Einblick / 26.02.2020 | 08:23:42 Werbung

Berkshire Hathaway: langfristiger Erfolg gibt Buffett recht

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

In den letzten Jahren haben Wachstumsaktien den Value-Titeln den Rang abgelaufen. Eine Entwicklung, unter der 2019 auch die Performance von Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway litt.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Aktien sind langfristig attraktiv

Im vergangenen Jahr fuhr Berkshire Hathaway ein operatives Ergebnis von 24 Mrd. US-Dollar ein. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang um 3%. Ein Rekordergebnis von 81,4 Mrd. US-Dollar verkündete Buffett dagegen beim Nettoüberschuss. Allerdings stehen der 89-jährige Investor und sein Geschäftspartner Charlie Munger dieser Zahl sehr skeptisch gegenüber: Aufgrund einer 2018 eingeführten Bilanzierungsregel müssen Unternehmen, die Aktien halten, die Nettoveränderung der nicht realisierten Gewinne und Verluste dieser Wertpapiere in den Gewinn einbeziehen. Buffett und Munger raten daher, sich auf das Betriebsergebnis zu konzentrieren, welches gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert ist.

Obwohl die Aktie von Berkshire das Jahr 2019 beinahe mit einem neuen Rekordhoch beendete, war die Kursentwicklung im Vergleich zum S&P 500 nicht zufriedenstellend. Während der US-amerikanische Leitindex mit einem Plus von 31,5% aus dem Jahr ging, konnte Buffetts Beteiligungsgesellschaft lediglich um 11,0% zulegen. Wie viele andere Aktien litt auch Berkshire darunter, dass Investoren seit geraumer Zeit Growth-Aktien gegenüber Value-Aktien bevorzugen. Dass Buffett sein Handwerk versteht, hat er allerdings in den Jahren bzw. Jahrzehnten davor eindrucksvoll bewiesen. Seit Gründung von Berkshire im Jahr 1965 stieg die Aktie um 2.744.062%, während der S&P 500 „nur“ einen Zuwachs von 19.784% ausweist. Auf das Jahr heruntergebrochen entspricht dies einer jährlichen Performance von 20,3% vs. 10,0%.

Anhand dieser Zahlen wird ersichtlich, welch beeindruckende Renditen langfristig mit Aktien möglich sind. Selbst für Anleger, die nicht über die Fähigkeiten eines Warren Buffett oder Charlie Munger verfügen, können sich Investitionen in Aktien lohnen. Ein Blick auf das DAX-Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts macht dies deutlich. Wer beispielsweise 1980 in den DAX investierte und die entsprechenden Aktien bis Ende 2018 hielt, konnte in diesem Zeitraum eine durchschnittliche jährliche Rendite von 8,9% erzielen.



Nachfolge geregelt

Warren Buffett ist 89 Jahre alt und Charlie Munger sogar 96 Jahre. Kein Wunder, dass sich viele Aktionäre Sorgen über die Zukunft von Berkshire Hathaway machen - weltweit gibt es kaum ein anderes Unternehmen, das über solch einen langen Zeitraum von denselben Personen geprägt wurde. In seinem vierteljährlich erscheinenden Aktionärsbrief ging Buffett daher auf diese Problematik näher ein. Demnach brauchen sich die Aktionäre keine Sorgen zu machen, das Unternehmen ist zu 100% auf die Zeit nach Buffett und Munger vorbereitet. Sowohl die Nachfolgefrage als auch die Verwendung der Berkshire-Aktien nach dem Ableben sind geklärt.

Ein anderer Punkt, der die Aktionäre beschäftigt, ist die Verwendung der gigantischen Bar-Reserven des Unternehmens. Insgesamt verfügte Berkshire zum Jahresende über einen Betrag von rund 128 Mrd. US-Dollar. Buffett betonte zum wiederholten Mal, dass ein Teil der einbehaltenen Gewinne in die Unternehmen investiert wird, die sie bereits besitzen. Darüber hinaus ist Berkshire ständig bestrebt, neue Unternehmen zu kaufen, die drei Kriterien erfüllen. Erstens müssen sie gute Renditen auf das für ihren Betrieb erforderliche materielle Nettokapital erzielen. Zweitens müssen sie von fähigen und ehrlichen Managern geführt werden. Und zu guter Letzt müssen sie zu einem vernünftigen Preis verfügbar sein. Sowohl an der Börse als auch außerhalb scheint Buffett derzeit kein Unternehmen zu finden, das alle seine Kriterien erfüllt. Somit wird voraussichtlich, wie bereits im vergangenen Jahr, verstärkt auf Aktienrückkäufe gesetzt.

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