Einblick / 31.08.2018 | 11:42:39 Werbung

Comeback des Ölpreises und die Profiteure

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Ölpreis deutlich gestiegen
  • Total und Eni mit deutlichem Gewinnanstieg
  • Ölkonzerne in der Trendstabilitätsrangliste ganz oben
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Geringeres Angebot und steigende Nachfrage

Seit seinem Tief Anfang 2016 ­- damals stand er bei unter 30 US-Dollar - hat sich der Ölpreis beinahe verdreifacht. Derzeit steht der Preis für die Nordseesorte Brent knapp unter 80 US-Dollar. Verbraucher bekommen diesen Preisanstieg zu spüren. An der Tankstelle kostet der Liter Benzin so viel wie schon lange nicht mehr.

 

Verantwortlich für diesen Anstieg sind mehrere Gründe. An erster Stelle ist die Förderdisziplin der OPEC-Staaten zu nennen. Um den Überschuss abzubauen und den Preisverfall zu stoppen, haben sich die erdölfördernden Staaten in den letzten beiden Jahren auf eine gemeinsame Produktionskürzung geeinigt. Zudem hat auch die Krise in Venezuela, welches eines der wichtigsten Öl-Exportländer der Welt ist, zu einem Rückgang der Fördermenge geführt. Hat das Land vor 2016 noch rund 3 Millionen Barrel pro Tag exportiert, sind es heute nur noch ca. 1,3 Millionen Barrel. Aber auch politische Faktoren treiben den Ölpreis nach oben. Aufgrund der US-Sanktionen gegen den Iran, die ab November sämtliche Ölexporte untersagen, wird das verfügbare Angebot um weitere eine Million Barrel am Tag zurückgehen. Zusätzlich zur Reduzierung des Angebots ist in den letzten Jahren die weltweite Nachfrage überraschend angestiegen, was ebenfalls preistreibend wirkt.

 

Ölkonzerne steigern Gewinn

Die Profiteure des Comebacks des Ölpreises sind neben den ölfördernden Staaten vor allem die großen Öl-Multis. So hat der kräftig angestiegene Ölpreis dem französischen Ölkonzern Total im zweiten Quartal einen Gewinnsprung beschert. Im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum ist das bereinigte Nettoergebnis um 44% auf 3,6 Mrd. US-Dollar gestiegen. Zudem konnte Total im zweiten Quartal einen Anstieg der Fördermenge von Öl und Gas von 8,7% für sich verbuchen. Für das gesamte Jahr erwartet das Unternehmen nun einen Anstieg der Produktion von über 7% nach 6% zuvor. Neben dem Ölpreisanstieg profitierte Total auch von einem erfolgreich umgesetzten Kosteneinsparungs- und Effizienzprogramm. Hiermit soll die Rentabilitätsschwelle gesenkt werden und die Abhängigkeit von Marktbedingungen reduziert werden.

 

Noch deutlicher fiel das Plus bei Eni aus. Der italienische Mineralöl- und Energiekonzern steigerte das bereinigte Nettoergebnis im zweiten Quartal um 66% auf 767 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr. Der Anstieg der Fördermenge liegt mit 5% etwas niedriger als bei Total. Als Wermutstropfen ist allerdings das Chemie- und Raffiniergeschäft zu nennen, welches schlechter lief und das Gesamtergebnis belastete, welches ansonsten noch höher ausgefallen wäre.

 

Die gestiegenen Gewinne machen sich auch in den Aktienkursen der Ölkonzerne bemerkbar. Vor allem Total legte in den letzten Monaten eine beeindruckende Rally hin und konnte regelmäßig neue Höchststände erklimmen. Eni dagegen ist von den alten Höchstständen noch weit entfernt, allerdings ist auch hier in diesem Jahr ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen. Deutlich wird dies auch an den Trendstabilitätsranglisten unseres Trading-Events „Besser traden - mit System“. Sowohl Total als auch Eni belegen in der Rangliste des EURO STOXX 50 einen Spitzenplatz. Sollten nun noch die Marktampeln auf Grün springen, würde einer Depotaufnahme derzeit nichts im Wege stehen. 

 

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