Einblick / 13.10.2017 | 14:32:22 Werbung

Traden lernen - mit System: Ein Blick auf die Unternehmen (Teil 4)

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Vergangene Woche war es wieder so weit: das Depot unseres Trading-Events „Traden lernen - mit System“  wurde umgeschichtet. Nachdem die Aktie des Gabelstaplerherstellers Kion Group in der Trendstabilitätsliste auf Rang 7 abgerutscht war, musste sie mit einem Gewinn von über 7% verkauft werden. Den freigewordenen Platz nimmt Wacker Chemie ein.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Die Wacker Chemie AG ist ein international tätiger Chemiekonzern. Der Hauptsitz des im MDAX gelisteten Unternehmens ist in München. Mit seinen über 60 Produktions- und Vertriebsstandorten ist Wacker Chemie auf nahezu der ganzen Welt präsent. Der größte und bekannteste Produktionsstandort ist in Burghausen zu finden. 2016 arbeiteten dort etwa 9.700 Mitarbeiter, die für rund die Hälfte der konzernweiten Produktionsleistung verantwortlich waren.

 

Der Fokus des Unternehmens liegt auf hochentwickelten chemischen Spezialprodukten. Das Produktportfolio umfasst mehr als 3.200 Produkte, die in über 100 Ländern vertrieben werden. 80% des Umsatzes macht Wacker Chemie mit Produkten, deren Grundstoff Silicium ist, die restlichen 20% werden größtenteils mit Ethylen-Produkten erzielt. Insgesamt gliedert sich der Konzern in fünf Geschäftsbereiche: Wacker Silicones, Wacker Polymers, Wacker Biosolutions, Wacker Polysilicon und Siltronic. In jedem dieser Bereiche gehört Wacker Chemie zu den Top-3-Anbietern weltweit. Siltronic - der weltweit drittgrößte Hersteller von Wafern für die Halbleiterindustrie - wurde 2015 aus Wacker Chemie ausgegliedert und ist seitdem ebenfalls börsennotiert. Mit einem Anteil von 30,8% ist Wacker Chemie der derzeit größte Einzelaktionär.

 

Solide Zahlen

Trotz fallender Preise für chemische Erzeugnisse sowie eines schwierigen internationalen Marktumfeldes konnte Wacker Chemie den Umsatz in 2016 gegenüber dem Vorjahr leicht steigern. Am Ende verbuchte der Konzern ein Plus von 2% auf 5,4 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um mehr als 18% auf 1,1 Milliarden Euro und lag damit über den eigenen Prognosen. Rückläufig war dagegen der Gewinn. So fiel der Jahresüberschuss um fast 30% auf 179,2 Millionen Euro. Dies entspricht einem Gewinn pro Aktie von 3,61 Euro. Verantwortlich hierfür waren deutlich höhere Abschreibungen auf Grund der Investitionen der vergangenen Jahre.

 

Das erste Halbjahr des laufenden Jahres verlief positiv. Trotz steigender Rohstoffpreise konnte in den sechs Monaten der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5% auf 2,4 Milliarden Euro und das EBITDA um 2,6% auf 482,7 Millionen Euro gesteigert werden. Die im Jahresvergleich insgesamt höheren Absatzmengen bei Siliconen und Polymerprodukten sind ein wesentlicher Grund für den Anstieg. Vorstandsvorsitzender Rudolf Staudigl zeigte sich auf Grund der Entwicklungen zufrieden und hob die Ergebnisprognose für den Konzern leicht an. Das EBITDA soll für das Gesamtjahr 2017 zwischen 900 und 935 Millionen Euro liegen. Ursprünglich hat das Unternehmen mit einem Rückgang des bereinigten EBITDA gerechnet.

 

Marktanteile ausbauen

In den nächsten Jahren will Wacker Chemie stärker wachsen als die weltweite Chemieproduktion und somit seine Marktanteile weiter ausbauen. Vor allem Wachstumsregionen wie Asien und Südamerika haben es den Münchnern angetan. Erst vor wenigen Wochen wurde eine neue Produktionsanlage für Dispersionspulver in Südkorea eröffnet.

 

Zudem sorgen der Batteriebereich sowie das Solargeschäft für Phantasie. Dank seiner Silicium-Sparte könnte Wacker Chemie von einer anziehenden Nachfrage nach Batterien profitieren. Eine große Rolle könnte hier in Zukunft die E-Mobilität spielen - neben den Batterien sieht Wacker Chemie hier noch zahlreiche andere Verwendungsmöglichkeiten von Silicon. Zudem ist Wacker Chemie als einer der größten Produzenten von polykristallinem Silicium ein wichtiger Teil der wachsenden Solarindustrie. Nichtsdestotrotz unterliegt auch Wacker Chemie den konjunkturellen Schwankungen in den einzelnen Geschäftsbereichen, welche sich negativ auf die Entwicklung des Unternehmens auswirken können.

 

Mehr Informationen über die Wacker Chemie AG finden Sie auf der Übersichtsseite der Aktie unter www.dzbank-derivate.de.

 

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