Einblick / 27.10.2017 | 11:13:07 Werbung

Traden lernen - mit System: Ein Blick auf die Unternehmen (Teil 5)

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Lediglich ein kurzes Gastspiel hat die Aktie der Wacker Chemie AG im Depot unseres Trading-Events „Traden lernen - mit System“ gegeben. Nach nur zwei Wochen fiel der Titel auf der Trendstabilitäts-Rangliste im MDAX auf Platz 6 zurück. Laut Regelwerk ist dies ein K.o.-Kriterium - die Aktie musste verkauft werden. Anstelle von Wacker Chemie rückte die Aktie von Rheinmetall ins Depot auf. Rheinmetall war am Umschichtungstermin in der vergangenen Woche die Aktie mit der zweithöchsten Trendstabilität im MDAX und somit ein klarer Kauf.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Die Rheinmetall AG, welche am 13. April 1889 als „Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik Aktiengesellschaft“ gegründet wurde, ist heute ein führender deutscher Technologiekonzern. Die Rheinmetall AG, mit Hauptsitz in Düsseldorf, ist die Muttergesellschaft eines dezentralen Konzerns, bestehend aus den beiden operativen Geschäftsbereichen Rheinmetall Defence und Rheinmetall Automotive.

 

Zwei Unternehmensbereiche

Der Unternehmensbereich Defence setzt sich aus den Divisionen Vehicle Systems, Electronic Solutions sowie Weapon and Ammunition zusammen. Rheinmetall gehört hier zu den führenden Anbietern weltweit. Der Konzern beschränkt sich allerdings nicht nur auf den militärischen Bereich, in Zukunft soll auch die individuelle Sicherheit im zivilen Umfeld eine immer größere Rolle spielen. Bereits heute arbeitet Rheinmetall eng mit Behörden und Organisationen für Sicherheitsaufgaben zusammen und entwickelt Systeme und Technologien für die Bereiche Drohnendetektion, Sicherheit elektronischer Architekturen sowie für Schutz- und Fahrzeugtechnologien.

 

Die Rheinmetall Automotive AG gehört zu den 100 größten Automobilzulieferern weltweit und zu den Top 15 innerhalb Deutschlands. Insgesamt verfügt die Automotive-Sparte über 40 Fertigungsstandorte rund um den Globus. Die Spezialisierung liegt hierbei in den Geschäftsbereichen Kolben, Luftversorgung, Pumpen, Aluminium-Technologie, Gleitlager und Motorservice auf Module und Systeme rund um den Motor.

 

Rheinmetall auf Wachstumskurs

Im ersten Halbjahr 2017 haben rund 21.300 Mitarbeiter einen Umsatz von 2,8 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies ein Anstieg von knapp über 8%. Der Umsatz teilt sich ziemlich gleich auf die beiden Geschäftsbereiche auf. Deutlich stärker, um 30% auf 134 Millionen Euro, ist das operative Gesamtkonzernergebnis gestiegen. Hier liegt Automotive mit einem Beitrag von 129 Millionen Euro allerdings deutlich vor Defence mit 14 Millionen Euro. Pro Aktie wurde in den Monaten Januar bis Juli ein Gewinn von 1,57 Euro erzielt. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Jahr 2016 ist dies ein Plus von fast 25%.

 

Die Rheinmetall AG erwartet in beiden Geschäftsbereichen weiteres Wachstum. So dürfte sich die Tendenz zu steigenden weltweiten Rüstungsausgaben fortsetzen. Die Experten des  militärwissenschaftlichen und technischen Verlags Jane’s Information Group rechnen für 2018 mit einem leichten Anstieg von rund 1,4% auf 1.629 Milliarden US-Dollar. Allein der deutsche Verteidigungshaushalt wird auf voraussichtlich 38,5 Milliarden Euro im Jahr 2018 geschätzt. Mit Ausgaben in Höhe von ungefähr 644 Milliarden US-Dollar werden die USA wieder den Löwenanteil stellen. Ebenfalls positiv gestimmt sind die Analysten von IHS Automotive. So soll im nächsten Jahr die weltweite Automobilproduktion um 1,2% auf 95,9 Millionen Einheiten wachsen. Zudem sieht sich Rheinmetall Automotive auch gut aufgestellt für die in Zukunft immer wichtiger werdende E-Mobilität. Laut eigenen Angaben verfügt das Unternehmen über führende Technologien für elektrische Pumpensysteme und Aktuatoren oder Komponenten für ein intelligentes Thermomanagement oder für Brennstoffzellenfahrzeuge.

 

Aufgrund der guten Wachstumsaussichten sowie der guten Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr erhöhte der Vorstand die Prognose für das Wachstum des Jahresumsatzes von 4-5% auf 6%. Ebenfalls nach oben angepasst wurde die Prognose für die operative Rendite von 6,3% auf 6,5%. Inwieweit diese Einschätzungen eintreten können, wird sich möglicherweise schon bald zeigen, denn am 7. November werden die Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht.

 

Mehr Informationen über die Rheinmetall AG finden Sie auf der Übersichtsseite der Aktie.

 

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