Einblick / 25.09.2020 | 11:21:10 Werbung

Teslas Battery Day verspricht Großes

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Diese Woche fand der sehnsüchtig erwartete Tesla Battery Day statt. Fertige Produkte wurden nicht vorgestellt, dafür waren die Ankündigungen von Tesla-CEO Elon Musk teils revolutionär.   

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Der Schnäppchen-Tesla

Lange mussten Tesla-Fans, Anleger und alle anderen Interessierten auf den Battery Day warten. Bereits letzten Sommer kündigte Elon Musk das Event erstmals an. Seitdem wurde es mehrfach verschoben, bis es diesen Dienstag im Rahmen der Hauptversammlung endlich so weit war. Aufgrund der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus fand die Veranstaltung auf einer Freiluftbühne vor dem US-Werk im Stile eines Autokinos statt. Zahlreiche Aktionäre kamen in ihren Teslas und verfolgten das Geschehen vor Ort.

Nach über einem Jahr Wartezeit waren die Erwartungen entsprechend hoch, und im Netz machten sich Gerüchte breit, was Musk an diesem Tag präsentieren würde. Unter anderem wurde spekuliert, dass Tesla ein neues günstiges Einsteigermodell vorstellt oder einen Super-Akku entwickelt hat. Während sich die Hoffnung auf einen neuen Akku nicht erfüllte, kündigte Musk tatsächlich an, ein Elektroauto für rund 25.000 US-Dollar zu bauen. Allerdings dauert dies noch ein wenig, da für die Produktion die Kosten in der Batterieherstellung noch deutlich sinken müssen. Musk geht davon aus, das angestrebte Ziel in ungefähr drei Jahren zu erreichen. Mit diesem Preis würde Tesla auch deutlich unter dem neuen vollelektronischen Volkswagen ID.3 liegen, welcher derzeit ab rund 35.000 Euro angeboten wird.

 

Fortschritte in der Batterietechnologie

Obwohl sich viele Anleger aufgrund der fehlenden Produkte enttäuscht von dem Battery Day zeigten, waren die Ankündigungen teils durchaus als Kampfansage an die Konkurrenz zu verstehen. So wurde beispielsweise eine neue Batteriezelle präsentiert, mit der 16% mehr Reichweite möglich sein soll, während gleichzeitig die Kosten um 14% sinken. Zusätzlich will Tesla einige Änderungen bei der Zellchemie umsetzen und seltene Metalle und Minerale wie z.B. Kobalt und Graphit durch Nickel und Silizium ersetzen.

Eine weitere Idee, die den Bau von Elektroautos revolutionieren könnte, ist, die Batterie als tragendes Teil der Karosserie zu verwenden. Ähnlich wie bei einem Flugzeug, bei dem der Flügel zugleich der Kerosintank ist. Mit solch einer Konstruktion könnten Elektroautos deutlich leichter werden. Alle Maßnahmen, die Musk an diesem Abend präsentierte, sollen zusammen 54% mehr Reichweite bei 56% weniger Kosten pro Kilowattstunde bringen. Sollte es Tesla gelingen, diese ambitionierten Ziele umzusetzen, würden E-Autos zu einer massiven Konkurrenz für Verbrenner werden und hätten das Zeug zum Massenprodukt. Typisch Musk, denkt der 49-jährige Visionär auch hier schon in anderen Dimensionen. So strebt er mittel- bis langfristig eine Produktion von bis zu 20 Millionen Elektroautos pro Jahr an. Zum Vergleich: Der größte Autobauer der Welt - Volkswagen - hat im vergangenen Jahr rund 11 Millionen Pkw, Transporter und Lkw verkauft.

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