Einblick / 21.11.2019 | 21:52:30 Werbung

Sixt: Vom Autovermieter zum Mobilitätsdienstleister

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Europas größter Autovermieter Sixt möchte mit neuen Angeboten und Dienstleistungen zu einem führenden weltweit tätigen Mobilitätsdienstleister werden. Aktuell scheinen sich die Investitionen in die neue Digitalisierungsstrategie bereits auszuzahlen.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Umsatzplus dank starkem US-Geschäft

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres verzeichnete Sixt ein zweistelliges Umsatzwachstum. Der Gesamtumsatz, inkl. der Fahrzeugverkäufe im Bereich Leasing, kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,0% auf 2,53 Mrd. Leicht rückläufig war dagegen das Ergebnis vor Steuern. Im Vergleich zum Vorjahr schrumpfte das EBT in den ersten drei Quartalen um 1,5% auf 281,4 Mio. Euro. Trotz dieses kleinen Wermutstropfens äußerte sich der Vorstandsvorsitzende Erich Sixt sehr positiv. Laut dem 75-Jährigen wächst Sixt um ein Vielfaches stärker als die Konkurrenz. Damit das Wachstum auch in Zukunft hoch bleibt, kündigte er ein Vorantreiben der Digitalisierungsoffensive sowie hohe Investitionen für Expansionen ins Ausland an.

Das Auslandsgeschäft trägt einen wichtigen Teil zum Umsatzanstieg bei, vor allem in den USA laufen die Geschäfte positiv. Mit einem Volumen von rund 31 Mrd. Euro sind die USA der größte Autovermietermarkt der Welt, und von diesem Kuchen will sich Sixt in Zukunft ein großes Stück abschneiden. Bereits heute verfügt das Unternehmen über zahlreiche Standorte in allen wichtigen Städten, und es werden immer noch mehr. Allein in den ersten drei Quartalen wurden sieben neue US-Stationen eröffnet, und bis Ende des Jahres sollen noch drei weitere folgen. Die dynamische Entwicklung macht sich auch bei den Zahlen bemerkbar. Von Januar bis September ist der Umsatz in den USA um über 30% gewachsen. 

 

Mobilitätsdienstleistungen aus einer Hand

Für weiteres Wachstum soll die Digitalisierungsstrategie sorgen. Neben der Digitalisierung sämtlicher Vertriebskanäle und operativer Geschäftsprozesse wird vor allem der Ende Februar 2019 gestarteten Mobilitätsplattform Sixt ONE samt App von Konzernseite viel Potenzial zugetraut. Mit der neuen App sollen Kunden weltweit Zugriff auf verschiedene Mobilitätsdienstleistungen haben. Zusammen mit der digitalen Autovermietung bietet Sixt auch Carsharing und Fahr- bzw. Taxidienste auf einer Plattform an. Sixt ONE entwickelt sich laut Unternehmen prächtig: Seit dem Start wurde die App mehr als eine Million Mal heruntergeladen.

Ein weiterer Zukunftstrend, dem Sixt allerdings kritisch gegenübersteht, ist die Elektromobilität. Nichtsdestotrotz muss der Autovermieter auch dieser Technologie zunehmend Beachtung schenken. Zwar spielen E-Autos aufgrund der im Vergleich zu Verbrennern geringeren Reichweite im klassischen Vermietgeschäft keine große Rolle, doch im Bereich Carsharing steigt die Nachfrage nach den emissionslosen Fahrzeugen an - aktuell würden 30 bis 35% der Kunden gerne elektrisch fahren. In naher Zukunft will Sixt sein E-Angebot daher weiter ausbauen und ging deshalb jüngst eine Kooperation mit Audi ein.

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