Einblick / 01.03.2019 | 11:06:42 Werbung

BASF: Besserung in Sicht

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • Niedrigwasser 2018 erschwert Güterverkehr
  • EBIT fällt um 20%
  • 2019 werden bessere Ergebnisse erwartet
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Dürre und wirtschaftliche Abkühlung belasteten Ergebnis

2018 war eines der heißesten und trockensten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung. So sorgten die hohen Temperaturen und der geringe Niederschlag unter anderem für Niedrigwasser in Deutschlands Flüssen mit teils gravierenden Folgen für die Schifffahrt. Aufgrund der geringen Wasserhöhe in den Fahrrinnen konnten viele Frachtschiffe nicht voll beladen werden. Der Einsatz von mehreren Schiffen oder das Ausweichen auf die Schiene und Straße sorgte bei zahlreichen Unternehmen für steigende Transportkosten. Einer der leidtragenden Konzerne ist die in Ludwigshafen am Rhein ansässige BASF - rund 40% der Güter werden hier per Schiff transportiert. Bereits im November hatte der Chemiekonzern daher seine Prognose für 2018 kassiert. Welche Auswirkungen unter anderem das Niedrigwasser auf die Ergebnisse hatte, erfuhren Anleger und Investoren Anfang der Woche bei der Veröffentlichung der Zahlen für das vergangene Jahr. 

Vor allem im dritten und vierten Quartal waren die Folgen des Jahrhundertsommers zu spüren. Aufgrund der fast zum Erliegen gekommen Rohstoffversorgung musste BASF die Anlagenauslastung in Ludwigshafen reduzieren. Laut eigenen Angaben belastete dies das Ergebnis mit rund 250 Mio. Euro. Insgesamt erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 62,7 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Steigerung um 2%. Deutlich rückläufig war dagegen das EBIT. Gegenüber 2017 musste BASF hier ein Minus von 20% auf 6 Mrd. Euro verkraften. Das Ergebnis pro Aktie sank 2018 von 6,62 Euro auf 5,12 Euro. Trotz des Gewinneinbruchs will BASF die Dividende um 10 Cent auf insgesamt 3,20 Euro je Anteilschein erhöhen.

Neben der Dürre waren auch noch andere Faktoren verantwortlich für das schlechte Abschneiden 2018. So spürte BASF im zweiten Halbjahr eine wirtschaftliche Abkühlung in wichtigen Märkten, allen voran in der Automobilbranche, welche mit einem Umsatzanteil von knapp 20% zu den größten Kunden der BASF gehört. Aber auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China belastete das Ergebnis.

 

Überraschend positiver Ausblick

Doch die Ludwigshafener blicken optimistisch in die Zukunft. Dr. Martin Brudermüller, Vorstandsvorsitzender der BASF SE, kündigt an, 2019 trotz eines herausfordernden Umfeldes und einiger Unsicherheiten profitabel wachsen zu wollen. Hierfür sollen unter anderem die Unternehmensstrategie weiterentwickelt werden und die entsprechenden Strukturen und Prozesse angepasst werden. Ein im November aufgesetztes Sparprogramm soll bis zum Jahr 2021 jährlich 2 Mrd. Euro zum operativen Gewinn beisteuern. Vor allem in der Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung sollen Kosten eingespart werden. Ein Stellenabbau ist vorerst nicht geplant. Stattdessen sollen insgesamt rund 20.000 Mitarbeiter organisatorisch neu zugeordnet werden und näher an den Kunden arbeiten, um Kundenwünsche frühzeitig zu erkennen und umsetzen zu können.

Weiteres Wachstum erhofft sich Brudermüller auch von der Automobilbranche. Im Vergleich zu 2018 erwartet er hier eine leichte Erholung nach dem jüngsten Produktionsrückgang. Zusätzlich soll das Asiengeschäft weiter ausgebaut werden. Mit zahlreichen Investitionsprojekten will BASF ihre Position in China - dem weltweit größten Chemiemarkt -stärken und das organische Wachstum beschleunigen. So wurde im vergangenen Jahr eine Vereinbarung mit dem chinesischen Erdgas- und Mineralölunternehmen Sinopec unterzeichnet. Aber auch in anderen Ländern, wie z.B. in Indien, plant BASF Großinvestitionen.

Gerade das letzte Jahr hat gezeigt, dass externe Einflüsse wie z.B. klimatische Entwicklungen oder geopolitische Ereignisse einen negativen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung haben können. Aber genauso sind auch positive Überraschungen wie ein reibungsloser Brexit oder eine Einigung im Handelskonflikt denkbar. Welche Szenarien letztendlich Realität werden und welche Auswirkungen sie auf die BASF und ihr Geschäftsmodell haben, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

 

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