Einblick / 18.09.2020 | 09:13:50 Werbung

Adobe mit Rekordzahlen trotz Corona-Krise

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Home-Office und Digitalisierung - die weltweite Corona-Krise hat die Arbeitswelt von zahlreichen Menschen massiv verändert. Mit seinen Produkten bedient Adobe einen Teil dieser Klientel. Die jüngsten Zahlen zeigen die hohe Nachfrage.

Steffen Droemert
Autor Steffen Droemert

Wirtschaftsjournalist bei menthamedia, wo er u. a. die Bereiche Technische Analyse und strukturierte Produkte betreut.

Adobe-Software erfreut sich hoher Beliebtheit

Adobe ist vor allem für sein Creative-Cloud-Softwarepaket bekannt, das Desktop-Programme, Mobile Apps und Online-Services für Fotografie, Design, Video, Web und UX beinhaltet. Das Interesse an diesen Produkten war im 3. Quartal riesig. Da nach wie vor viele Angestellte und Freelancer aus dem Kreativbereich ihre Arbeit von zu Hause erledigen, wuchs die Zahl der Abonnenten. Zudem haben noch andere Anwendungsfälle für eine erhöhte Nachfrage gesorgt. Ein Beispiel dafür ist die Verlagerung hin zum Lernen von zu Hause aus. Adobe hat hierfür rund 30 Millionen Schülern die Creative Cloud zur Verfügung gestellt und Lehrern Unterstützung beim Fernunterricht geboten.

In den Monaten von Juni bis Ende August erzielte Adobe allein im Creative-Cloud-Bereich einen Umsatz von 1,96 Mrd. US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist dies ein Wachstum von rund 19%. Insgesamt steigerte das Unternehmen im abgelaufenen Quartal den Umsatz um 14% auf 3,23 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie erhöhte sich um 21% auf 2,57 US-Dollar und lag somit deutlich über den Analystenschätzungen von 2,42 US-Dollar. Dementsprechend optimistisch fällt auch die Prognose für das restliche Jahr aus. Adobe rechnet mit einem starken 4. Quartal und erwartet ein weiteres Jahr mit Rekordumsätzen und -gewinnen.

 

Alle Segmente weisen ein starkes Wachstum aus

Das in San José (Kalifornien) ansässige Unternehmen bietet aber weit mehr als nur Grafik- und Bildbearbeitungssoftware. In den letzten Jahren hat Adobe sein Angebot erweitert und sich unabhängiger von den Kreativ-Programmen gemacht. Neben der oben genannten Creative Cloud weist Adobe auch Umsätze in den Segmenten Experience Cloud sowie Document Cloud aus.

Unter dem Namen Experience Cloud vertreibt Adobe digitale Marketing-Software für die Orchestrierung von Marketingkampagnen und die Verfolgung der Reichweite von Werbeanzeigen. Da aufgrund der Corona-Pandemie zahlreiche Aktivitäten, wie z.B. Shoppen, online verlagert wurden, haben digitales Marketing und Werbung einen Boom erlebt, von dem das Unternehmen profitierte. Auf der anderen Seite haben direkt von der Pandemie getroffene Unternehmen - meist aus dem Offline-Bereich - ihre Marketingaktivitäten zurückgefahren. Mit einem Plus von 2% und einem Umsatz von 838 Mio. US-Dollar blieb der Experience-Bereich somit nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahresquartal.

Die Document Cloud ist ein weiterer vielversprechender Wachstumsbereich, der stark von der Pandemie profitierte. Die Document Cloud verkauft PDF-Software sowie Lösungen zur Digitalisierung und Speicherung von Dokumenten, um die Arbeit an entfernten Standorten zu erleichtern. Mit Adobe Sign können Unternehmen beispielsweise Verträge digital und sicher unterschreiben lassen. Im zweiten Quartal wurde mit einem Plus von 22% ein Rekordumsatz in Höhe von 375 Mio. US-Dollar in diesem Segment erzielt.

Adobe gehört zu den Profiteuren der durch die Corona-Krise neu gestalteten Arbeitswelt. Es bleibt aber abzuwarten, wie sich das Unternehmen entwickeln wird, wenn sich die Wirtschaft insgesamt normalisiert und die Bedeutung des Homeoffice möglicherweise wieder zurückgeht.

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