Einblick / 26.07.2019 | 11:12:07 Werbung

Facebook: Milliardenstrafe und starke Zahlen

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Von wegen Facebook ist out. Die Zahlen für das zweite Quartal zeigen, dass sich das soziale Netzwerk nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Lediglich eine Milliardenstrafe belastet das Ergebnis.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Wachstum trotz Datenskandalen

Der vergangene Mittwoch stand ganz im Zeichen von Facebook. Vor Börseneröffnung gab der Techkonzern bekannt, einem Vergleich mit der US-Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission (FTC) in Höhe von 5 Mrd. US-Dollar zuzustimmen. Facebook werden eine Reihe von Datenschutzverstößen vorgeworfen, unter anderem die unerlaubte Weitergabe von Nutzerdaten an die Analysefirma Cambridge Analytica während des US-Präsidentschaftswahlkampfes. Damals hatte Cambridge Analytica Zugriff auf persönliche Informationen von 87 Mio. Facebook-Usern, ohne davor deren Zustimmung eingeholt zu haben. Neben der Milliardenstrafe hat die FTC dem sozialen Netzwerk noch weitere Auflagen und verschärfte Datenschutzkontrollen auferlegt.

Wenige Stunden später, nach Börsenschluss, veröffentlichte Facebook die Zahlen für das zweite Quartal. Eine Zahlung in Höhe von 5 Mrd. US-Dollar geht natürlich auch an dem Techriesen nicht spurlos vorüber. So belastete die Strafe das Ergebnis um 2 Mrd. US-Dollar - 3 Mrd. US-Dollar wurden bereits im ersten Quartal zurückgelegt. Zudem gab es noch Rückstellungen in Höhe von 1,1 Mrd. US-Dollar für mögliche Steuerzahlungen. Insgesamt betrug der Gewinn letztendlich 2,6 Mrd. US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies ein Rückgang um fast 50% - ohne Strafzahlungen und Rückstellungen wäre das operative Ergebnis höher ausgefallen. Der Gewinn pro Aktie betrug ohne Sonderposten 1,99 US-Dollar und fiel somit höher aus als von den Analysten prognostiziert. Mit einem Plus von 28% auf 16,9 Mrd. US-Dollar lag der Umsatz ebenfalls über den Erwartungen.  

 

Zukunftswährung Libra

Immer wieder gibt es kritische Stimmen zur Zukunft von Facebook. Die Datenskandale könnten beispielsweise dazu beitragen, dass sich mehr Menschen von dem sozialen Netzwerk abwenden. Die jüngst vorgelegten Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache. So wuchs die Zahl der mindestens einmal pro Tag aktiven User von 1,56 Mrd. im ersten Quartal auf 1,59 Mrd. an. Das größte Wachstum ist dabei in Asien zu beobachten. Vor allem die jüngere Generation setzt zunehmend auf die beiden zu Facebook gehörenden Anwendungen Instagram und WhatsApp.

In den letzten Wochen sorgte das Unternehmen mit seiner geplanten Kryptowährung Libra für Aufsehen. In Kooperation mit MasterCard, Visa, PayPal, Spotify und Uber möchte Facebook eine Alternative zu Bitcoin etablieren. Im Gegensatz zu Bitcoin soll Libra an einen Korb von Währungen wie US-Dollar, Euro und Yen gekoppelt und durch kurzfristige Staatsanleihen abgesichert werden. Dadurch soll Libra deutlich weniger schwankungsanfällig sein als die heute bekannten Kryptowährungen. Sollte die von Daten- und Verbraucherschützern heftig kritisierte Währung tatsächlich kommen, würde dies für Facebook ganz neue Geschäftsmodelle und Einnahmequellen eröffnen.

Die DZ BANK hat eine Vielzahl von interessanten Optionsscheinen auf Facebook im Angebot. Zudem werden kontinuierlich neue Produkte auf den Basiswert emittiert. Anleger können so das Produkt wählen, das am besten zu ihrer Meinung und ihrer Risikobereitschaft passt.

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