Einblick / 09.06.2017 | 10:30:42 Werbung

Börsenbarometer Aktienindex - Funktion und Berechnung

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Aktienindizes sind heutzutage allgegenwärtig - sei es in Zeitung, Radio, Fernsehen oder Internet. In Sekundentakten werden sie berechnet und spiegeln die Stimmung an den Börsen wider. Steigt ein Index, herrscht überwiegend gute Laune, fällt er dagegen, machen sich häufig Sorgen breit.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Funktion eines Aktienindex

Ein Aktienindex setzt sich aus verschiedenen Aktien zusammen. Es gibt zahlreiche Kriterien, welche Aktiengesellschaften ein Index beinhaltet. Je nach Themenschwerpunkt des Index können beispielsweise die größten börsengelisteten Unternehmen eines Landes, einer Region oder Branche zusammengefasst werden. So gehören dem DAX die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands an, der EURO STOXX 50 umfasst die hinsichtlich ihrer Marktkapitalisierung 50 größten börsennotierten Unternehmen der Eurozone und der TecDAX setzt sich aus den 30 größten Technologieunternehmen Deutschlands zusammen.

 

Anleger können anhand eines Index Rückschlüsse auf die zugrundeliegende Region oder Branche ziehen. Darüber hinaus erfüllen Aktienindizes auch noch andere Funktionen. So gelten sie beispielsweise auch als Gradmesser für das eigene Depot, Fonds oder verwaltete Vermögen. Je nachdem, ob ein aktiv gemanagtes Portfolio besser oder schlechter als ein vorab ausgewählter Index abschneidet, sagt dies etwas über die Fähigkeiten und die erbrachte Leistung des Managers aus. Ferner gibt es zahlreiche Anlageprodukte, die einen Aktienindex abbilden oder sich aus diesem ableiten.

 

Kurs- und Performanceindex

Anleger sollten sich darüber im Klaren sein, ob sie einen Kurs- oder Performanceindex betrachten. Während beim Kursindex der Indexstand nur aus den zugrundeliegenden Aktienkursen gebildet wird, fließen in einen Performanceindex auch Dividendenzahlungen und Kapitalveränderungen mit ein. Je nach Zusammensetzung kann dies in der Entwicklung des Index einen großen Unterschied machen. So notiert beispielsweise der DAX-Performanceindex, abhängig vom Betrachtungszeitraum, deutlich über dem DAX-Kursindex.

 

Berechnung von Indizes

Einer der bekanntesten Performanceindizes ist der DAX. Der deutsche Leitindex setzt sich - einfach gesagt - aus den stärksten und größten Unternehmen Deutschlands zusammen. Als Basis für die Berechnung des DAX gilt eine von dem deutschen Ökonomen und Statistiker Étienne Laspeyres im Jahr 1871 entwickelte Formel, bei der die einzelnen Indexmitglieder unterschiedlich gewichtet sind. Ausschlaggebend ist hierbei die Marktkapitalisierung des Streubesitzes. Somit zählt also nur der Wert der frei handelbaren Aktien und nicht der gesamte Börsenwert. Beim DAX ist die Maximalgewichtung eines Unternehmens allerdings nach oben begrenzt und beträgt 10%. Dies soll verhindern, dass einzelne Unternehmen den Kurs des Index zu stark beeinflussen können.

 

Der älteste und bekannteste Index der Welt, der Dow Jones Industrial Average (kurz: Dow Jones), wird deutlich einfacher und als Kursindex berechnet. Der von Charles Henry Dow und Edward Davis Jones im Jahr 1884 entwickelte Index beinhaltet heute 30 der größten US-Unternehmen (ursprünglich waren es nur 12 Unternehmen). Anders als beim DAX spielen beim Dow Jones die Marktkapitalisierung und der Streubesitz keine Rolle. Der Kurs des Index wird lediglich durch die Notierungen der Unternehmen bestimmt. Die Kurse der 30 Unternehmen werden addiert und durch einen flexiblen Divisor - den sogenannten Dow Divisor - geteilt. Je höher also der Kurs eines Indexmitglieds ist, umso höher sind somit die Gewichtung und der Einfluss auf die Entwicklung des Index.

 

Aufgrund der oben genannten Beispiele wird deutlich, welche Unterschiede es bei der Berechnung von Aktienindizes gibt. Anleger sollten sich daher genau überlegen, welchen Index sie als Vergleichsgröße für ihr eigenes Depot heranziehen oder als möglichen Marktindikator betrachten.

 

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