Einblick / 17.05.2019 | 11:34:51 Werbung

United Internet und 1&1 Drillisch pokern hoch

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Gesamtsumme der 5G-Gebote liegt knapp unter 6 Mrd. Euro
  • Dividenden werden bei Zuschlag drastisch gekürzt
  • Wenig Wachstum im ersten Quartal
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Dividende oder Lizenz?

Die am 19. März 2019 begonnene Auktion der Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G läuft nach wie vor auf Hochtouren. Nach Runde 350 liegt die Summe der Gebote inzwischen bei 5,87 Mrd. Euro. Insgesamt werden 41 Frequenzblöcke aus den Bereichen 2 GHz und 3,4 GHz bis 3,7 GHz versteigert. Neben den großen Telekommunikationsanbietern Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland bemüht sich auch United Internet über die Tochterfirma 1&1 Drillisch um die begehrten Frequenzen. Aktuell bietet der Herausforderer auf insgesamt acht Blöcke mit einem Gesamtwert von derzeit 1,11 Mrd. Euro.

Der ursprüngliche Stichtag für das Ende der Auktion ist der 20. Mai 2019. Ob an diesem Tag allerdings wirklich Schluss ist, ist ungewiss - das Bietergefecht kann sich auch noch einige Monate hinziehen. Sicher ist jedoch: Je länger die Auktion läuft, desto teurer kann es für die beteiligten Unternehmen werden. Im Falle eines Zuschlags können die anfallenden Kosten das Betriebsergebnis deutlich belasten. Sowohl bei United Internet als auch bei 1&1 Drillisch würden in diesem Fall die Dividenden drastisch gekürzt werden - ein Szenario, das Anlegern nicht gefällt. Aus der Auktion auszusteigen würde zwar die Dividende vorerst retten, allerdings könnte dieser Schritt auf lange Sicht problematisch werden. Denn in rund zehn Jahren laufen die aktuellen Verträge mit Telefónica aus.

 

Durchwachsenes erstes Quartal

Nicht nur nach Ende der Auktion werden sich die Kosten in der Bilanz niederschlagen, bereits das Ergebnis des ersten Quartals 2019 leidet unter dem Prozedere. Wie United Internet diese Woche bekanntgab, wirkt sich die verzögerte Verhandlung um den Ende 2018 ausgelaufenen Vorleistungsvertrag mit 17,5 Mio. Euro negativ auf das Betriebsergebnis aus. Die Gespräche über die Nutzung anderer Netze werden erst nach Ablauf der 5G-Auktion fortgesetzt. Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen in den Monaten Januar bis März einen Umsatz von 1,29 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies ein minimales Plus von 1,2%. Ebenfalls nahezu gleich geblieben ist das Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von 181 Mio. Euro. Der Gewinn pro Aktie kletterte dagegen um fast 10% auf 0,46 Euro.

Ähnlich stagnierend verlief das erste Quartal bei der Tochter 1&1 Drillisch AG. So steigerte der Anbieter von Breitband- und Mobilfunkprodukten seinen Umsatz um nicht einmal 1% auf 912,1 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich auch das EBIT nur um 1,4% auf 127,5 Mio. Euro erhöht. Das Ergebnis pro Aktie wuchs um 5% auf 0,50 Euro.

Trotz der durchwachsenen Zahlen für das erste Quartal und der steigenden Preise bei der 5G-Auktion hält das Management um Vorstandschef Ralph Dommermuth an der Prognose für das laufende Jahr fest. Für United Internet wird ein Anstieg des Konzernumsatzes um ca. 4% und des EBITDA um 8% erwartet. Bei 1&1 Drillisch soll das EBITDA sogar um 10% zulegen.

 

Sowohl für United Internet als auch für 1&1 Drillisch bietet die DZ BANK interessante Anlage- und Hebelprodukte an. Dazu einfach den Namen oder die Wertpapierkennnummer des Basiswertes in das Suchfeld eingeben und anschließend „Produkte“ auswählen. Zudem werden kontinuierlich neue Produkte auf die einzelnen Basiswerte emittiert. Anleger können so das Produkt wählen, das am besten zu ihrer Meinung und ihrer Risikobereitschaft passt.

 

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