Einblick / 14.09.2018 | 12:02:13 Werbung

Zukunftstrend Fintech

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Fintechs digitalisieren die Finanzbranche
  • Wirecard steigt in den DAX auf
  • Fintechs und Banken kooperieren
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Fintech-Markt wächst

In den letzten Jahren sorgte eine Form von Unternehmen für besonders viel Aufsehen in der Start-up-Szene: die Rede ist von sogenannten Fintechs. Die Bezeichnung Fintech setzt sich im Englischen aus den Begriffen „financial services“ und „technology“ zusammen, im Deutschen ist es eine Abkürzung für Finanztechnologie. Ziel der modernen Finanzdienstleistungsunternehmen ist es, Finanzanwendungen zu entwickeln, die mit digitalen Prozessen umgesetzt werden. Anwendungsfälle finden sich beispielsweise in der Abwicklung von Zahlungsströmen (E-Payment, Mobile Payment), dem Kontenmanagement, bei der Kreditvergabe und Finanzierung („Crowdfunding“) und in der Vermögensverwaltung.

 

Eines der ersten und bekanntesten Fintech-Unternehmen weltweit ist PayPal. Der 1998 gegründete und inzwischen börsengelistete US-Konzern ist ein Online-Bezahldienst, der überwiegend beim Ein- und Verkauf im Online-Handel genutzt wird. Das größte deutsche Unternehmen, das in die Kategorie Fintechs fällt, ist die Wirecard AG. Das in Aschheim bei München ansässige Unternehmen bietet Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen mobiles Bezahlen, E-Commerce, Digitalisierung und Finanztechnologie an. Wirecard konnte in den letzten Jahren und Monaten ein rasantes Wachstum vorlegen. In der Marktkapitalisierung hat das Unternehmen inzwischen sogar die Deutsche Bank überflügelt. Ferner wird Wirecard am 24. September die Commerzbank im DAX ablösen.

 

Ende 2017 gab es in Deutschland rund 700 Fintech-Start-ups. Die meisten dieser neuen Unternehmen sind in dem Bereich Proptech, also der Immobilienbranche, tätig. An zweiter Stelle steht das Financing, gefolgt von den Sparten Insurtech, sozusagen das Versicherungsgeschäft, Investment und Payment. Obwohl Frankfurt am Main die deutsche Finanzmetropole ist, ist die deutsche Fintech-Hauptstadt ganz klar Berlin. Auf den weiteren Plätzen folgen Frankfurt, München und Hamburg.

 

Kunden-Interessen stehen im Fokus

Besonders im Trend liegen derzeit sogenannte Robo-Advisor. Hierbei handelt es sich um computerbasierte automatisierte Anlagestrategien, die die Aufgaben eines klassischen Anlageberaters bzw. Vermögensverwalters übernehmen. Auf absehbare Zeit sind aber noch viele andere Anwendungen denkbar. Die Digitalisierung wird auch den Finanzmarkt umkrempeln. Dank künstlicher Intelligenz und immer größer werdender Datenbanken können in Zukunft beispielsweise Kundendaten besser analysiert werden und für die Zielgruppe maßgeschneiderte Produkte angeboten werden.

 

Ursprünglich sind viele Fintechs angetreten, um die alteingesessenen Banken und ihr Geschäftsmodell anzugreifen. Doch in letzter Zeit hat sich immer mehr herauskristallisiert, dass es für beide Seiten möglicherweise von Vorteil ist, zusammen statt gegeneinander zu arbeiten. Denn auf diese Weise kann jeder von den Stärken des anderen profitieren. Das jüngste Beispiel einer solchen Kooperation ist das Joint Venture zwischen der Österreichischen Post und der deutschen Fintech Group. Das im Segment Scale der Deutschen Börse gelistete Unternehmen will im Filialnetz der Post ein umfassendes Finanzdienstleistungsangebot anbieten.

 

Ziel der Banken und Fintechs muss es letztendlich sein, den Kunden ein attraktives digitales Angebot bereitzustellen. Denn nur wenn die neuen technologischen Errungenschaften auch von den Kunden akzeptiert und genutzt werden, können sie sich langfristig etablieren.

 

Einen Überblick über Unternehmen aus dem Bereich Fintech finden Sie in unserer neuen Rubrik Zukunftstrends auf dzbank-derivate.de.

 

> Mehr Einblicke

  •  
  •  
  •  
  •  
(Bewertungen: 19)

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Jede Woche gibt es die dzbank-derivate-Newsletter für angemeldete Nutzer per E-Mail direkt auf Ihren Bildschirm: das Neueste zum Marktgeschehen an den internationalen Börsenplätzen mit Markt- und DAX-Analysen, einem speziellen Strategieteil und der Knowhow-Rubrik dzbank-derivate-Expertenlounge.