Einblick / 30.10.2020 | 10:46:16 Werbung

Microsoft - wohin geht die Reise?

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Im letzten Quartal profitierte Microsoft von einer starken Nachfrage nach Office-Software und Cloud-Diensten. In Zukunft könnten Virtual-Reality-Anwendungen für Wachstum sorgen.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Wachstumsmotor Cloud

Als erster der großen Tech-Konzerne hat diese Woche Microsoft Zahlen vorgelegt. Der Software-Riese aus Redmond steigerte im ersten Quartal - bei Microsoft geht das Geschäftsjahr von Anfang Juli bis Ende Juni - den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12% auf 37,2 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig erhöhte sich der Nettogewinn um fast ein Drittel auf 13,9 Mrd. US-Dollar. Dies entspricht einem Gewinn pro Aktie für das abgelaufene Quartal von 1,82 US-Dollar. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn übertraf Microsoft die Schätzungen der Analysten deutlich.

Mit einem Umsatzwachstum von 48% stach die Cloud-Computing-Plattform Azure besonders positiv hervor. Mit Azure stellt Microsoft Unternehmen und Entwicklern eine flexible Cloud-Infrastruktur zur Verfügung, die den Betrieb einer eigenen IT-Infrastruktur überflüssig machen soll. Mit 21% Umsatz ist der Bereich „Office 365 Commercial“ gewachsen. Insgesamt nutzen weltweit 43,5 Mio. Abonnenten die Office-365-Anwendungen. Ebenfalls positiv ist die Entwicklung bei LinkedIn. Ähnlich wie der Office-Bereich profitierte auch das soziale Karrierenetzwerk von dem pandemiebedingten Trend zur Heimarbeit.

Etwas enttäuschend fiel der Ausblick des Softwarekonzerns aus. Microsoft gab bekannt, dass für das zweite Quartal des Finanzjahres ein Umsatz zwischen 39,5 und 40,4 Mrd. US-Dollar erwartet wird, was leicht unter der Konsensschätzung der Analysten von 40,5 Mrd. US-Dollar liegt.

 

Blick in die Zukunft

Lange Zeit war der Verkauf von Windows- und Office-Lizenzen eines der Hauptgeschäftsfelder von Microsoft - dies hat sich in den letzten Jahren geändert. Inzwischen erwirtschaftet das Unternehmen einen großen Teil seines Umsatzes mit der Cloud-Infrastruktur-Plattform Azure. In den nächsten Jahren wird sich der Trend zu Cloud-Plattformen weiter verstärken. Denn immer mehr Unternehmen verzichten auf teure Rechenzentren und nehmen lieber die Dienste von Cloud-Plattformen in Anspruch. Aktuell ist Mircosofts Azure-Plattform die Nummer zwei hinter AWS von Amazon.

Nicht nur bei Software, sondern auch im Hardware-Bereich sieht Microsoft Potenzial. Eines der spannendsten Projekte ist hier sicherlich die HoloLens. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Mixed-Reality-Brille, die dem Benutzer erlaubt, eine virtuelle Darstellung in die reale Umgebung zu projizieren und umgekehrt. Die HoloLens ist als professionelles Werkzeug gedacht und soll in erster Linie in der Industrie angewendet werden. So kann sie z.B. Servicetechniker bei komplizierten Reparaturen unterstützen oder mit holografischen Schritt-für-Schritt-Anleitungen helfen, Mitarbeiter anzulernen. Mit der HoloLens will Microsoft zu einem führenden Anbieter von AR/VR-Anwendungen aufsteigen.

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