Einblick / 08.09.2017 | 11:18:36 Werbung

Traden lernen - mit System: Zusammenfassung des Webinars mit Simon Betschinger

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Kennen Sie den Zusammenhang zwischen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und unserem Trading-Event „Traden lernen - mit System“? Nein? Dann haben Sie vermutlich letzte Woche das Webinar von Profi-Trader Simon Betschinger verpasst. Die Aufzeichnung des Webinars bietet Ihnen die Möglichkeit zu lernen, wie Sie systematisch traden und so Ihre Anlageentscheidungen selbst treffen können. Zudem erklärt Simon Betschinger noch einmal ausführlich das regelbasierte Trading-System unseres Trading-Events.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Besser regelbasiert investieren

Was macht eigentlich ein Aktien-Trader? Mit dieser Frage beginnt das rund 45-minütige Webinar von Simon Betschinger. Eine der ersten Aufgaben eines Aktien-Traders ist es, interessante Aktien zu finden, die für einen Trade in Frage kommen könnten. Hierfür gibt es verschiedene Methoden. So kann beispielsweise eine Entscheidung aufgrund von Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis und von vermeintlichen Börsen-Gurus getroffen werden, oder auf Basis von Nachrichten. Simon Betschinger präferiert einen systematischen Ansatz. Mit Hilfe von Filtern und Signalen sollen attraktive Kaufkandidaten aus einem Aktien-Universum, z.B. dem deutschen Markt, ausgewählt werden. Im Idealfall lässt sich so ein Prozess sogar automatisieren und eine Rangliste der einzelnen Titel erstellen. Die Aktien, welche ganz oben auf der Liste stehen, erfüllen die Auswahlkriterien am besten und landen letztendlich im Depot. Anhand zweier Beispiele zeigt Simon Betschinger, wie solche Ranglisten auf Basis der Strategien erfolgreicher Investoren - in diesem Fall von Börsenlegende Warren Buffett und Hedgefondsmanager Joel Greenblatt - erzeugt werden können.

 

Solch ein Ranglisten-System hat gegenüber einem konventionellen Ansatz zahlreiche Vorteile. Einer der wichtigsten Pluspunkte ist, dass regelbasiertes Investieren menschliche Emotionen außen vor lässt. Zudem kann die vergangene Entwicklung des Ansatzes mittels eines sogenannten Backtests simuliert werden. Auf diese Weise kann überprüft werden, ob und wie das Regelwerk funktioniert hätte. Der größte Vorteil ist allerdings die Chance auf optimierte Rendite-Risiko-Profile.

 

Die Trendstabilität

Im Anschluss erklärt Simon Betschinger seine Vorgehensweise bei unserem Trading-Event „Traden lernen - mit System“. Unter anderem wird der Trendstabilitäts-Indikator näher unter die Lupe genommen. Ziel dieses Indikators ist es, Aktien ausfindig zu machen, die steigen, aber dies unter geringer Volatilität - sozusagen trendstabile Aktien.

 

Wichtig für solch regelbasierte Systeme ist, dass sie einer gewissen Sachlogik unterliegen. Hinter dem Trendstabilitäts-System steckt folgender Gedanke: Ein Trend bzw. ein langfristiger Anstieg einer Aktie hat meist einen fundamentalen Hintergrund. In der Regel ist dies der unternehmerische Erfolg. Indem wir also dem Trend folgen, folgen wir diesem Erfolg. Eine hohe Volatilität dagegen steht für eine gewisse Nervosität der Marktteilnehmer und deutet auf Risiken hin, welche wir vermeiden wollen. Durch die Kombination von Trend und Volatilität sollen Aktien ausfindig gemacht werden, die erfolgreich sind, mit einer klaren Geschäftsperspektive und wenig Unsicherheit. Wie dies praktisch umgesetzt wird, können Sie hier nachlesen.

 

Aktien und Derivate

Im weiteren Verlauf des Webinars geht Simon Betschinger auf das aktuelle Depot ein. Das Depot setzt sich aus Aktien und Derivaten zusammen. Bei der Auswahl der Derivate besteht der einzige persönliche Ermessensspielraum. Innerhalb gewisser Vorgaben, welche dem Regelwerk entnommen werden können, darf Simon Betschinger zwischen Anlageprodukten und Hebelprodukten wählen.

 

In den momentan etwas schwachen Sommermonaten entschied sich Simon Betschinger für Discount-Zertifikate, da diese auch bei einer Seitwärtsbewegung eine attraktive Rendite erzielen können. Sobald die Märkte wieder eine gewisse Stabilität aufweisen und die statistisch stärkeren Börsenmonate beginnen, sind Hebelzertifikate eine interessante Option.

 

All dies und mehr kommentiert Simon Betschinger auch in dem zugehörigen Blog. Regelmäßig werden hier die aktuellen Ranglisten und Kaufkandidaten besprochen. Wichtig ist allerdings, dass seine persönliche Meinung und Einschätzung irrelevant für das Abschneiden des Trading-Systems sind. Dies hat Simon Betschinger letztendlich auch zum Vergleich mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bewogen: Wir können zwar eifrig mitdiskutieren, die Mannschaft bzw. das Depot stellt aber letztendlich der Bundestrainer bzw. das regelbasierte System auf.

 

Neue Regeln

Zu guter Letzt hatten die Webinar-Teilnehmer die Gelegenheit, Fragen an Herrn Betschinger zu stellen. Unter anderem wurden beispielsweise die Verkaufsregeln konstruktiv hinterfragt. Da die Top-Werte häufig sehr eng zusammenliegen, würde es vielleicht Sinn machen, erst zu verkaufen, wenn ein Wert unter Ranglistenplatz 4 fällt? Simon Betschinger analysierte diesen Vorschlag und entschied sich, das Regelwerk entsprechend zu modifizieren:

  • Am Umschichtungstag werden maximal 3 Positionen verkauft, und zwar jeweils die Titel, die sich in einem Index auf den jeweils hinteren Ranglistenplätzen befinden, sofern dieser Ranglistenplatz nicht 1, 2 oder 3 ist.

Da das Regelwerk nur einmal im Quartal, im Rahmen eines regulären Umschichtungstermins angepasst beziehungsweise feinjustiert werden kann, wurden zudem noch folgende Regeländerungen vorgenommen:

  • Insgesamt sind max. 6 Positionen im Depot (3 Aktien, 3 Derivate).
  • Aktien nach Übernahmeangeboten werden in den Ranglisten nicht berücksichtigt und kommen nicht als Kauf fürs Depot in Frage.

 

Das vollständige Webinar können Sie hier noch einmal sehen:

> Zum Webinar

 

> Zum Archiv

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