Einblick / 19.06.2020 | 09:26:53 Werbung

Tesla unter Strom

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Der Aktienkurs von Tesla kennt scheinbar nur eine Richtung: nach oben. Aktuell ist der E-Autohersteller an der Börse mehr wert als VW, Daimler und BMW zusammen. Warum sind die Investoren so bullisch?

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Vorsprung durch Innovationen

Tesla hat im ersten Quartal des laufenden Jahres 88.496 Einheiten der Modelle S, X und 3 verkauft. Zum Vergleich: Deutschlands größter Automobilhersteller Volkswagen hat von Januar bis Ende März rund 2 Mio. Fahrzeuge abgesetzt. Während allerdings bei VW der Absatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23% zurückging, verbuchte Tesla einen Anstieg von 40%. Mit einem Plus von 32% auf insgesamt fast 6 Mrd. US-Dollar ist auch der Umsatz von Tesla deutlich gestiegen. Zudem konnten die Kalifornier, für viele überraschend, im ersten Quartal einen Gewinn von 16 Mio. US-Dollar erzielen. Ein Jahr vorher schlug noch ein Minus von knapp über 700 Mio. US-Dollar zu Buche. Tesla gelangen somit zum ersten Mal seit Unternehmensgründung drei profitable Quartale in Folge.

Trotz des enormen Wachstums ist Tesla bezüglich den Stückzahlen noch weit von den traditionellen Autokonzernen entfernt. Einen deutlichen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz hat der E-Auto-Pionier dagegen im Bereich Software. Kein anderer Automobilhersteller sammelt vermutlich so viele Daten wie Tesla und entwickelt auf Basis der dadurch gewonnenen Erkenntnisse wichtige Technologien, wie z.B. die Fahrassistenzsysteme, weiter. Zusätzlich weckt Teslas Batterietechnologie die Phantasie vieler Investoren. Tesla-Gründer Elon Musk hatte in letzter Zeit öfter betont, welch beeindruckende Fortschritte das Unternehmen in diesem Bereich gemacht hat. Mit Spannung wird daher der bereits mehrfach verschobene Tesla Battery Day erwartet, an dem die neusten Entwicklungen der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen.

 

Tesla wächst weiter

Einer der interessantesten Automärkte der Welt ist China - ein Markt, in dem auch Tesla immer mehr Fuß fasst. Ende letzten Jahres wurde in der Volksrepublik ein Werk in Betrieb genommen, welches über eine Kapazität zur Herstellung von 200.000 Model-3-Fahrzeugen pro Jahr verfügt. Angesichts der Tatsache, dass Tesla im vergangenen Jahr weltweit etwa 368.000 Fahrzeuge ausgeliefert hat, wird dieses Werk den Absatz des Autoherstellers wahrscheinlich deutlich ankurbeln. Darüber hinaus soll in selbigen Werk auch in Kürze das neue Model Y, ein sogenannter Crossover SUV, für den chinesischen Markt produziert werden. In den USA ist das Modell seit dem ersten Quartal 2020 auf dem Markt. Da die Nachfrage nach SUVs in den letzten Jahren stetig angewachsen ist, könnte auch Tesla von diesem Trend profitieren. Allerdings sind in jüngster Zeit vermehrt Berichte erschienen, demnach sich Model-Y-Käufer aufgrund von Qualitätsmängeln weigerten, ihr Fahrzeug abzunehmen.

Anhand der verkauften Fahrzeuge und Geschäftszahlen lässt sich Tesla nur schwer mit anderen Automobilherstellern vergleichen. Während die Aktien von VW, Daimler, BMW & Co. eher der Kategorie Value zuzuordnen sind, handelt es sich bei Tesla um einen reinen Wachstumswert. Das heißt, die heutige Bewertung der Aktie beruht überwiegend auf einem weiterhin sehr starken Wachstum und weit in die Zukunft reichenden Ergebnissen. Eine geringfügige Änderung der heutigen Geschäftsentwicklung kann daher zu massiven Veränderungen des langfristigen Potenzials des Unternehmens und zu enormen Schwankungen des Aktienkurses führen.

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