Einblick / 21.08.2020 | 09:21:18 Werbung

HelloFresh übertrifft alle Erwartungen

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Dass HelloFresh von dem durch die Corona-Pandemie verstärkten Trend, selbst zu kochen, profitiert, war zu erwarten. Wie gut allerdings das Geschäft in den letzten Monaten lief, überraschte so manchen Marktteilnehmer. 

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Corona befeuert Trend zum selber Kochen

Anfang letzter Woche veröffentlichte der Kochboxenlieferant seine Zahlen für das zweite Quartal. Nach einem hervorragenden ersten Quartal konnte das Berliner Unternehmen in den Monaten April bis Juni sogar noch eine Schippe drauflegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhte sich der Konzernumsatz um 123% auf 972,1 Mio. Euro. Noch deutlicher stieg der bereinigte Gewinn (AEBITDA). Wurden im zweiten Quartal 2019 lediglich 18,3 Mio. Euro erwirtschaftet, konnte HelloFresh diesmal einen bereinigten Gewinn von 153,6 Mio. Euro verkünden. Ebenfalls beeindruckend ist das Kundenwachstum. Innerhalb eines Jahres erhöhte sich die Anzahl der Kochboxenbesteller von 2,41 Mio. auf 4,18 Mio. Das Berliner Unternehmen übertraf damit die Erwartungen vieler Analysten.

Diese Steigerung der Wachstumsraten ist zu einem gewissen Anteil der Tatsache geschuldet, dass aufgrund der Umsetzung von Lockdown-Maßnahmen und der Schließung von Restaurants die Nachfrage nach hausgemachten Mahlzeiten in der Corona-Hochphase stieg. Vorstand Dominik Richter ist allerdings optimistisch, dass trotz der langsamen Rückkehr zur Normalität der Trend, Lebensmittel bzw. Kochboxen online zu bestellen, weiter anhalten wird. HelloFresh passte daher zum wiederholten Mal die Prognose für das laufende Jahr nach oben an. So wurde das erwartete Umsatzwachstum von bislang 55% bis 70% auf nunmehr 75% bis 95% erhöht. Zudem rechnet das Unternehmen für 2020 mit einer Konzern-AEBITDA-Marge zwischen 9% und 11%. Zuvor lag die Prognose zwischen 8% und 10%.

 

Mehr Kapazitäten für mehr Wachstum

Ein solch starkes Wachstum erfordert in der Regel auch mehr Personal bzw. Kapazitäten. HelloFresh stieß beispielsweise in den letzten Wochen an seine Grenzen. So konnten in den USA aufgrund von Kapazitätsengpässen zeitweise keine neuen Kunden angenommen werden. Um dieses Szenario in Zukunft zu vermeiden, eröffnet das Unternehmen eine neue Produktionsstätte in den USA und eine in Großbritannien. Gleichzeitig sollen dadurch 1.400 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Insgesamt rechnet HelloFresh-Chef Richter in diesem Jahr weltweit mit 3.000 Neuanstellungen. Für das 2011 in Berlin gegründete Unternehmen wären dann ca. 9.000 Menschen tätig.

Um weiteres Wachstum zu generieren, expandiert HelloFresh auch weiterhin in neue Märkte. Im Mai erweiterte das Unternehmen beispielsweise seine Geschäftsaktivitäten auf Dänemark. Aber auch die Konkurrenz schläft nicht. Erst kürzlich hat der ebenfalls aus Berlin stammende Kochboxen-Anbieter Marley Spoon mit Dinnerly die nach eigenen Angaben erschwinglichste Kochbox Deutschlands auf den Markt gebracht.

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