Einblick / 24.07.2020 | 09:18:39 Werbung

Tesla vor dem Sprung in den S&P 500

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Es gibt wohl kaum eine Aktie, die mehr polarisiert als Tesla - die einen halten sie für total überbewertet und die anderen kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Fakt ist: Die jüngsten Zahlen haben die Märkte positiv überrascht. 

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Der vierte Quartalsgewinn in Folge

Tesla-Chef Elon Musk versteht es, mit der Phantasie der Anleger zu spielen. Wenige Tage vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen kündigte er auf Twitter an, neben den nackten Zahlen noch über andere Dinge zu berichten. Diese Nachricht weckte sowohl bei Kritikern als auch bei Anhängern des Elektroautoherstellers die Neugierde. Letztendlich blieb aber die von so manchem Anleger erhoffte große Überraschung aus. Dafür sind die Zahlen für das 2. Quartal besser als erwartet.

Trotz Corona-Pandemie konnte Tesla einen weiteren Quartalsgewinn erzielen - den vierten in Folge. Insgesamt fuhr das Unternehmen einen Gewinn in Höhe von 104 Mio. US-Dollar ein. Im Vorjahreszeitraum hatte der Autobauer noch einen hohen Verlust von 408 Mio. US-Dollar zu verbuchen. Corona-bedingt fiel der Umsatz leicht von 6,35 Mrd. US-Dollar auf 6,04 Mrd. US-Dollar. Unbeeindruckt von dem derzeit schwierigen Marktumfeld hält Tesla an seinem ambitionierten Ziel fest, in diesem Jahr mehr als 500.000 Autos absetzen zu wollen. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr allerdings erst rund 180.000 Fahrzeuge ausgeliefert.

 

Aufnahme in den S&P 500?

Tesla könnte kurz vor der Aufnahme in den S&P 500 stehen. Eine der entscheidenden Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft in dem US-Leitindex sind vier profitable Quartale in Folge. Dank dem jüngsten Quartalsgewinn erfüllt der E-Autopionier nun diese Bedingung. Von der Größe her würde Tesla schon lange in den Index gehören. Mit einer Marktkapitalisierung von fast 300 Mrd. US-Dollar wäre der Konzern einer der wertvollsten Einzelwerte. Letztendlich muss allerdings noch ein Komitee über die Aufnahme entscheiden. Wann dies sein könnte, ist noch unbekannt. Sollte Tesla tatsächlich in die höchste US-Börsenliga aufsteigen, müssten Fonds, die den Index nachbilden, Aktien des Unternehmens kaufen.

Eine wichtige Nachricht verkündete Musk im Rahmen der Bilanzvorlage dann doch noch: In Texas nahe der Stadt Austin wird Teslas zweites US-Autowerk neben dem Stammwerk in Kalifornien entstehen. Neben dem Model 3 und dem Model Y sollen dort der Elektro-Pick-up Cybertruck und der Sattelschlepper Semi gefertigt werden. Planmäßig verläuft zudem der Bau des deutschen Werks in Grünheide bei Berlin. Bereits im Sommer 2021 soll hier das erste in Europa gebaute Model Y vom Band laufen.

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