Einblick / 04.01.2019 | 10:21:33 Werbung

Ausblick IPOs 2019

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

  • 1.359 Unternehmen gingen 2018 an die Börse
  • Uber plant Mega-IPO
  • Traton könnte größter Börsengang in Deutschland werden
Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

2018 haben laut einer Analyse der Unternehmensberatung EY weltweit 1.359 Unternehmen den Gang an die Börse gewagt. Im Vergleich zu 2017 ist dies ein Rückgang von 21%. Hauptverantwortlich hierfür ist das um rund 50% zurückgegangene Neuemissionsgeschäft in China. Zuwächse verbuchten dagegen Deutschland und die USA. Mit 18 Börsengängen war das Emissionsvolumen hierzulande so groß wie seit 18 Jahren nicht mehr. Auf der anderen Seite des Atlantiks fanden im vergangenen Jahr 205 IPOs statt. Mit einem Emissionsvolumen von insgesamt 9,4 Mrd. Euro waren Siemens Healthineers, Knorr-Bremse und DWS die drei größten Börsengänge in Deutschland. Der weltweit größte Börsengang der letzten zwölf Monate kam aus Japan. Die Mobilfunktochter von Softbank erzielte Mitte Dezember einen Erlös von 23,5 Mrd. US-Dollar. 2019 könnte ebenfalls ein sehr spannendes IPO-Jahr werden. Experten rechnen weltweit mit rund 1.200 Börsengängen, darunter einige bekannte Unternehmen.

 

Tech-Unternehmen dominieren

Schon seit einigen Jahren warten zahlreiche Marktteilnehmer auf das IPO des Online-Fahrdienstvermittlers Uber. Dieses Jahr scheint das Unternehmen den Schritt an die Börse zu wagen. So sind angeblich bereits die benötigten Unterlagen eingereicht worden, was für einen Börsengang in den ersten Monaten spricht. Mit einer Bewertung von derzeit rund 120 Mrd. US-Dollar wäre Uber das weltweit größte IPO. Bis dato war dies Alibaba mit 100 Mrd. US-Dollar. Besonders pikant könnte dieser Börsengang werden, da zeitgleich auch der Konkurrent Lyft ein IPO beantragt hat. Mit einer Bewertung von zuletzt 15 Mrd. US-Dollar ist Lyft allerdings deutlich kleiner als Uber. Weder Uber noch Lyft können behaupten, annähernd profitabel zu sein. Während Uber rund 4 Mrd. US-Dollar pro Jahr verbrennt, kommt Lyft auf eine geschätzte Verlustrate von 1 Mrd. US-Dollar.

 

Ebenfalls schon länger erwartet wird das IPO des Online-Marktplatzes für Buchung und Vermietung von Unterkünften Airbnb. Das 2008 gegründete Unternehmen wird derzeit auf rund 31 Mrd. US-Dollar geschätzt. Im Gegensatz zu den beiden erstgenannten Unternehmen ist Airbnb profitabel. 2017 wurde bei Erlösen von 2,6 Mrd. US-Dollar ein Gewinn von 100 Mio. Dollar erzielt. Des Weiteren konnte Airbnb im dritten Quartal 2018 erstmals die Umsatzmarke von 1 Mrd. US-Dollar durchbrechen.

 

Ein weiterer bekannter Name auf der Liste der möglichen IPO-Kandidaten ist Pinterest. Nach Facebook, Twitter und Snapchat wäre das 2010 gegründete Unternehmen das nächste große soziale Netzwerk, welches an die Börse geht. Laut verschiedenen Quellen sind die Planungen schon relativ weit fortgeschritten und ein Börsengang bereits im April 2019 denkbar. Aktuell wird Pinterest mit knapp 15 Mrd. US-Dollar bewertet. Während andere soziale Netzwerke teils unter rückläufigen Userzahlen leiden, laufen bei Pinterest die Geschäfte gut. Im vergangenen September verkündete das Unternehmen einen Anstieg der Nutzer von 200 Mio. im Jahr 2017 auf 250 Mio. User. Zudem stieg der Umsatz auf rund 1 Mrd. US-Dollar.

 

Der größte Börsengang in Deutschland könnte 2019 der VW-Nutzfahrzeugtochter Traton mit den Marken MAN und Scania gelingen. Aktuell wird das Unternehmen auf einen Wert von 20 Mrd. Euro geschätzt. 2017 erwirtschafteten rund 81.000 Mitarbeiter einen Umsatz von 23,9 Mrd. Euro und einen operativen Gewinn von 1,7 Mrd. Euro. Das Interesse von Investorenseite ist laut VW groß.

 

Marktumfeld ausschlaggebend

Ob all diese Börsengänge allerdings in diesem Jahr erfolgen, ist fraglich. So hat beispielsweise VW-Finanzvorstand Frank Witter bereits verlauten lassen, dass es eine Untergrenze bei der Bewertung gibt und Traton nicht um jeden Preis an die Börse gebracht werden muss. Letztendlich ausschlaggebend für die meisten IPO-Kandidaten dürfte das vorherrschende Marktumfeld sein. Sollte sich der Abwärtstrend der letzten Wochen sowie die hohe Volatilität fortsetzen, werden sicher einige Unternehmen ihre Planung überdenken und einen Börsengang wenn möglich nach hinten verschieben.

 

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