Einblick / 31.07.2020 | 11:22:28 Werbung

Deutsche Börse profitiert von hoher Handelsaktivität

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Die Unsicherheit an den Börsen, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, hat zu einem regen Handel an den Kapitalmärkten geführt. Profiteur dieser Entwicklung ist unter anderem die Deutsche Börse.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Hohe Volatilität sorgt für Gewinnanstieg

Kaum ein Ereignis sorgte für solche Turbulenzen an den Börsen wie die Ausbreitung des Coronavirus. Die Volatilität, gemessen am VSTOXX Index, war zu Beginn der Pandemie sogar höher als zu Zeiten der Finanzkrise. Viele private und institutionelle Investoren waren anfangs verunsichert und verkauften panisch ihre Aktienbestände. Als sich die Kurse dann überraschend schnell wieder erholten, drängten zahlreiche Anleger wieder zurück auf das Parkett. Dies führte zu einem deutlichen Anstieg der Handelsaktivitäten. Allein im März verzeichnete Xetra ein Handelsvolumen von rund 300.000 Mio. Euro in Aktien und ETFs. Dies war mehr als doppelt so viel wie in den meisten Monaten zuvor.

Profiteur dieser Situation war unter anderem die Deutsche Börse. Im ersten Halbjahr stiegen die Erlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17% auf 1,69 Mrd. Euro. Gleichzeitig kletterte der Gewinn um 16% auf 676 Mio. Euro. Das Segment mit den größten Zuwachsraten war die Eurex. Insgesamt trug der Handel mit Finanzderivaten fast 618 Mio. Euro zum Gesamterlös bei. Zum Vergleich: Xetra steuerte lediglich Erlöse von 196 Mio. Euro bei. Verantwortlich für das Plus im Segment Eurex waren neben den gestiegenen Handelsvolumina auch die höheren Entgelte für hinterlegte Sicherheiten. Mit einem Zuwachs von 6% in den ersten sechs Monaten verzeichnete die Abwicklungs- und Verwahrtochter Clearstream das geringste Wachstum. Hier machten sich die niedrigen Zinsen bemerkbar.

 

Wachstum durch Übernahmen

Trotz des starken ersten Halbjahres hält die Deutsche Börse an ihrer ursprünglichen Prognose zur Entwicklung der Ertrags- und Finanzlage fest. Demnach rechnet das Unternehmen für das laufende Jahr mit einem Anstieg der Nettoerlöse von 5% und einem bereinigten Gewinn von 1,20 Mrd. Euro.

Am 18. November will Vorstand Theodor Weimer im Rahmen des Investorentags die neue Wachstumsstrategie „Compass 2023“ vorstellen. Um die Börse unabhängiger von dem volatilen Aktiengeschäft zu machen, will Weimer das Unternehmen breiter aufstellen und möglicherweise die Segmente Devisenhandel und Datendienste ausbauen. Hierfür sind auch Übernahmen in den Bereichen Foreign Exchange, Fixed Income, IFS, Data/Analytics und Commodities denkbar. Weimer betonte allerdings auch, keine überhöhten Preise zu bezahlen.

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