Einblick / 08.03.2019 | 11:26:45 Werbung

Deutschland im Reisefieber

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Weltweite Auslandsreisen stiegen 2018 um 5,5%
  • 71% der Deutschen wollen 2019 verreisen
  • Herausforderndes Marktumfeld für TUI
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Vergangenen Mittwoch öffnete in Berlin die Internationale Tourismus-Börse (ITB) ihre Pforten.  Mit rund 10.000 Ausstellern aus aller Herren Länder und ca. 170.000 Besuchern ist die ITB die weltweit führende Messe der Reisebranche. Wie jedes Jahr buhlen zahlreiche Destinationen um die Aufmerksamkeit der Gäste und die Reiseindustrie stellt ihre neuesten Produkte und Dienstleistungen vor.

 

Tourismus boomt

2018 war ein äußerst erfolgreiches Jahr für den Tourismus. Weltweit wurden laut einer Studie von IPK International insgesamt 1,4 Milliarden Auslandsreisen unternommen. Gegenüber 2017 ist dies eine Steigerung um 5,5% - die Weltwirtschaft ist im Vergleich dazu nur um 3,7% gewachsen. Die stärksten Zuwächse verbuchten Asien und Lateinamerika. Auf die Frage, ob sich dieses Wachstum so fortsetzt, zeigen sich die Experten skeptisch: Aufgrund der voraussichtlichen Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums wird für das laufende Jahr eine niedrigere Zuwachsrate erwartet. IPK rechnet beispielsweise mit einem Anstieg der weltweiten Auslandsreisen von 4%.

In Deutschland ist die Begeisterung für Reisen ungebrochen. Im vergangenen Jahr unternahmen laut einer Untersuchung der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) rund 55 Mio. Bundesbürger mindestens eine Reise von mehr als fünf Tagen Dauer. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Zuwachs von fast 1 Mio. Für das mehrtägige Reisevergnügen wurden ca. 71 Mrd. Euro ausgegeben. Am liebsten machen die Deutschen zu Hause Urlaub, und hier bevorzugt in Mecklenburg-Vorpommern, gefolgt von Bayern und Schleswig-Holstein. Bei den Auslandsdestinationen ist nach wie vor Spanien am beliebtesten. Auf den Plätzen zwei und drei liegen Italien und die Türkei. Hierzulande rechnet die FUR auch 2019 mit einer anziehenden Reiseaktivität. So haben bereits im Januar mehr als 71% der Befragten angegeben, auch 2019 eine Urlaubsreise zu unternehmen. Zudem wollen 29% in den schönsten Tagen des Jahres nicht sparen und gerne etwas mehr ausgeben.

 

Folgt auf ein Rekordjahr ein Problemjahr?

Von der ungebrochenen Reiselust könnte so mancher Touristikkonzern profitieren. Das größte Unternehmen dieser Art in Europa ist die TUI AG. Zu dem in Berlin und Hannover ansässigen Konzern gehören neben zahlreichen Hotels auch Kreuzfahrtschiffe und Fluggesellschaften.

Im Geschäftsjahr 2018 (01.10.2017 bis 30.09.2018) konnte TUI im vierten Jahr in Folge einen Ergebniszuwachs erzielen. So wurde der Umsatz um 5,3% auf insgesamt 19,5 Mrd. Euro gesteigert. Das bereinigte EBITA erhöhte sich auf Basis konstanter Wechselkurse im selben Zeitraum um 10,9% auf 1,1 Mrd. Euro. Das bereinigte Ergebnis pro Aktie betrug im Jahr 2018 1,17 Euro. Auf der Hauptversammlung Mitte Februar wurde zudem eine Dividendenerhöhung von 7 Cent auf 0,72 Euro pro Anteilschein beschlossen.

Im ersten Quartal 2019 (01.10.2018 bis 31.12.2018) konnte der Umsatz um 4,7% auf 3,7 Mrd. Euro gesteigert werden. Das EBITA fiel dagegen mit -105,6 Mio. Euro deutlich negativ aus. Im Vorjahresvergleichszeitraum lag das Minus noch bei -56,9 Mio. Euro. Dementsprechend ist das Ergebnis pro Aktie im ersten Quartal mit -0,24 Euro ebenfalls negativ. Begründet wurde dieses Ergebnis unter anderem mit dem ungewöhnlich langen und heißen Sommer in Nordeuropa, der angeblich viele potenzielle Urlauber davon abhielt, in südlichere Gefilde zu verreisen.

TUI hat auch im laufenden Jahr mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. So wird für 2019 eine Nachfrageverlagerung vom westlichen zum östlichen Mittelmeerraum erwartet, was zu Überkapazitäten in bestimmten Destinationen, wie beispielsweise den Kanarischen Inseln, führt. Ferner lässt der drohende Brexit viele Briten in ihrer Urlaubsplanung zögern. Insgesamt ist dies kein einfaches Marktumfeld für TUI, weshalb der Konzern auch in diesem Jahr wenig Wachstumspotenzial sieht und mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau rechnet.

 

Die DZ BANK hat eine Vielzahl von interessanten Anlageprodukten auf die TUI AG im Angebot. Zudem werden kontinuierlich neue Produkte auf den Basiswert emittiert. Anleger können so das Produkt wählen, das am besten zu ihrer Meinung und ihrer Risikobereitschaft passt.

 

Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

> Mehr Einblicke

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
(Bewertungen: 24)

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Jede Woche gibt es die dzbank-derivate-Newsletter für angemeldete Nutzer per E-Mail direkt auf Ihren Bildschirm: das Neueste zum Marktgeschehen an den internationalen Börsenplätzen mit Markt- und DAX-Analysen, einem speziellen Strategieteil und der Knowhow-Rubrik dzbank-derivate-Expertenlounge.