Einblick / 14.07.2017 | 10:46:02 Werbung

Was sind gleitende Durchschnitte?

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Trading ohne festes Regelwerk ist langfristig meist zum Scheitern verurteilt. In unserem Trading-Event „Traden lernen - mit System“ zeigt Profi-Trader Simon Betschinger daher anhand eines 100.000-Euro-Realgeld-Depots, wie regelbasiertes Investieren aussieht. Ein wichtiger Bestandteil des Regelwerks sind gleitende Durchschnitte.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Berechnung gleitender Durchschnitte

Gleitende Durchschnitte gehören zu den beliebtesten Indikatoren der Technischen Analyse - sie sind einfach aufgebaut und lassen sich vielfältig einsetzen. Bei einem gleitenden Durchschnitt handelt es sich um das arithmetische Mittel einer bestimmten Datenmenge. So werden beispielsweise für einen 20-Tage-Durchschnitt eines Index oder einer Aktie in der Regel die Schlusskurse der letzten 20 Tage addiert und die Summe durch 20 geteilt. Natürlich kann ein gleitender Durchschnitt auch mit jeder anderen beliebigen Anzahl von Tagen berechnet werden. Ferner müssen auch nicht zwingend die Schlusskurse verwendet werden, ebenso denkbar sind z.B. die Eröffnungskurse oder eine Kombination aus verschiedenen Kurszeitpunkten.

 

Neben der oben beschriebenen Berechnungsmethode, die auch als einfacher gleitender Durchschnitt oder Simple Moving Average (SMA) bekannt ist, existieren noch andere Arten von gleitenden Durchschnitten. In der Technischen Analyse ebenfalls häufig angewendet werden der gewichtete gleitende Durchschnitt bzw. Weighted Moving Average (WMA) und der exponentiell gleitende Durchschnitt bzw. Exponential Moving Average (EMA). Im Gegensatz zum SMA weisen der WMA und der EMA durch ihre jeweilige Berechnungsmethode den Kursen der jüngsten Vergangenheit eine höhere Gewichtung zu.

 

Welcher Durchschnitt letztendlich verwendet wird, ist Geschmackssache bzw. abhängig von der bevorzugten Trading-Strategie. In der Technischen Analyse werden häufig die 20-, die 50- und die 200-Tage-Linie angewendet. Ein kürzerer Durchschnitt wie z.B. eine 20-Tage-Linie wird deutlich näher am aktuellen Kurs anliegen und empfindlicher auf Kursausschläge reagieren als eine 200-Tage-Linie. Im Endeffekt glätten aber alle Durchschnitte den Kursverlauf des jeweiligen Basiswertes.

 

Trendbestimmung mittels gleitender Durchschnitte

In der Technischen Analyse werden gleitende Durchschnitte meist zur Trendbestimmung eingesetzt. Hierfür gibt es verschiedene Verfahren. Die einfachste Methode ist die Beobachtung des Kursverlaufs im Vergleich zum gleitenden Durchschnitt. Verläuft der Kurs der Aktie bzw. des Index über dem Durchschnitt, zeigt dies einen Aufwärtstrend an. Notiert der Kurs dagegen unter dem Durchschnitt, ist laut Theorie von einem Abwärtstrend auszugehen. Ebenfalls aussagekräftig kann die Steigung des Durchschnitts sein - steigt die Linie an, liegt ein Aufwärtstrend vor und umgekehrt. Zudem kann die Steilheit des Durchschnitts auch etwas über die Trendstärke und das Momentum aussagen.

 

In der Trading-Strategie unseres Trading-Events werden gleitende Durchschnitte für die Auswahl der trendstärksten Indizes und Einzeltitel eingesetzt. So darf eine Aktie nur gekauft werden, wenn der zugrundeliegende Index (DAX, MDAX und EURO STOXX 50) über der 200-Tage-Linie notiert. Des Weiteren ist der Abstand zur 200-Tage-Linie wichtig. Priorität hat immer der trendstärkste Index. Erst wenn zwei Positionen im Depot aus ein und demselben Index sind, muss ein Einzeltitel aus dem nächststärksten Index ausgesucht werden. Die Einzeltitel werden dann anhand ihrer Trendstabilität ausgesucht.

 

Mehr zum Trading-Event „Traden lernen - mit System“ sowie dem dazugehörigen Regelwerk erfahren Sie hier.

 

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