Einblick / 21.09.2018 | 11:16:47 Werbung

Börsengiganten heute und morgen

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Apple und Amazon sind jeweils 1 Bio. US-Dollar wert
  • US-Techkonzerne dominieren die Top 10 der größten Unternehmen
  • In Zukunft werden mehr asiatische Unternehmen ganz oben stehen
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Apple und Amazon sind mehr wert als alle DAX-Unternehmen zusammen

1 Billion US-Dollar - eine Eins mit zwölf Nullen - diese Marktkapitalisierung haben in diesem Jahr die beiden US-Konzerne Apple und Amazon erreicht. Zum Vergleich: der Wert der 18 derzeit größten DAX-Unternehmen ist zusammengenommen geringer als 1 Bio. US-Dollar. Apple gelang der Sprung über diese symbolische Grenze Anfang August. Der Technologiekonzern aus Cupertino war somit das erste Privatunternehmen weltweit mit einem Börsenwert von über 1 Bio. US-Dollar. Bereits 2007 konnte das chinesische Unternehmen PetroChina im Rahmen seines Börsenstarts diese Marke ebenfalls kurzfristig überschreiten, allerdings handelt es sich bei dem Ölkonzern um einen Staatskonzern.

 

Aktuell führen Apple und Amazon die Liste der nach Börsenkapitalisierung wertvollsten Unternehmen der Welt an - dicht gefolgt von Microsoft und Alphabet. Bei einem Blick auf die Top 10 wird deutlich, dass die Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung überwiegend in den USA beheimatet sind. Lediglich zwei Konzerne aus China, Tencent und Alibaba, reihen sich in den Club der ersten zehn ein. Bei der letzten Erhebung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young Ende 2017 waren unter den 100 wertvollsten Unternehmen 52 Konzerne aus den USA vertreten. China eroberte mit 14 Unternehmen den zweiten Platz. Den dritten Platz teilen sich Deutschland und Großbritannien mit jeweils sechs Unternehmen. Ebenfalls auffällig ist die Dominanz einzelner Branchen. Waren vor wenigen Jahren noch Ölkonzerne und Banken ganz vorne zu finden, sind heute die Spitzenpositionen fest in der Hand der Technologiewerte.

 

Schwergewichte verschieben sich nach Asien

Welche Unternehmen, Länder und Branchen in zehn Jahren in den Top 10 zu finden sind, ist schwer zu sagen. Die meisten Experten sind sich allerdings einig, dass unter den bedeutendsten Unternehmen in Zukunft mehr Konzerne aus Asien zu finden sein werden. Immer weiter ins Hintertreffen dürfte dagegen Europa geraten. Dies liegt zum Teil daran, dass hierzulande noch traditionelle Industriebranchen überwiegen. So fehlen gerade im Tech-Bereich Unternehmen, die es ganz nach oben schaffen könnten.

 

Technologieunternehmen werden voraussichtlich auch in den nächsten Jahren das Maß der Dinge sein. Vor allem Konzerne, die sich mit Zukunftstrends wie beispielsweise E-Commerce, Big Data, Internet of Things und Blockchain beschäftigen und in diesen Feldern attraktive Geschäftsmodelle und Produkte entwickeln, könnten die Gewinner von morgen sein. Mehr zu interessanten Zukunftstrends und den dazugehörigen Unternehmen finden Sie in unserer neuen Rubrik Zukunftstrends.

 

Die derzeit vier größten Unternehmen - Apple, Amazon, Microsoft und Alphabet - sind, was Zukunftstrends angeht, sehr gut aufgestellt, und somit ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese Konzerne auch in ein paar Jahren noch in den Top 10 zu finden sind. Vor allem Amazon wird von Seiten mehrerer Analysten noch einiges an Potenzial zugesprochen. Verantwortlich hierfür ist in erster Linie das rasant wachsende Cloud-Geschäft des Online-Händlers. Zudem gewinnt Amazon in seinem Kerngeschäft, dem E-Commerce, kontinuierlich Marktanteile und wird zusätzlich immer profitabler.

 

Allerdings müssen die großen Player in Zukunft auch vermehrt mit Gegenwind rechnen. Denn nicht nur in Europa, auch in den USA wird das Thema Datenschutz zunehmend kritischer gesehen. Des Weiteren werden immer mehr Stimmen laut, die in der Größe der Unternehmen eine Bedrohung für den Wettbewerb sehen und eine Zerschlagung fordern. Sollte dieser Fall eintreten, würden die Karten möglicherweise ganz neu gemischt und Unternehmen, die heute kaum jemand auf dem Radar hat, könnten in wenigen Jahren zu den wertvollsten Konzernen der Welt gehören.

 

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