Einblick / 29.03.2019 | 10:31:18 Werbung

Nordex mit Rückenwind

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Weltweiter CO₂-Ausstoß erreicht 2018 neues Rekordhoch
  • Nordex erleidet 2018 einen Millionenverlust
  • Auftragseingänge haben sich mehr als verdoppelt
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Laut einem aktuellen Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) ist im vergangenen Jahr der weltweite Energieverbrauch um 2,35% gestiegen. Zeitgleich kletterte auch der Ausstoß von CO₂ aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe um 1,8% auf einen neuen Rekordwert. Aber nicht nur der Energieverbrauch und der Anteil von Treibhausgasen in der Atmosphäre nehmen zu, auch die Temperaturen steigen. Die Jahre von 2015 bis 2018 waren laut Weltwetterorganisation die wärmsten seit Beginn der systematischen Messungen im Jahr 1880. Zudem lagen die 20 wärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn in den letzten 22 Jahren. Dies ist eine Entwicklung, die immer mehr Menschen Sorgen bereitet. Vor allem die jüngeren Generationen haben Angst um ihre Zukunft und fordern einen Wandel in der Klimapolitik. Seit einigen Wochen gehen daher jeden Freitag rund um den Globus tausende von Schülern auf die Straßen und protestieren im Rahmen der Friday-for-Future-Bewegung für mehr Klimaschutz. Zu ihren Forderungen gehören unter anderem eine Reduzierung des Einsatzes fossiler Brennstoffe sowie mehr Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien. Ein Unternehmen, das genau in diesem Segment tätig ist und langfristig von einer konsequenten Klimapolitik profitieren könnte, ist der Windkraftanlagenbauer Nordex.

 

Enttäuschendes Ergebnis 2018

Das im TecDAX gelistete Unternehmen veröffentlichte diese Woche den Jahresabschluss für 2018. Insgesamt verlief das letzte Jahr nicht sonderlich erfreulich für den fünftgrößten Windkonzern der Welt. So fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 20% auf 2,5 Mrd. Euro. Noch enttäuschender fällt der Konzernjahresüberschuss aus: Während 2017 noch ein kleines Plus von 0,3 Mio. Euro erzielt wurde, schlug 2018 ein Verlust von fast 84 Mio. Euro zu Buche. Das Ergebnis pro Aktie ist somit ebenfalls negativ und beträgt -0,86 Euro.

Belastend für Nordex waren unter anderem der Preiswettbewerb sowie der Volumenrückgang im Heimatmarkt Deutschland. Laut dem Bundesverband Windenergie (BWE) gingen 2018 hierzulande nur 743 Windkraftanlagen in Betrieb, von denen Nordex 72 aufstellte. Im Jahr zuvor waren die Rostocker dagegen für 282 Anlagen von insgesamt 1.800 zuständig. Weltweit installierte das Unternehmen im vergangenen Jahr 828 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 2,5 GW.

 

Auftragsbücher prall gefüllt

Trotz allem blickt Vorstand José Luis Blanco optimistisch in die Zukunft. Der Grund für seine Zuversicht ist das gut gefüllte Auftragsbuch. Zum Jahresende 2018 betrug der Auftragsbestand für neue Windenergieanlagen 3,9 Mrd. Euro - Ende 2017 waren es lediglich 1,7 Mrd. Euro. Dementsprechend wurde auch die Umsatzprognose für das laufende Jahr auf 3,2 bis 3,5 Mrd. Euro angehoben. Zudem könnten neue Windkraftturbinen für weitere Auftragseingänge und einen Zuwachs beim Ergebnis sorgen. Nichtsdestotrotz wird 2019 noch eine Art Übergangsjahr sein, bevor 2020 die Wende gelingen soll.

Um in Zukunft nicht mehr so stark vom deutschen Markt abhängig zu sein, richtet sich Nordex zunehmend international aus. Bereits 2018 wurde mehr als die Hälfte der Anlagen außerhalb Europas verkauft. Vor allem die USA sind ein bedeutender Markt, aber auch in einigen Ländern Lateinamerikas wie Mexiko, Brasilien und Kolumbien spielt Windkraft eine immer größere Rolle. Um in diesem Marktumfeld erfolgreich zu sein, baut Nordex unter anderem die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus.

 

Nordex-Aktie im Rally-Modus

Immer mehr Anleger und Investoren teilen die positive Prognose der Geschäftsführung und sehen eine positive Zukunft für den Windkraftanlagenbauer. Seit Jahresbeginn ist die Nordex-Aktie um rund 90% gestiegen und es gibt einige Analysten, die dem Unternehmen noch höhere Bewertungen zutrauen. Nach solch einer Rally darf allerdings auch die Gefahr von Gewinnmitnahmen nicht unterschätzt werden.

Bei der DZ BANK finden Sie, unabhängig davon, ob Sie ein langfristiger Anleger oder eher ein kurzfristiger Trader sind, eine Vielzahl von interessanten Anlageprodukten und Hebelprodukten auf die Nordex AG im Angebot. Zudem werden kontinuierlich neue Produkte auf den Basiswert emittiert. Anleger können so das Produkt wählen, das am besten zu ihrer Meinung und ihrer Risikobereitschaft passt.

 

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