Einblick / 03.07.2020 | 10:39:01 Werbung

ifo-Geschäftsklimaindex - Zeichen stehen auf Erholung

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Nach dem Rekordeinbruch des ifo-Geschäftsklimaindex im März und April verzeichnet das Konjunkturbarometer für den Monat Juni den stärksten Anstieg seit Bestehen. Ebenfalls positiv stimmt die Konjunkturprognose Sommer 2020 des Instituts.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Mit Schwung nach oben

Jeden Monat werden von dem in München ansässigen ifo-Institut Fragebögen an rund 9.000 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Bauhauptgewerbe, dem Großhandel und dem Einzelhandel versandt. Die Unternehmen werden dabei zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und der erwarteten Entwicklung befragt. Aus den Antworten werden verschiedene Indizes gebildet. Der bekannteste und am stärksten beachtete ist der ifo-Geschäftsklimaindex.

Infolge der Corona-Pandemie und der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus brach der Index massiv ein - von 95,9 Punkten im Februar auf den bis dato tiefsten Stand von 74,3 Punkten im April. So schnell wie die Stimmung in den Führungsetagen deutscher Unternehmen ins Bodenlose fiel, so schnell hellte sie sich auch wieder auf. Im Mai, als hierzulande langsam wieder Normalität im Leben einkehrte, verzeichnete auch das Geschäftsklima erste Erholungstendenzen. Einen Monat später, im Juni, kletterte der Index dann um über 8% auf 86,2 Zähler. Dies ist der stärkste jemals gemessene Anstieg. Nichtsdestotrotz befindet sich der Index noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Nahe den alten Ständen notiert dagegen der Index, der die Geschäftserwartungen zusammenfasst, während die aktuelle Geschäftslage nach wie vor wenig rosig eingeschätzt wird.

 

Wachstum voraus

Die Corona-Krise hat die deutsche Wirtschaft in die schwerste Rezession seit dem 2. Weltkrieg gestürzt. Das ifo-Institut schätzt, dass das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 2,2% und in den Monaten April bis Ende Juni sogar um 11,9% geschrumpft sein dürfte. Sollte es zu keiner zweiten Infektionswelle mit einem erneuten Shutdown kommen, gehen die Experten aus München davon aus, dass die konjunkturelle Talsohle durchschritten ist. Laut der diese Woche veröffentlichten Konjunkturprognose Sommer 2020 des ifo-Instituts soll die Wirtschaft im dritten Quartal um 6,9% und im letzten Vierteljahr um 3,8% wachsen. Trotz dieses Anstiegs fällt die Wirtschaftsleistung für 2020 voraussichtlich um 6,7% niedriger aus als im Vorjahr. Für das nächste Jahr prognostiziert das Institut ein Wachstum des BIP von 6,4%.

Ähnlich wird die Lage für die Weltwirtschaft eingeschätzt. Trotz einiger teilweise noch hohen Infektionsraten sieht das ifo-Institut die meisten Volkswirtschaften langsam auf Erholungskurs. Demnach wird die Weltwirtschaft in diesem Jahr wahrscheinlich um 4,8% sinken und im Jahr 2021 um 6,3% wachsen.

Weitere aktuelle Informationen zu den konjunkturellen Entwicklungen in den weltweit wichtigsten Wirtschaftsregionen, den Trends an den Finanzmärkten und dem aktuellen Politikgeschehen erhalten Sie regelmäßig auf Stefan Bielmeiers Blog. Lesen Sie die Essenz aus der täglichen Datenflut und machen Sie sich das Expertenwissen zunutze.

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