Einblick / 09.11.2018 | 10:44:25 Werbung

Endlich an der Börse: Knorr-Bremse gelingt Debüt

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Knorr-Bremse erlöst 3,9 Mrd. Euro
  • Über 6 Mrd. Euro Umsatz in 2017
  • Knorr-Bremse setzt auf Zukunftstrends
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Trotz widriger Umstände erfolgreiches IPO

Steigende Zinsen, ein möglicher Handelskrieg zwischen den USA und China sowie die Sorge vor einer erneuten Eurokrise schickten in den letzten Wochen zahlreiche Aktien auf Talfahrt. Sicherlich nicht die idealen Bedingungen, um einen Börsengang durchzuführen. Der Münchener Traditionskonzern Knorr-Bremse ließ sich von alldem nicht abschrecken und vollzog am Freitag, den 12. Oktober den Schritt auf das Parkett. Der Ausgabepreis lag bei 80 Euro und bereits der erste Kurs lag 10 Cent darüber. Heute, rund vier Wochen später, notiert Knorr-Bremse rund 5% über dem Ausgabepreis. Vergleicht man dies beispielsweise mit dem DAX, welcher im selben Zeitraum nahezu unverändert blieb, kann der Börsengang als Erfolg bezeichnet werden. Mit einem Emissionserlös von 3,9 Mrd. Euro handelte es sich zudem um den bis dato zweitgrößten Börsengang des Jahres nach der Siemens-Medizintechnik-Tochter Healthineers. Insgesamt beträgt die Marktkapitalisierung des Unternehmens derzeit rund 13 Mrd. Euro. Da die Knorr-Bremse AG sich bis zum Börsengang fest in den Händen der Familie des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrats, Heinz Hermann Thiele, befand, floss das erlöste Geld nicht in das Unternehmen, sondern vollständig an die Familie.

 

Knorr-Bremse wurde im Jahr 1905 von dem Ingenieur Georg Knorr in Berlin gegründet. Über 110 Jahre später ist das Unternehmen mit Firmensitz in München der weltweit führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. Weltweit arbeiten rund 29.000 Mitarbeiter an über 100 Standorten in mehr als 30 Ländern für den Konzern. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Knorr-Bremse einen Konzernumsatz von 6,2 Mrd. Euro. Mit 53% steuerte der Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge geringfügig mehr zum Gesamtumsatz bei als der Bereich Systeme für Nutzfahrzeuge. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz um 13,5%. Der Jahresüberschuss lag 2017 bei 580 Mio. Euro. Gegenüber 2016 ist dies ein Plus von 5,5%. Im laufenden Jahr zeichnet sich ein ähnliches Wachstum ab. So kletterte im ersten Halbjahr der Umsatz um fast 12% auf 3,3 Mrd. Euro.

 

Zukunftstrends sollen für Wachstum sorgen

Die Erfolgsgeschichte von Knorr-Bremse soll auch in den nächsten Jahren fortgeschrieben werden. Mittelfristig strebt das Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum von etwa 4,5% bis 5,5% an. Zudem soll die EBITDA-Marge um ungefähr 1,5% gegenüber der im Geschäftsjahr 2017 ausgewiesenen Marge erhöht werden. Sollten diese Ziele verwirklicht werden, können Investoren neben möglicherweise steigenden Aktienkursen auch eine attraktive Dividende erwarten. Denn 40% bis 50% des Gewinns will das Unternehmen an die Aktionäre ausschütten. Auf Basis des 2017er-Gewinns würde dies einer Dividendenrendite von rund 2% entsprechen.

 

Potenzial für weiteres Wachstum sieht Vorstandsvorsitzender Klaus Deller in den Zukunftstrends Digitalisierung, autonomes Fahren und Elektrifizierung. Um auch in diesen Bereichen führend zu sein, setzt Knorr-Bremse vermehrt auf eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Allein im letzten Jahr wurden 359 Mio. Euro für F&E ausgegeben. Gegenüber 2016 ist dies ein Anstieg von über 9%. Wie die Technik von morgen aussehen kann, zeigte Knorr-Bremse auf der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Hannover. Im Rahmen der Messe demonstrierte das Unternehmen einen Lkw-Prototyp, der auf Autobahnen vollständig automatisiert fährt. Aber auch mit gezielten Zukäufen und strategischen Kooperationen versucht das Unternehmen, sich bestens zu positionieren. So wurde beispielsweise im letzten Jahr die Zusammenarbeit mit der chinesischen Dongfeng Motor Group ausgeweitet. Knorr-Bremse erhält auf diesem Weg einen breiten Zugang zum größten Nutzfahrzeugmarkt der Welt - Asien.

 

Große Produktauswahl auf die Knorr-Bremse AG

Die DZ BANK hat im Rahmen des Börsengangs der Knorr-Bremse AG eine Vielzahl von interessanten Anlageprodukten emittiert. Daneben werden auch Hebelprodukte wie Optionsscheine und Endlos-Turbos angeboten. Zudem werden kontinuierlich neue Produkte auf den Basiswert emittiert. Anleger können so entsprechend ihrer Marktmeinung und Risikoneigung investieren.

 

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