Einblick / 23.10.2020 | 10:50:02 Werbung

Tesla mit Rekordergebnis

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Tesla verkündete diese Woche das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Der E-Auto-Pionier ist das fünfte Quartal in Folge profitabel.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Umsatz und Gewinn übertreffen Erwartungen

Tesla ist immer für eine Überraschung gut - so auch diesen Mittwoch. Mit einem Umsatzwachstum von fast 40% auf 8,8 Mrd. US-Dollar und einem Nettogewinnanstieg von 131% auf 331 Mio. US-Dollar übertraf der E-Autobauer die Erwartungen der Analysten deutlich. Gleichzeitig hat sich der Cashflow gegenüber dem Vorjahr mit 1,4 Mrd. US-Dollar mehr als verdreifacht. Das einstmals kapitalschwache Unternehmen schloss das 3. Quartal mit einem Barbestand von 14,5 Mrd. US-Dollar ab, was einem Anstieg von 69% in nur drei Monaten entspricht. Tesla sieht sich somit mit ausreichend Liquidität bestückt, um zukünftige Produkte, langfristige Kapazitätserweiterungspläne und andere Ausgaben zu finanzieren.

Trotz Corona-Krise und dem zeitweise geschlossenen Werk in Fremont (Kalifornien) hält Tesla an seinem Ziel fest, in diesem Jahr weltweit 500.000 Autos an Kunden auszuliefern. In den ersten drei Quartalen wurden rund 319.000 Fahrzeuge verkauft. Im dritten Quartal wurden von der Premium-Limousine Model S und dem großen SUV Model X 15.275 Fahrzeuge ausgeliefert, und von dem günstigeren Model 3 und dem kleineren SUV Model Y insgesamt 124.318 Einheiten. Die Wall Street erwartet aktuell, dass Tesla im vierten Quartal in etwa 165.000 Fahrzeuge ausliefern wird und das selbstgesteckte Ziel somit knapp verfehlt.

Neben der Erhöhung der Kapazitäten mit teils neuen Werken, wie z.B. der Gigafactory in Brandenburg, plant Tesla auch architektonische Änderungen an den Produkten und Fabriken, um die Herstellungskosten und die Effizienz zu verbessern. Unter anderem sollen vermehrt Teile werksintern gefertigt werden. Auf dem kürzlich stattgefundenen Tesla Battery Day wurde beispielsweise bekanntgegeben, einen Teil der Batteriezellen zukünftig intern herzustellen, um eine schnellere Expansion umsetzen zu können.

 

Wachstumsmarkt Solarenergie

Neben dem E-Auto-Geschäft verfügt Tesla auch noch über eine Solar-Sparte. Diese setzt sich zusammen aus Solar-Dachziegeln, welche Sonnenlicht in Strom umwandeln, und dem sogenannten Powerwall-Stromspeicher, der den Solarstrom speichert und somit eine effiziente Nutzung der Energie ermöglicht. Ähnlich wie das Kerngeschäft, hat sich auch dieser Bereich im dritten Quartal positiv entwickelt. So hat sich z.B. die Gesamtzahl der Solaranlagen mit 57 MW im Vergleich zum Vorquartal mehr als verdoppelt. Ein Rekordergebnis gab es beim Stromspeicher zu vermelden: Hier wurden 759 MWh verbaut, was im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Anstieg um fast 60% ist.

Tesla sieht auch in Zukunft weiteres Potenzial für das Energiegeschäft. Laut eigener Aussage herrscht ein wachsendes Interesse an der Powerwall, da insbesondere in Kalifornien die Bedenken hinsichtlich der Netzstabilität zunehmen. Des Weiteren arbeitet das Unternehmen daran, die Installationszeit für Solaranlagen deutlich zu reduzieren, um mehr Wachstum zu generieren. Tesla ist davon überzeugt, dass das Energiegeschäft letztlich so groß sein wird wie das Fahrzeuggeschäft.

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