Einblick / 09.10.2020 | 11:27:16 Werbung

Daimler - Vollgas bei Elektromobilität

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Diese Woche stellte Daimler die neue Mercedes-Benz-Strategie vor. Demnach strebt der Autobauer die führende Position bei Elektroantrieben und Fahrzeug-Software an. Zudem sollen die strategischen Weichen in Richtung profitables Wachstum im Luxus-Segment neu gestellt werden.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Die S-Klasse wird elektrifiziert

Bis dato hat Daimler im Segment Elektrofahrzeuge verhältnismäßig wenig zu bieten, doch dies soll sich nun ändern. Auf der vor wenigen Tagen abgehaltenen virtuellen Investoren- und Analystenkonferenz präsentierten Vorstandschef Ola Källenius und seine Kollegen die Strategie „Electric First“. Im Rahmen der neuen Strategie soll das gesamte Portfolio nach und nach elektrifiziert werden. Durch die Fokussierung auf E-Mobilität soll das Geschäft bis 2039 vollständig CO2-neutral werden.

Die neue Elektroflotte wird an dem Buchstabenkürzel EQ zu erkennen sein. Insgesamt wurden vergangenen Mittwoch vier neue vollelektronische Modelle angekündigt, die auf der eigens entwickelten Electric Vehicle Architecture (EVA) basieren werden. Das erste Modell, das bereits 2021 auf den Markt kommen soll, ist die Elektro-S-Klasse. Die Luxuslimousine trägt den Namen EQS. Das Fahrzeug soll eine Reichweite von mehr als 700 km haben. Zum Vergleich: Mit fast 600 km ist aktuell das Modell S von Tesla das E-Auto mit der größten Reichweite. Nach der S-Klasse sollen noch die E-Klasse und zwei SUVs als Elektrofahrzeuge erhältlich sein. Zusätzlich werden AMG, Maybach und G elektrifiziert. Bis 2030 sollen E-Autos rund 50% vom Gesamtabsatz bei Mercedes ausmachen. Gleichzeitig werden die Investitionen in Verbrennungsmotoren zurückgehen und die Zahl der Varianten wird um 70% reduziert.

Die Elektrooffensive kommt allerdings nicht überall gut an. Einen Tag nach der Investorenkonferenz kritisierte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht den Vorstand und warnte vor einer zu starken Fokussierung auf E-Mobilität. Seiner Ansicht nach ist E-Mobilität zwar wichtig, aktuell herrscht bzgl. dieses Themas jedoch ein politisch und gesellschaftlich aufgeheizter Hype. Des Weiteren sind noch viele Fragen offen, z.B. ob ausreichend Batterien produziert werden können und woher die Rohstoffe dafür kommen. 

 

Fokus auf Luxus

Die neue Mercedes-Benz-Strategie beinhaltet neben der Elektrifizierung des Produktportfolios auch noch andere Punkte. So ist beispielsweise geplant, den Fokus wieder verstärkt auf das Thema Luxus zu legen. Um ein überzeugendes Luxuserlebnis entstehen zu lassen, werden hierfür die Markenkommunikation sowie das Vertriebsnetzwerk neu ausgerichtet. Zudem wird die Entwicklung der hochpreisigen Sub-Marken AMG, Maybach und G vorangetrieben, mit dem Ziel, einen substanziellen Beitrag zum EBIT-Wachstum zu leisten. 

Ferner will Mercedes-Benz seine Profitabilität und den Cashflow verbessern. Hierfür sollen die Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die Personalkosten deutlich gesenkt werden. Laut externen Quellen könnten weltweit rund 10.000 bis 30.000 Stellen den Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Selbst bei ungünstigen Bedingungen strebt die Mercedes-Benz AG auf diese Weise Umsatzrenditen im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich an. Bei einem starken Marktumfeld wird eine zweistellige Rendite angepeilt.

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