Einblick / 06.03.2020 | 08:38:31 Werbung

Drägerwerk: Coronavirus treibt Nachfrage

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Nahezu unbeschadet kam die Aktie von Drägerwerk durch die jüngsten Coronavirus-Turbulenzen. Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern profitiert von einer erhöhten Nachfrage nach seinen Produkten.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Schutzausrüstung heiß begehrt

Kaum etwas ist derzeit so gefragt wie Atemschutzmasken. Der Mundschutz soll eine Infektion mit dem Coronavirus verhindern. Erst diese Woche hat die Bundesregierung daher den Export der Masken mit der Schutzklasse FFP2 und FFP3 sowie anderer Schutzausrüstung untersagt. In Frankreich wurden sogar sämtliche Vorräte der Masken für das medizinische Personal und bereits infizierte Bürger beschlagnahmt. Profiteur dieser Entwicklung ist der deutsche Hersteller dieser Produkte Drägerwerk. Bereits Ende Februar hat das Unternehmen mitgeteilt, dass die Produktionskapazitäten für Atemschutzmasken ausgelastet sind.

Aber auch vor der Zeit des Coronavirus liefen die Geschäfte des in Lübeck ansässigen Unternehmens gut. So steigerte sich im vergangenen Jahr der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 7,2% auf 2,78 Mrd. Euro. Gleichzeitig erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 4 Mio. Euro auf 66,6 Mio. Euro. Leicht rückläufig war dagegen der Jahresüberschuss, welcher um 1,1 Mio. Euro auf 33,8 Mio. Euro fiel. Trotz des geringeren Konzernjahresüberschusses soll die Dividende unangetastet bei 0,19 Euro pro Aktie bleiben.



Coronavirus sorgt für Unsicherheit

Obwohl Dräger derzeit eine Art Sonderkonjunktur erlebt und von der erhöhten Nachfrage nach persönlicher Schutzausrüstung sowie Beatmungsgeräten für Intensivstationen profitiert, blickt die Konzernleitung vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Durch den Coronavirus entsteht zusätzlich Unsicherheit für die Geschäftsentwicklung, zudem lässt sich derzeit nicht abschätzen, welche Auswirkungen der Erreger letztendlich auf die Weltwirtschaft haben wird. Daher erwartet der Konzern für das laufende Jahr nur einen leichten Umsatzanstieg in einer Bandbreite zwischen 1,0% und 4,0%.

Langfristig könnte Dräger auch von dem Zukunftstrend Gesundheit profitieren. So steigt beispielsweise durch die immer besser werdende medizinische Versorgung in den Schwellenländern  die Nachfrage nach innovativen medizinischen Produkten und Geräten für Krankenhäuser. Aber auch das zweite Geschäftsfeld Sicherheitstechnik ist ein globaler Wachstumsmarkt. Dräger entwickelt in diesem Bereich Produkte, Systemlösungen und Dienstleistungen für Personenschutz, Gasmesstechnik und ganzheitliches Gefahrenmanagement. Zu den Kunden gehören unter anderem Unternehmen der chemischen und petrochemischen Industrie, Bergbauunternehmen sowie öffentliche Auftraggeber, z.B. Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutz.

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