Einblick / 30.11.2018 | 10:04:08 Werbung

Black Friday – Gewinner und Verlierer des Schnäppchentages

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • 2,4 Mrd. Euro Umsatz in Deutschland
  • Anzahl der Bestellungen bei Zalando hat sich verdoppelt
  • Weihnachtsgeschäft leidet möglicherweise
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Neue Umsatzrekorde

Traditionell ist der Black Friday in den USA der Tag nach Thanksgiving. Da Thanksgiving immer am vierten Donnerstag des Novembers gefeiert wird, ist der darauffolgende Freitag ein beliebter Brückentag und wird von vielen Menschen zum Einkaufen genutzt. Zahlreiche US-Einzelhändler haben dies erkannt und werben an diesem Tag mit Sonderangeboten. Seit einigen Jahren findet die Rabattschlacht auch im Internet statt. Dies war auch der Auslöser für die wachsende Bekanntheit des Black Friday in Deutschland. Das erste Unternehmen, welches hierzulande explizit am Black Friday mit Rabatten geworben hat, war übrigens Apple. Inzwischen erfreut sich der Tag auch in Deutschland großer Beliebtheit - neun von zehn Deutschen ist er ein Begriff.

 

Wie beinahe jedes Jahr wurden auch diesmal die Verkaufszahlen des vorangegangenen Black Friday übertroffen. Nach einer Auswertung von Adobe Analytics stiegen in den USA die Online-Verkäufe am Freitag um 23% auf rund 6,2 Mrd. US-Dollar. Getoppt wurde dies allerdings noch vom sogenannten Cyber Monday. Der Cyber Monday ist der Montag nach Black Friday. Ursprünglich war dieser Tag die Antwort der Online-Händler auf den Black Friday, doch inzwischen werden beide Tage von vielen Händlern als Shopping-Event vermarktet. Laut Adobe wurden in den USA am Montag rund 7,9 Mrd. US-Dollar umgesetzt. Abschläge hatte dagegen der stationäre Einzelhandel zu verzeichnen. Laut der Analysefirma RetailNext fielen in den Tagen um Thanksgiving die Umsätze in den Shopping Malls und klassischen Läden um 4 bis 7%. Welche Akzeptanz Black Friday und Cyber Monday inzwischen in Deutschland haben, zeigen die Prognosen vom Handelsverband Deutschland (HDE). Für dieses Jahr rechnet dieser mit einer Umsatzsteigerung von 15% auf insgesamt 2,4 Mrd. Euro.

 

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Zu den Profiteuren der Rabattschlacht gehört ohne Frage der Online-Händler Amazon. Laut Angaben des Unternehmens wurden zwischen 22. und 26. November mehr als 180 Mio. Produkte auf der Plattform bestellt. Zudem soll der Cyber Monday der bis dato größte Einkaufstag in der Geschichte Amazons gewesen sein.

 

In Deutschland freute sich der Online-Modehändler Zalando über florierende Geschäfte. Im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte sich am Black Friday die Zahl der Bestellungen auf etwa 2 Mio. In der Spitze verbuchten die Berliner mehr als 4.200 Käufe pro Minute. Zusätzlich stieg auch die Anzahl der Neuanmeldungen auf 220.000. Im Vergleich zu 2017 ist dies ebenfalls eine Verdopplung. Zalando könnte das Umsatzplus sehr gelegen kommen. Nach einer eher enttäuschenden Sommersaison und einem negativen dritten Quartal benötigt Europas größter Modehändler dringend ein Erfolgserlebnis. Ob allerdings ein umsatzstarker Tag wie der Black Friday hierfür reicht, ist fraglich.

 

Nicht nur Positives können die beiden Elektronikhändler Media Markt und Saturn über den Schnäppchentag berichten. Die unter dem Dach der börsengelisteten Holding-Firma Ceconomy firmierenden Unternehmen verbuchten zwar am Black Friday im vergangenen Jahr einen neuen Umsatzrekord, doch das anschließende wichtige Weihnachtsgeschäft lief eher schleppend. Kunden, die den Black Friday nutzen, um günstig Weihnachtsgeschenke zu kaufen, fehlen in den nächsten Wochen. Trotz dieser Gefahr sowie den niedrigen Margen können sich Händler dem Phänomen Black Friday kaum entziehen. Denn wer nicht mitmacht, droht am Ende seine Kunden an die Konkurrenz zu verlieren.

 

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