Einblick / 20.12.2019 | 08:36:42 Werbung

Gemischte Konjunkturdaten

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Das Börsenjahr 2019 war geprägt von schlechten Wirtschaftsdaten, sogar an einer Rezession ist Deutschland nur knapp vorbeigeschrammt. Die in dieser Woche veröffentlichten Konjunkturdaten fallen gemischt aus, trotzdem besteht Hoffnung auf eine Erholung im nächsten Jahr.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Einkaufsmanagerindizes können nicht überzeugen

Den Anfang machte am Dienstag der deutsche Einkaufsmanagerindex (EMI). Der EMI wird regelmäßig einmal im Monat von IHS Markit veröffentlicht und gibt Auskunft über die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland. Die zur Berechnung herangezogenen Daten stammen aus Umfragen bei Führungskräften von Unternehmen der Privatwirtschaft. Der Hauptindex, der den allgemeinen Zustand einer Volkswirtschaft angibt, setzt sich aus verschiedenen Subindizes zusammen, die wiederum Einblicke in andere wichtige Wirtschaftsfaktoren geben. Die Einkaufsmanagerindizes sind eine Art Konjunkturbarometer, auf deren Basis Finanz- und Unternehmensexperten versuchen, die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung vorherzusagen. Werte unter der Marke von 50 zeigen an, dass die Wirtschaft gegenüber dem Vormonat schrumpft. Werte über 50 signalisieren dagegen Wachstum.

Für den Monat Dezember veröffentlichte IHS Markit ein gemischtes Bild. Während der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor um 0,3 Punkte auf 52,0 zulegen konnte, sank der Index für das verarbeitende Gewerbe von 44,1 auf 43,4. Der zusammengesetzte Index stagnierte gegenüber dem Vormonat bei 49,4 Punkten. Das produzierende Gewerbe bremst das Wachstum und sorgt dafür, dass die deutsche Wirtschaft nach wie vor schwächelt. Zuversichtlich zeigen sich  dagegen die Dienstleister. Der entsprechende Index bzgl. den Geschäftsaussichten kletterte zum Jahresende auf den höchsten Wert seit Juni. Trotz dieses Lichtblicks prognostiziert IHS Markit eher einen schleppenden Aufschwung im nächsten Jahr.

 

ifo-Geschäftsklima macht Hoffnung

Am Mittwoch blickten zahlreiche Marktteilnehmer gespannt auf die Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimaindex. Für die Berechnung des Index werden monatlich deutsche Unternehmen mittels Fragebogen vom Münchener ifo Institut zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und zu ihren zukünftigen Erwartungen befragt. Der ifo-Index gilt als Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, weshalb ihm vor allem in Finanzkreisen große Beachtung geschenkt wird.

Nach 95,1 Punkten im November ist der ifo-Geschäftsklimaindex zum Jahresausklang auf 96,3 Punkte gestiegen. Dies ist der höchste Stand seit einem Jahr. Während die aktuelle Lage nach wie vor skeptisch beäugt wird - hier liegt lediglich ein Plus von 0,8 Punkten vor -, verbesserten sich die Erwartungen für die nächsten sechs Monate deutlich. Mit einem Sprung von 92,3 auf 93,8 konnte hier der größte Anstieg verbucht werden. Trotz dem noch immer andauernden Handelsstreit sowie dem drohenden Brexit blicken deutsche Unternehmer anscheinend zuversichtlich in das neue Jahr.

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