Einblick / 11.08.2017 | 11:39:17 Werbung

Traden lernen - mit System: die richtige Exit-Strategie

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Diese Woche gab es ein Novum bei unserem Trading-Event „Traden lernen - mit System“: Die erst vor rund drei Wochen gekaufte Aurubis-Aktie musste das Realgeld-Depot des Profi-Traders Simon Betschinger wieder verlassen. Obwohl die Aktie leicht im Plus lag, gab das Regelwerk einen Verkauf vor. Was der Grund hierfür war und wieso der Ausstieg aus einer Position mindestens so wichtig wie der Einstieg ist, erfahren Sie in folgendem Artikel.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Neben dem Einstieg ist bei unserem Trading-Event auch der Ausstieg aus einer Position klar definiert. Da die Aurubis-Aktie am letzten Umschichtungstag nicht mehr unter den Top-2 der trendstabilsten Aktien im MDAX zu finden war, musste sie weichen und die auf Position zwei platzierte Kion-Aktie nahm ihren Platz im Realgeld-Depot ein. Das Regelwerk entscheidet hierbei unabhängig davon, ob die Position im Plus oder Minus liegt. Da der Trendstabilitätsindikator der Quotient aus der Steigung des GD 260 und der Volatilität der Tagesrenditen ist, spielt die Kursentwicklung des Titels allerdings eine indirekte Rolle. Fällt eine Aktie oder bewegt sie sich seitwärts, flacht sich automatisch die Steigung des GD 260 ab, zudem steigt in der Regel bei fallenden Kursen die Volatilität. Dies war auch bei Aurubis der Fall - die Aktie bewegte sich in den letzten Wochen mehr oder weniger seitwärts. Auslöser für diese Entwicklung könnte das bereits von Simon Betschinger im Blog erwähnte Spannungsverhältnis des Kurses zu den Analystenmeinungen gewesen sein. So rieten in jüngster Zeit mehrere Fundamentalanalysten zum Verkauf der Aktie. Letztendlich ist es aber mühselig, darüber zu spekulieren, warum die Aktie aus dem Depot geflogen ist, denn das Regelwerk gibt die Entscheidungen vor und lässt keinen Platz für Spielraum.

 

Auf den Ausstieg kommt es an

Das Gros der Anleger und Trader investiert sehr viel Zeit und Arbeit in den vermeintlich richtigen Einstieg - sei es in die Auswahl der Einzeltitel oder den besten Kaufzeitpunkt. Häufig wird dabei allerdings der Ausstieg vernachlässigt, dabei entscheidet gerade dieser, ob ein Trade oder eine Anlage erfolgreich abgeschlossen wird. Daher ist es wichtig, bereits vor Eröffnung einer Position zu wissen, nach welchen Kriterien der Verkauf erfolgt. Im Fall unseres Trading-Events ist dies im Regelwerk eindeutig definiert: Am Umschichtungstag werden maximal 3 Positionen verkauft, und zwar jeweils die Titel, die sich in einem Index auf den jeweils hinteren Ranglistenplätzen befinden, sofern dieser Ranglistenplatz nicht 1 oder 2 ist.

 

Privatanleger sollten für ihr Depot ebenfalls klare Ausstiegsregeln festlegen. Denn wer kennt nicht die Situation, dass man an einer Verlustposition zu lange festhält und aus einer ursprünglich kurzfristig geplanten Spekulation ein ungewolltes Langfrist-Investment wird.

 

Mit Stops Verluste vermeiden

Wer kein Regelwerk, welches auf technischen oder auch fundamentalen Faktoren basiert, aufbauen möchte, kann seine Positionen auch ganz einfach mit Stoppkursen, kurz Stops genannt, absichern. Stops sorgen dafür, dass ein Wertpapier bei Erreichen einer bestimmten Kursmarke veräußert wird und die Verluste somit begrenzt werden. Mehr zu dem Thema Stoppkurse erfahren Sie im 5. Teil des 1x1 der Geldanlage: „Kontrollieren Sie Ihr Risiko“.

 

Häufig werden Gewinne zu schnell realisiert, während Verluste meist zu lange gehalten werden. Auch dies wird im Rahmen unseres Trading-Events mit Hilfe des Regelwerkes vermieden. Solange die Aktie zu den zwei trendstabilsten Aktien des entsprechenden Index gehört, wird sie nicht verkauft. Hiermit soll gewährleistet werden, dass der Trend möglichst lange mitgenommen wird.

 

Eine einfache Möglichkeit für Privatanleger, auf der „Welle“ möglichst lange zu surfen, ist der Einsatz von Trailing Stops. Hierbei wird im Falle einer steigenden Aktie der Stop automatisch in einem vorher festgelegten Abstand nachgezogen. Fällt der Aktienkurs, bleibt der Trailing Stop unverändert. Sollte die Kursnotierung nicht wieder steigen und das Kursniveau des Trailing Stops erreicht werden, wird dieser ausgelöst und der zwischenzeitlich aufgelaufene Gewinn realisiert.

 

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