Einblick / 03.05.2019 | 09:27:58 Werbung

SAP: Auf zu neuen Hochs?

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Starkes Wachstum im Cloud-Geschäft
  • Restrukturierungsprogramm belastet Ergebnis
  • Aktivistischer Investor beteiligt sich mit 1,2 Mrd. Euro
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Seit Anpassung des Regelwerks ist bei unserem Trading-Event „Besser traden mit System“ die Trendstabilitäts-Gesamtrangliste ausschlaggebend für die Depotzusammensetzung. Nichtsdestotrotz kann auch ein Blick auf die Ranglisten der Indizes interessant sein und möglicherweise wichtige Hilfestellungen bei den eigenen Kauf- und Verkaufsentscheidungen geben. Ganz oben auf der DAX-Trendstabilitätsliste befindet sich derzeit beispielsweise SAP. Die Aktie des deutschen Softwareherstellers hat dieses Jahr eine beachtenswerte Kursentwicklung hinter sich und konnte im Rahmen der Veröffentlichung der Quartalszahlen sogar ein neues Allzeithoch erklimmen.

 

Trotz Wachstum Verlust

Letzte Woche gab SAP die Zahlen für das erste Quartal 2019 bekannt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnten die Walldorfer beim Umsatz ein Plus von 16% auf 6,1 Mrd. Euro verkünden. Das größte Wachstum erzielt SAP derzeit im Cloud-Geschäft. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres stiegen die New Cloud Bookings um 32% und die Clouderlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr sogar um 45% auf 1,56 Mrd. Euro. Insgesamt legten die Cloud- und Softwareerlöse um 16% auf über 5 Mrd. Euro zu.

Trotz des starken Wachstums kam unter dem Strich ein negatives Ergebnis heraus. SAP musste im ersten Quartal einen operativen Verlust von -136 Mio. Euro verkraften, nach einem Gewinn von 708 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis pro Aktie belief sich auf -0,10 Euro. Der Gewinnrückgang ist überwiegend dem derzeit laufenden Restrukturierungsprogramm geschuldet. Im Januar hat der Softwarekonzern verkündet, insgesamt 4.400 Mitarbeiter umzuschulen, auf andere Positionen zu versetzen oder auch mit Abfindungen in den Vorruhestand zu schicken. Laut Finanzvorstand Luka Mucic dürften hierfür in den nächsten Monaten keine größeren Kosten mehr anfallen. Zudem rechnet er für das Gesamtjahr mit einem Gewinn.

 

Investor könnte für neuen Schwung sorgen

Rechnet man die Umstrukturierungskosten aus dem Ergebnis heraus, verlief das erste Quartal sehr zufriedenstellend. Dies bewog den SAP-Chef Bill McDermott dazu, die Ergebnisprognosen anzuheben. So erwartet er, dass für 2019 das Betriebsergebnis in einer Spanne zwischen 7,85 Mrd. Euro und 8,05 Mrd. Euro (zuvor 7,7 Mrd. Euro bis 8,0 Mrd. Euro) liegen wird - 2018 betrug der Gewinn 7,16 Mrd. Euro. Ebenfalls angehoben wurden die Zielsetzungen für die Jahre 2020 und 2023. Sollten diese Vorgaben erfüllt bzw. sogar übertroffen werden, könnte sich dies auch für die Aktionäre lohnen - erst vor wenigen Wochen gab McDermott bekannt, den Börsenwert des Konzerns in den nächsten Jahren verdoppeln zu wollen.

Ob diese Aussage letztendlich den Hedgefonds Elliott Management Corporation zum Einstieg bewog, ist unbekannt. Der von Paul Elliott Singer gegründete Fonds erwarb kürzlich einen Anteil an SAP in Höhe von 1,2 Mrd. Euro. Dies entspricht gemessen am aktuellen Börsenwert knapp einem Prozent des Unternehmens. Elliott gilt als sehr aktivistischer Investor und hat in der Vergangenheit bei so manchem Konzern Unruhe gestiftet. So führte Elliotts Engagement bei ThyssenKrupp beispielsweise dazu, dass sowohl der Vorstandsvorsitzende als auch der Aufsichtsratschef zurücktraten. Welche Pläne Singer und sein Team bei SAP verfolgen, ist ungewiss; zuletzt haben sie allerdings bekanntgegeben, die jüngst beschlossenen Maßnahmen vollumfänglich zu unterstützen.

Egal ob Sie der SAP-Führung und den Managern von Elliott zutrauen, weiteres Potenzial zu heben, oder aufgrund der jüngsten Kursanstiege eher negativ für Deutschlands wertvollsten DAX-Konzern eingestellt sind, bei der DZ BANK finden Sie eine Vielzahl von interessanten Anlageprodukten und Hebelprodukten auf die SAP SE im Angebot. Zudem werden kontinuierlich neue Produkte auf den Basiswert emittiert. Anleger können so das Produkt wählen, das am besten zu ihrer Meinung und ihrer Risikobereitschaft passt.

 

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