Einblick / 29.11.2019 | 10:28:17 Werbung

OHB greift nach den Sternen

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

In den Medien wird häufig nur von den bekannten US-amerikanischen Raumfahrtkonzernen und ihren hochtrabenden Plänen berichtet. Dabei hat auch Deutschland ein Weltraumunternehmen, das sich nicht verstecken muss: OHB SE.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Zukunftstrend Raumfahrt

Die bekannten Visionäre unserer Zeit, Elon Musk, Jeff Bezos und Richard Branson, haben eines gemeinsam: die Erde ist ihnen nicht groß genug, und daher zieht es sie in den Weltraum. Während Bezos und Branson mit ihren Unternehmen Blue Origin und Virgin Galactic vorerst nur suborbitale Flüge anbieten wollen, geht Musk mit SpaceX mehrere Schritte weiter und träumt von der Kolonisierung des Mars und anderer Planeten. Dass die drei Unternehmer durchaus ernste Absichten verfolgen, wurde Ende Oktober erst wieder deutlich. Denn am 28.10. feierte Virgin Galactic sein Debüt an der New Yorker Börse. Ob die beiden anderen Raumfahrtunternehmen aufgrund ihrer finanzstarken Eigentümer ebenfalls den Sprung an die Börse wagen, ist fraglich. Sicher ist allerdings, dass die Raumfahrt ein Zukunftstrend ist. Die US-Bank Morgan Stanley beziffert das Potenzial dieses Marktes auf rund 1,1 Bio. US-Dollar bis 2040.

Der erste börsennotierte Raumfahrt- und Technologiekonzern Deutschlands ist OHB SE. Das in Bremen ansässige Unternehmen hat sich auf Satelliten- und Raumfahrtsysteme spezialisiert. Satelliten steuern aktuell den größten Anteil zum Konzernergebnis bei. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres konnte OHB die Gesamtleistung gegenüber dem Vorjahr um 4% auf 659 Mio. Euro steigern. Deutliche Zuwächse verbuchte das Familienunternehmen beim operativen Ergebnis. Gegenüber 2018 ist in den letzten drei Quartalen das EBITDA um 23% auf 57,9 Mio. Euro geklettert. Um 8%, auf 1,15 Euro, ist das Ergebnis pro Aktie gestiegen. Aufgrund des hohen Auftragsbestands blickt der Vorstand optimistisch in die Zukunft und erwartet eine weiterhin erfreuliche Entwicklung der Finanz- und Vermögenslage.

 

Auf zum Mond

Im Vergleich zu SpaceX & Co. klingt das Geschäftsmodell von OHB beinahe konservativ, aber die Bremer sind in der Branche hoch angesehen und arbeiten mit bekannten Namen zusammen. So ist OHB beispielsweise bei der nächsten Mondmission der USA im Jahr 2024 mit an Bord. Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat OHB beauftragt, ein Konzept für die Treibstoffversorgung der Umsteigestation zu entwickeln. Zudem sind im Vorfeld noch unbemannte Missionen zum Materialtransport geplant, an denen OHB ebenfalls beteiligt sein könnte.

In naher Zukunft will OHB auch eigene Trägerraketen bauen und sich in Kombination mit Satelliten als Komplettanbieter etablieren. So betonte Vorstand Marco Fuchs erst kürzlich in einem Interview, dass Raketen von strategischer Bedeutung für das Unternehmen seien. OHB zielt dabei vor allem auf Betreiber von Kleinsatelliten ab. Diese haben häufig das Problem, dass sie gegen große Projekte konkurrieren und von wenigen Start-Dienstleistern abhängig sind. Mit den neuen Raketen von OHB soll für diese Gruppe der Flug ins All leichter realisierbar werden.

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