Einblick / 31.05.2019 | 11:37:19 Werbung

Tesla: Überholspur oder Standstreifen?

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Umsatzrückgang und Verlust im 1. Quartal 2019
  • Bargeldreserve trotz Kapitalerhöhung kritisch
  • Übernahmespekulationen und China-Phantasie
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

E-Mobilität ist ohne Frage einer der großen Megatrends der heutigen Zeit. Vor allem unter Berücksichtigung der aktuellen Diskussionen bezüglich Klimawandel, Dieselfahrverbot und CO2-Steuer dürfte die Bedeutung elektrisch angetriebener Fahrzeuge in Zukunft massiv zunehmen. Einer der Pioniere in diesem Bereich ist der Elektroautohersteller und Akkuproduzent Tesla. Leider sorgte das in Kalifornien ansässige Unternehmen in den vergangenen Wochen vermehrt mit negativen Schlagzeilen für Aufsehen ­- eine Entwicklung, die sich auch im Aktienkurs bemerkbar macht.

 

Weniger Autos, höherer Verlust

Ende April hat Tesla die Zahlen für das erste Quartal 2019 veröffentlicht, und die waren alles andere als erfreulich. Nach zwei positiven Quartalen musste das Unternehmen wieder einen Verlust ausweisen. Mit 702 Mio. US-Dollar fiel das Minus sogar größer aus als von vielen Analysten erwartet. Zwar stieg im Jahresvergleich der Umsatz von 3,41 auf 4,54 Mrd. US-Dollar, doch gegenüber dem Vorquartal erlitt Tesla einen Rückgang von 37%. Mit rund 63.000 Stück blieb die Anzahl der verkauften Autos ebenfalls deutlich unter den Erwartungen. Vor allem die Verkäufe der margenstarken Modelle S und X sind rückläufig. Insgesamt rechnet das Unternehmen allerdings wieder mit einer anziehenden Nachfrage und bekräftigte, in diesem Jahr 360.000 bis 400.000 Fahrzeuge absetzen zu wollen.  

Besorgniserregend ist die finanzielle Situation des Elektroautobauers. Infolge der gesunkenen Umsätze sowie einer Anleiherückzahlung in Höhe von 920 Mio. US-Dollar sind die Barreserven im ersten Quartal um 1,5 Mrd. US-Dollar auf 2,2 Mrd. US-Dollar gesunken. Da sich Tesla dieser Problematik bewusst ist, hat das Unternehmen Anfang Mai sein Kapital um 2,7 Mrd. US-Dollar aufgestockt. Sollte sich in den nächsten Monaten allerdings nichts grundlegend ändern, dürfte aufgrund der hohen Geldverbrennungsrate des Konzerns auch dieses Geld spätestens 2021 aufgebraucht sein. Zudem wird es immer schwieriger, neue Investoren zu finden, die bereit sind, Elon Musk - dem Gründer und Vorstand von Tesla - ihr Geld anzuvertrauen.

 

Gelingt der Turnaround?

Kritische Stimmen zu Tesla sind nicht neu. Schon seit Jahren wird das baldige Ende des Fahrzeugherstellers prognostiziert, und bis dato gelang es Musk immer wieder, die Schwarzmaler eines Besseren zu belehren. Trotz aller Kritik ist Tesla nach wie vor der Platzhirsch unter den Elektroautoherstellern. Obwohl die Konkurrenz immer größer wird, sind die Kalifornier in vielen Bereichen technologisch führend. Vor allem in Sachen Reichweite können die anderen Hersteller Tesla meist nicht das Wasser reichen. Zudem hat Tesla mit Panasonic langfristige Lieferverträge für Akkus und produziert mit seiner Gigafactory selbst eine große Anzahl der für die Elektromobilität so wichtigen Energiespeicher - ein klarer Vorteil gegenüber anderen Herstellern. Zudem darf nicht vergessen werden, dass Tesla die derzeit wertvollste Marke in diesem Bereich ist. All dies könnte den strauchelnden E-Autobauer zu einem interessanten Übernahmeziel machen. So ist es nicht verwunderlich, dass in diesem Zusammenhang in jüngster Zeit immer wieder Apple ins Spiel gebracht wird.

Aktuell breitet Tesla seine Fühler in Richtung China aus, dem in Zukunft vermutlich größten Markt für Elektromobilität. Bis 2020 soll das Werk in Schanghai so weit fertig sein, dass dort das Model 3 und das Model Y vom Band rollen können. Des Weiteren soll bereits dieses Jahr die chinesische Gigafactory einsatzbereit sein und Akkus für rund 1.000 Model 3 pro Woche liefern. Sollte es Tesla gelingen, seine Pläne für China umzusetzen, könnte dies ein wichtiger Schritt in Richtung Turnaround sein, denn die Nachfrage nach den Autos der US-Kultmarke dürfte groß sein.

Sowohl Kritiker als auch Anhänger von Tesla finden bei der DZ BANK eine Vielzahl von interessanten Anlageprodukten und Hebelprodukten auf Tesla im Angebot. Zudem werden kontinuierlich neue Produkte auf den Basiswert emittiert. Anleger können so das Produkt wählen, das am besten zu ihrer Meinung und ihrer Risikobereitschaft passt.

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