Einblick / 08.11.2019 | 09:00:10 Werbung

BMW: von Krise keine Spur

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Dieselkrise, CO2-Grenzwerte, Handelskonflikt und Brexit-Sorgen - insgesamt alles andere als ein einfaches Marktumfeld für deutsche Autobauer. Umso überraschender war das starke Abschneiden von BMW im dritten Quartal.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Mehr Autos, mehr Umsatz, mehr Gewinn

Deutschlands Automobilkonzerne haben mit Gegenwind zu kämpfen. Sowohl politisch als auch wirtschaftlich herrscht derzeit reichlich Unsicherheit. Ungeachtet dessen verzeichnete die BMW Group im dritten Quartal 2019 sowie auch in den ersten neun Monaten des Jahres neue Höchstwerte beim Automobilabsatz. Allein von Juli bis September stiegen die weltweiten Verkaufszahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,6% auf 613.361 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Seit Jahresanfang können sich die Münchener über ein leichtes Absatzplus von 1,7% freuen. Insgesamt wurden 1.886.198 Automobile verkauft. Laut eigenen Aussagen hat das chinesische Joint Venture BMW Brilliance Automotive großen Anteil an dieser positiven Entwicklung. Per September wurden in China mit 526.824 Einheiten 14,5% mehr Fahrzeuge ausgeliefert als noch im Vorjahr.

Die gestiegenen Verkaufszahlen machen sich auch beim Konzernergebnis bemerkbar. Im dritten Quartal wuchs der Konzernumsatz um fast 8% auf 26.667 Mio. Euro. Der Konzernüberschuss legte noch etwas mehr zu und kletterte um 11,5% auf 1.546 Mio. Euro. Pro Aktie bedeutet dies für das vergangene Quartal einen Gewinn von 2,31 Euro. Vorstandschef Oliver Zispe, der im August das Amt von Harald Krüger übernahm, äußerte sich sehr zufrieden nach den ersten neun Monaten und ist optimistisch, die Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen.

 

E-Offensive und Entspannung im Handelskonflikt

Die Zukunft wird auch bei BMW zunehmend elektrisch. Bereits 2023 plant das Unternehmen, 25 elektrifizierte Modelle im Angebot zu haben. Ferner soll der Absatz der E-Autos bis 2025 um durchschnittlich über 30% pro Jahr steigen. Um Themen wie die E-Mobilität zu finanzieren, setzt BMW auf schnellere digitale Prozesse und schlankere Strukturen. Im Rahmen der Strategie „Performance > NEXT“ will das Unternehmen bis Ende 2022 mehr als 12 Mrd. Euro Effizienzpotenzial heben. Unter anderem soll die Dauer des Entwicklungsprozesses für neue Fahrzeugmodelle um bis zu ein Drittel verkürzt werden.

Während die Elektro-Offensive erst in ein paar Jahren wirklich Früchte tragen könnte, ist von politischer Seite kurzfristig Rückenwind möglich. Sorgten die angedrohten höheren Einfuhrzölle für Fahrzeuge in die USA bis vor kurzem noch für Unsicherheit, zeichnet sich seit Kurzem eine Entspannung ab. Nach Gesprächen mit Autobauern aus Europa, Japan und Korea äußerte sich Handelsminister Wilbur Ross erfreut über die geplanten Investitionen der Autokonzerne in den USA und kündigte im Gegenzug einen möglichen Verzicht auf die geplanten Restriktionen an. Vor allem für die exportlastige deutsche Autoindustrie wäre dies eine große Erleichterung.

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