Einblick / 23.06.2017 | 11:47:21 Werbung

Die größten börsennotierten Unternehmen im Wandel der Zeit

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Apple, Alphabet, Microsoft und Amazon heißen die derzeit vier größten börsengelisteten Unternehmen der Welt. Je nach Börsenkurs mag die Reihenfolge etwas variieren, doch die US-amerikanischen Technologiewerte sind seit geraumer Zeit das Maß der Dinge - dies war allerdings nicht immer so.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Selten war die Dominanz so groß wie heute. Aktuell kommen von den zehn größten Unternehmen der Welt neun aus den USA. Dabei geben vor allem die Technologiewerte den Ton an. Neben den oben genannten vier Unternehmen befinden sich auch noch Facebook und das chinesische Internetunternehmen Tencent in den Top Ten. Allein die drei größten Konzerne sind mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,7 Billionen Euro fast über 500 Milliarden Euro mehr wert als alle 30 DAX-Konzerne zusammengerechnet. Die USA verdanken diese Vormachtstellung vor allem der digitalen Revolution. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele Konzerne der sogenannten New Economy, die Weltmarktführer sind.

 

Beständiger Wandel

Diese Rangliste ist jedoch nicht in Stein gemeißelt. So waren beispielsweise die 1980er Jahre die Hochzeit des japanischen Börsenbooms. Japan galt als die führende Nation und es schien, als könnte nichts und niemand diesen Siegeszug aufhalten. 1990 stammten sechs der zehn größten Unternehmen aus Japan. Doch die japanische Aktienrally fand ein jähes Ende und es begann ein über mehrere Jahrzehnte andauernder Abschwung. Heute schafft es das größte japanische Unternehmen - Toyota - mit einer Marktkapitalisierung von rund 150 Mrd. Euro gerade mal unter die Top 40.

 

Aber auch die Technologie- und Telekomkonzerne dominierten schon einmal die Ranglisten. Ende der 1990er Jahre, zur Blütezeit des Neuen Marktes, fanden sich unter den größten börsengelisteten Unternehmen der Welt zahlreiche dieser Konzerne - selbst die Deutsche Telekom hatte einen Spitzenplatz inne. Doch mit dem Platzen der Dotcom-Blase zu Beginn des neuen Jahrtausends verschwanden die meisten dieser Unternehmen wieder von der Bildfläche.

 

Im Anschluss eroberten die Emerging Markets die Top Ten. Auf der Suche nach neuen Investmentchancen entdeckten die Anleger die Schwellenländer und die bis dato mehr oder weniger weißen Flecken der Börsenweltkarte für sich. In der Folge flossen große Summen an Kapital in die aufstrebenden Regionen. Vor allem die Kurse chinesischer Unternehmen profitierten davon. 2007 waren laut Financial Times drei Unternehmen aus China und eines aus Hongkong in den Top Ten vertreten. Es schien beinahe so, als fände ein Wachwechsel statt - weg von den Large Caps aus den entwickelten Industrieländern, hin zu den neuen Global Playern aus den Emerging Markets. Aber auch diese Entwicklung sollte nicht für die Ewigkeit sein. Ein nachlassendes Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern sorgte in diesem Fall für sinkende Notierungen und den Verlust der Spitzenpositionen.

 

Als die Fed in Folge der Immobilien- und Finanzkrise begann, die Zinsen massiv zu senken und die Märkte mit Geld flutete, wurden die US-amerikanischen Aktienmärkte für Investoren wieder interessant. Aktuell stehen Dow Jones & Co. nahe ihren Allzeithochs, und auch diesmal scheint kein Ende des Wachstums in Sicht. Doch die letzten Jahrzehnte haben uns eindrucksvoll gezeigt, dass nichts so beständig ist wie der Wandel und dass auch die aktuellen Spitzenreiter ihre Position voraussichtlich nicht für immer innehaben werden.

 

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