Einblick / 05.10.2018 | 11:46:37 Werbung

Zukunftstrend digitale Produkte

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Digitale Produkte sind für Konsumenten und Hersteller attraktiv
  • Markt für digitale Produkte wächst
  • Weltweiter App-Umsatz durchbricht 100-Mrd.-US-Dollar-Marke
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Digitale Güter verdrängen physische Produkte

Wann haben Sie Ihre letzte CD oder DVD gekauft? Bei vielen Lesern wird dies schon eine Weile zurückliegen. Dank der digitalen Revolution sind heute zahlreiche Güter in Form von Binärdaten im Internet erhältlich. Aus materiellen Dingen wurden sogenannte digitale Produkte. Der Siegeszug dieser Produkte startete kurz vor der Jahrtausendwende - Stichwort: MP3. Zwar wurde das berühmte Format für Audio-Dateien schon einige Jahre früher entwickelt, doch erst mit den passenden Abspielgeräten und der zugehörigen Software eroberte MP3 den Musikmarkt und veränderte ihn nachhaltig.

 

Die Digitalisierung von Musik war nur der Anfang. Im Laufe der nächsten Jahre wurden zahlreiche andere Märkte ebenfalls revolutioniert. War es vor noch nicht allzu langer Zeit normal, Filme in der Videothek auszuleihen, reicht heute ein Klick am Computer, Tablet oder Fernseher, um den gewünschten Film in bester Qualität zu sehen. Ein anderes Beispiel sind Bücher. Nahm man früher zahlreiche dicke Wälzer mit in den Urlaub, kann man heute mit einem schlanken E-Reader ganze Bibliotheken mit sich führen. Aber auch digitalisierte Zeitungen und Zeitschriften, Software, Online-Games und Apps fallen unter die Kategorie digitale Produkte.

 

Die Vorteile digitaler Produkte liegen für den Konsumenten auf der Hand: Digitale Produkte können jederzeit und unabhängig vom Ort erworben werden. Voraussetzung ist lediglich eine Internetverbindung. Ferner nehmen sie keinen räumlichen Platz weg, es wird nur Speicherplatz benötigt. Außerdem gibt es, anders als bei Büchern und CDs, keine Abnutzung durch Gebrauch. Kein Wunder also, dass digitale Produkte immer beliebter werden. Erfreuten sich beispielsweise in Deutschland im Jahr 2015 noch knapp 17 Mio. Menschen an digitaler Musik, werden bereits für 2020 rund 23 Mio. Nutzer prognostiziert. Aber nicht nur für Verbraucher sind digitale Produkte attraktiv, auch die Hersteller profitieren von den nicht physischen Gütern. Ist das digitale Produkt einmal entwickelt und die Infrastruktur zum Vertrieb fertiggestellt, z.B. Streaming- oder Download-Portal, tendieren die weiteren Kosten gegen null. Zudem gibt es keine Einschränkungen bezüglich der Stückzahl - theoretisch können digitale Produkte unendlich oft verkauft werden.

 

Milliardenmarkt digitale Produkte

Der Markt für digitale Produkte ist gigantisch. Laut dem aktuellen Statista Digital Market Outlook beträgt der weltweite Umsatz im Segment Video-Streaming 2018 fast 18 Mrd. Euro. Bis zum Jahr 2022 wird ein Marktvolumen von rund 22 Mrd. Euro prognostiziert. Das Wachstumspotenzial wird durch einen Blick auf die Anzahl der Nutzer deutlich. Aktuell nutzen rund 450 Mio. Menschen die Angebote von Video-Streaming-Plattformen. Dies entspricht einer Penetrationsrate von gerade mal 8,6%. Somit herrscht noch reichlich Luft nach oben. Ein ähnliches Bild zeigt sich im Segment E-Books: Rund 540 Millionen Nutzer generieren derzeit einen weltweiten Umsatz von fast 11 Mrd. Euro.

 

Deutlich mehr umgesetzt wird im App-Markt. Laut einer Prognose der App-Intelligence-Plattform App Annie werden in diesem Jahr Konsumenten weltweit 106,4 Milliarden US-Dollar für Apps ausgeben. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von über 30%. Laut Schätzungen soll dieses Wachstum weitergehen und der Umsatz bis zum Jahr 2022 auf etwa 156 Mrd. US-Dollar klettern. Das meiste Geld für Apps wird mit fast 44 Mrd. US-Dollar in China ausgegeben, gefolgt von den USA, Japan, Südkorea und Deutschland. Zum Vergleich: hierzulande werden dieses Jahr voraussichtlich nur rund 1,43 Mrd. US-Dollar für Apps lockergemacht.

 

Der weltweite Markt für digitale Produkte wird von einer Handvoll Unternehmen dominiert. Marktführer im Bereich Video-Streaming ist das Unternehmen Netflix. 2017 erwirtschafteten  die US-Amerikaner einen Umsatz von 11,7 Mrd. US-Dollar bei über 117 Mio. Abonnenten weltweit. Im Juni 2018 betrug die Anzahl der Nutzer bereits 130 Mio. Netflix dicht auf den Fersen ist der Online-Versand-Riese Amazon mit seinem kostenpflichtigen Amazon-Prime-Angebot. Laut einem in diesem Jahr veröffentlichten Schreiben an die Aktionäre sind hier mittlerweile weltweit 100 Mio. Menschen angemeldet. Klar führend ist Amazon dagegen im Bereich E-Books. In Deutschland ist laut eigenen Angaben das Video-on-Demand-Portal maxdome die größte Online-Videothek. Das zum Medienunternehmen ProSiebenSat.1 Media gehörende Portal hat rund 50.000 Filme im Angebot und verfügte im vergangenen Jahr über 1 Mio. Kunden. Der Musikmarkt wird zwischen Spotify und Apple Music aufgeteilt. Während Spotify aktuell über 80 Mio. Abonnenten hat, kommt Apple auf rund 40 Mio. zahlende Kunden weltweit. Apple gehört aber nicht nur im Musiksegment zu den Marktführern. Klare Nummer eins ist das Unternehmen aus Cupertino im App-Markt. Zwar liegen in diesem Jahr die Downloads im Play-Store von Google mit mehr als 87 Mrd. Android-Apps vor Apple mit nur knapp über 31 Mrd. Apps., doch die iOS-Nutzer geben deutlich mehr Geld aus. Weltweit sollen 2018 die Umsätze mit iOS-Apps mehr als 53 Mrd. US-Dollar betragen, während im Play-Store lediglich 27 Mrd. US-Dollar ausgegeben werden.

 

Einen Überblick über Unternehmen aus dem Bereich digitale Produkte finden Sie in unserer neuen Rubrik Zukunftstrends.

 

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