Flugzeugindustrie hat sich verpflichtet, die Flugzeugemissionen bis 2050 um 50% zu reduzieren. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, sind vor allem Entwicklungen und Innovationen der Antriebsformen nötig. Ein Unternehmen, das in diesem Bereich zu den Weltmarktführern gehört, ist der Depotwert unseres Trading-Events „Besser traden - mit System“, MTU Aero Engines. Der Triebwerkshersteller konnte in den letzten Jahren den Treibstoffverbrauch deutlich reduzieren. Der große Traum eines emissionsfreien Flugzeugs ließe sich allerdings nur mit einem Elektrotriebwerk verwirklichen. Obwohl schon so mancher Flugzeughersteller mit dieser Form des Antriebs experimentiert, dürfte dies vorerst noch Zukunftsmusik bleiben. Ein interessanter Kompromiss könnte bis dahin beispielsweise ein Hybridantrieb sein - das Flugzeug startet und landet elektrisch und in der Luft wird es konventionell angetrieben.

 

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