Einblick / 17.04.2019 | 11:16:04 Werbung

IWF blickt skeptisch in die Zukunft

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Wachstumsprognose für 2019 gesenkt
  • Belebung der Wirtschaft für 2020 erwartet
  • Mehr Investitionen von Deutschland gefordert
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Unsicherheiten belasten Weltwirtschaft

In seinem jüngst veröffentlichten halbjährlichen Konjunkturbericht äußert sich der Internationale Währungsfonds (IWF) skeptisch bezüglich der Weltwirtschaft. So hat sich in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres das Wachstum aufgrund verschiedener Faktoren deutlich verlangsamt. Unter anderem litt beispielsweise China unter den notwendigen regulatorischen Verschärfungen zur Eindämmung des Schattenbankgeschäfts und einer Zunahme der Handelsspannungen mit den USA. Ebenfalls deutlich an Schwung verloren hat die Wirtschaft des Euroraums. Verantwortlich hierfür waren die Einführung neuer Kraftstoffemissionsnormen für dieselbetriebene Fahrzeuge in Deutschland, die fiskalpolitische Unsicherheit und die Abschwächung der Investitionen in Italien sowie die Straßenproteste in Frankreich. Zudem dürften auch die wachsenden Sorgen um einen No-Deal-Brexit ihre Spuren hinterlassen haben. Eine Ausnahme unter den entwickelten Industrieländern stellen die USA dar. Obwohl auch dort die Investitionen in der zweiten Jahreshälfte zurückgingen, scheint das Konsumwachstum nach wie vor robust zu sein.

Infolge dieser Entwicklungen wird sich das weltweite Wachstum laut IWF voraussichtlich von 3,6% im Jahr 2018 auf 3,3% im laufenden Jahr verringern. Besonders negativ sind die Experten für Deutschland gestimmt. Nachdem die Ökonomen letzten Oktober noch mit einem Wachstum von 1,9% für 2019 rechneten, gehen sie aktuell nur noch von einem Anstieg von 0,8% aus. Unter den entwickelten Ländern wird lediglich Italien - mit 0,1% - ein noch geringeres Wachstum zugetraut. Im Vergleich dazu wird für die USA in diesem Jahr ein Wachstum von 2,3% erwartet. Das größte Wirtschaftswachstum prognostiziert der IWF für die Emerging Markets, allen voran China und Indien mit 6,3% bzw. 7,3%.

 

Erholung des Wirtschaftswachstums

Gegen Ende des Jahres erwartet der Währungsfonds allerdings eine Belebung der globalen Wirtschaft. So gehen die Experten von einer anhaltenden Zunahme der politischen Impulse in China, einer Abnahme einiger vorübergehender Wachstumsschwächen im Euroraum und einer allmählichen Stabilisierung der Bedingungen in angespannten Schwellenländern aus. Während für viele Länder 2020 wieder höhere Wachstumsraten prognostiziert werden, könnte sich in den USA die Geschwindigkeit reduzieren. Auslöser hierfür sind unter anderem die nachlassenden Auswirkungen der US-Fiskalpolitik. Insgesamt soll sich das weltweite Wirtschaftswachstum 2020 bei rund 3,6% einpendeln.

Ob die Prognosen eintreten, hängt letztendlich von vielen Faktoren ab. Sollte sich entgegen der Prognose im Euro-Währungsgebiet ein schwerwiegendes Abwärtsszenario einstellen, rät der IWF, die verfügbaren geldpolitischen Instrumente der Europäischen Zentralbank durch fiskalische Maßnahmen zu ergänzen. In Deutschland kann beispielsweise der verfügbare Steuerspielraum genutzt werden, um die öffentlichen Investitionen in Sach- und Humankapital zu erhöhen. Der IWF schlägt somit in dieselbe Kerbe wie die US-Regierung, welche schon seit geraumer Zeit mehr Investitionen und höhere Ausgaben seitens der Bundesregierung fordert.

 

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