Einblick / 17.01.2020 | 10:59:48 Werbung

CropEnergies: Bioethanol ist heiß begehrt

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

CropEnergies profitierte in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres von steigenden Bioethanol-Preisen. EU-Richtlinien könnten dafür sorgen, dass die Nachfrage nach den alternativen Kraftstoffen weiter zunimmt.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

CropEnergies mit deutlichem Plus bei Umsatz und Ergebnis

Anfang dieser Woche veröffentlichte CropEnergies die Zahlen für die ersten drei Quartale des laufenden Geschäftsjahres. Kurz gesagt: Die Geschäfte laufen extrem gut! Besser lässt sich das Ergebnis wohl kaum umschreiben. In den ersten neun Monaten steigerte das zur Südzucker-Gruppe gehörende Unternehmen den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12% auf 668 Mio. Euro. Gleichzeitig konnte das operative Ergebnis mit 70,3 Mio. Euro mehr als verdreifacht werden. Der Gewinn pro Aktie erhöhte sich im Zeitraum März bis November im Vergleich zu 2018/19 um 43 Cent auf 0,58 Euro. Aufgrund der positiven Entwicklung erhöhte bereits im Dezember der Vorstand die Prognose für das laufende Quartal. So werden nun ein Umsatz von 900 Mio. Euro und ein operatives Ergebnis von rund 100 Mio. Euro erwartet.

Verantwortlich für den Ergebnissprung waren überwiegend die höheren Preise und somit auch die gestiegenen Erlöse für Bioethanol. In allen drei großen Ethanolmärkten Europa, USA und Brasilien waren im letzten Jahr Preisanstiege zu beobachten. Diese waren teils auf rückläufige Lagerbestände, geringere Produktionsmengen und eine allgemein höhere Nachfrage zurückzuführen.

 

Nachfrage nach Bioethanol dürfte steigen

2020 bzw. in den folgenden Jahren ist eine weiter steigende Nachfrage nach Ethanol wahrscheinlich. In immer mehr Ländern wird der Anteil von erneuerbaren Kraftstoffen erhöht. So erfolgte am 1. Oktober 2019 die Einführung von E10 in den Niederlanden. Zum 1. Januar 2020 folgten dann Dänemark, die Slowakische Republik und Ungarn. Des Weiteren werden noch in diesem Jahr in zahlreichen europäischen Staaten höhere Beimischungsziele umgesetzt. So soll bereits in 2020, laut den „Erneuerbare-Energie-Richtlinien“ der EU, im Transportsektor der Anteil erneuerbarer Energien auf 10% steigen. Bis zu 7 Prozentpunkte können dabei auf Ethanol und ähnliche Kraftstoffe entfallen. Nach 2020 sieht die Richtlinie vor, dass der Anteil erneuerbarer Energien auf mindestens 14% steigen soll.

Trotz der aktuellen Diskussion um den Klimawandel ist die Akzeptanz für E10 an den Tankstellen gering, dabei gibt es durchaus Argumente für den Kraftstoff. Laut CropEnergies verursacht ein Liter Benzin eine rund sechsmal so hohe CO2-Emission als ein Liter europäisches Ethanol. Erneuerbare Kraftstoffe könnten demnach tatsächlich einen Beitrag zu einer geringeren kraftstoffbedingten Treibhausgasemission leisten. Daher ist es durchaus vorstellbar, dass der Anteil des Biosprits in den nächsten Jahren entweder politisch gesteuert oder durch ein Umdenken in der Bevölkerung weiter steigt.

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