Einblick / 21.12.2018 | 11:42:02 Werbung

Profitiert RWE vom Window-Dressing-Effekt?

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Verlierer- gegen Gewinner-Aktien tauschen
  • Anzahl der Verlierer-Aktien überwiegt 2018 im DAX
  • RWE zweitbester DAX-Titel
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Spätestens gegen Ende des Jahres wirft nahezu jeder Anleger einen Blick auf sein Depot. Wenig erfreulich ist hierbei der Anblick von roten Vorzeichen bzw. von Verlusten. Denn in der Regel heißt dies nichts anderes, als dass man nicht die beste Anlageentscheidung getroffen hat. Während Privatanleger der Wahrheit ins Gesicht schauen müssen, können Fondsmanager mit wenigen Handgriffen ihr Depot aufhübschen - das sogenannte Window Dressing.

 

Verlierer raus, Gewinner rein

Gängige Investmentfonds - seien es Aktien oder auch Renten - müssen normalerweise halbjährlich offenlegen, in welche Wertpapiere sie investiert sind. Damit die Anleger möglichst wenig von den Fehlkäufen mitbekommen, verkaufen manche Fondsmanager kurz vor dem Stichtag die Positionen, die sich bis dato schlecht entwickelt haben. Im Gegenzug werden gerne Wertpapiere gekauft, welche eine besonders gute Performance erzielt haben. Für Anleger scheint es dann so, dass der Fondsmanager rechtzeitig die Gewinner-Werte entdeckt hat. Auswirkungen auf die Wertentwicklung des Fonds hat das Window Dressing in der Regel kaum, denn Verluste lassen sich trotz Verkauf nicht verheimlichen. Die Kurse der einzelnen Titel können durch die Portfolio-Kosmetik dagegen schon beeinflusst werden. So ist manchmal am Ende des Jahres zu beobachten, dass Aktien, die sich sehr gut entwickelt haben, in den letzten Wochen vor dem Jahreswechsel noch ein paar Prozentpunkte oben drauflegen können, während sich bei Verlierer-Aktien die Abwärtsbewegung verstärkt. Verantwortlich für dieses Phänomen können die Verkäufe und Käufe im Rahmen des Window Dressings sein - Börsianer sprechen auch vom sogenannten Window-Dressing-Effekt.

 

Window Dressing könnte auch im DAX noch so manchen Einzeltitel nach oben oder unten bewegen. Betrachtet man die Wertentwicklungen der einzelnen DAX-Titel für dieses Jahr, fällt auf, dass 2018 voraussichtlich mehr Aktien mit einem Minus statt mit einem Plus beenden werden. Im Dezember (Stand 18.12.2018) konnten gerade einmal noch neun Unternehmen eine positive Performance aufweisen. Für viele Fondsmanager, die im DAX investiert sind und ihr Depot noch hübsch machen wollen, dürfte somit Handlungsbedarf bestehen.

 

RWE zeigt Stärke

Nach der seit September neu im DAX gelisteten Wirecard AG hat die RWE AG in diesem Jahr bis heute die zweitbeste Performance aller DAX-Titel erzielt. Auf den ersten Blick mag dies verwundern, gelten Energiewerte doch nicht gerade als besonders spannend, und zusätzlich hatte RWE auch noch so manche schlechte Nachricht zu verdauen - Stichworte Hambacher Forst und Kohleausstieg. Doch ist erst einmal die Mehrheit der Marktteilnehmer der Meinung, dass alle negativen Nachrichten im Aktienkurs eines Unternehmens eingepreist sind, kommt es nicht selten zu einer Bodenbildung mit anschließender Aufwärtsbewegung. So ist dies möglicherweise auch im Fall RWE geschehen.

 

Von der Ergebnisseite lässt sich der Kursanstieg auch nicht wirklich erklären: In den ersten neun Monaten 2018 erwirtschaftete RWE ein EBITDA von 1,3 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies ein Rückgang um rund 24%. Das bereinigte Nettoergebnis ging im selben Zeitraum um 31% auf 645 Millionen Euro zurück. Verantwortlich für den Gewinnrückgang sind schwächere Ergebnisse bei Braunkohle und Kernenergie. Nichtsdestotrotz ist RWE mit dem Ergebnis zufrieden und stellt eine Erhöhung der Dividende für 2018 um 20 Cent auf 0,70 Euro in Aussicht.

 

Doch an der Börse wird die Zukunft gehandelt. 2019 soll die RWE-Tochter Innogy an E.ON verkauft und im Anschluss aufgespalten werden. Während die Netze und der Vertrieb dann bei E.ON liegen, sollen die Innogy-Ökostromkraftwerke zusammen mit den Wind- und Solarparks von E.ON an RWE übergehen. RWE würde so zu einem führenden Stromanbieter aus konventionellen und erneuerbaren Energiequellen in Europa werden. Ob die Neustrukturierung sowie die Erweiterung des Erzeugungsportfolios sich letztendlich auch an der Börse bezahlt machen, wird sich im Laufe der nächsten Monate zeigen. Die jüngste Kursentwicklung erweckt zumindest den Eindruck, dass einige Marktteilnehmer positiv gestimmt sind.

 

Die DZ BANK hat eine Vielzahl von interessanten Anlageprodukten auf die RWE AG im Angebot. Dazu einfach den Namen oder die Wertpapierkennnummer des Basiswertes in das Suchfeld eingeben und anschließend „Produkte“ auswählen. Zudem werden kontinuierlich neue Produkte auf den Basiswert emittiert. Anleger können so das Produkt wählen, das am besten zu ihrer Meinung zu RWE und ihrer Risikobereitschaft passt.

 

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