Einblick / 25.10.2019 | 10:43:02 Werbung

Tesla kann es doch

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Diese Woche hatte Elon Musk allen Grund zur Freude. Wieder einmal hatte er es den Kritikern und Zweiflern gezeigt: Für viele Börsianer überraschend veröffentlichte Tesla am Mittwoch schwarze Zahlen für das dritte Quartal.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Umsatz rückläufig, aber Hauptsache schwarze Zahlen

Die Erwartungen an die am Mittwoch nach Börsenschluss veröffentlichten Zahlen von Tesla waren sehr gering. Nachdem der E-Autobauer wenige Tage vorher bekanntgab, dass im dritten Quartal rund 97.000 Fahrzeuge ausgeliefert wurden - was zwar ein neuer Rekord ist, aber unter dem selbstgesteckten Ziel von 100.000 Autos liegt -, rechneten viele Analysten erneut mit einem Verlust. Zudem wurde erwartet, dass die zuletzt hohen Expansionskosten das Ergebnis stark belasteten. Im ersten Halbjahr schrieb Tesla tiefrote Zahlen und erlitt einen Verlust von über 1,1 Mrd. US-Dollar.

Am Mittwochabend verkündete Tesla dann einen Gewinn von 143 Mio. US-Dollar. Obwohl das Ergebnis 54% niedriger ausfiel als im Vorjahreszeitraum, zeigten sich viele Marktteilnehmer positiv überrascht. Ebenfalls rückläufig war der Umsatz. Im Vergleich zum dritten Quartal 2018 sank dieser um 8% auf 6,3 Mrd. US-Dollar. Das Ergebnis pro Aktie verlor ebenfalls um über 50% auf 0,80 US-Dollar. Trotz der hinter den Erwartungen gebliebenen Auslieferungen gab sich Tesla-Chef Elon Musk optimistisch, die in seinem zuletzt veröffentlichten Aktionärsbrief für das Gesamtjahr prognostizierten Fahrzeugauslieferungen von 360.000 bis 400.000 zu erreichen.  

 

Nachfrage nach Modell 3 drückt die Margen

Schneller als erwartet soll die Produktion des Modell 3 in China starten. Bereits heute werden in der Gigafactory Shanghai probeweise komplette Fahrzeuge von der Karosserie über die Lackierung bis zum Zusammenbau produziert. Bevor die endgültige Produktion beginnt, müssen allerdings laut Tesla noch gewisse staatliche Anforderungen erfüllt werden. Letztendlich sollen 1.000 Fahrzeuge pro Woche das Werk verlassen. Da China der mit Abstand größte Markt für mittelgroße Premium-Limousinen ist, rechnet Tesla mit einer hohen Nachfrage nach dem Modell 3.

Nicht nur in China, auch im Rest der Welt ist die Nachfrage nach dem günstigsten Auto von Tesla - dem Modell 3 - hoch. Allein im dritten Quartal waren von den 97.000 ausgelieferten Fahrzeugen fast 80.000 Modell 3. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 42%. Obwohl dieser Anstieg für Tesla erfreulich ist, dürfte das Modell 3 im Vergleich zu den hochpreisigen Modellen S und X eine deutlich geringere Marge ausweisen.

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