Zins Spezial / 05.08.2020 | 11:39:21 Werbung

Total reduziert Abhängigkeit von Öl

Robin Freytag
Autor Robin Freytag Bondhändler bei der DZ BANK

Die Corona-Krise hat den Ölpreis zeitweise ins Bodenlose fallen lassen und die Ölindustrie vor eine große Herausforderung gestellt. Um langfristig weniger abhängig von den fossilen Brennstoffen zu sein, investiert Total in Zukunftstechnologien wie Solar, Wind, E-Mobilität und Wasserstoff.

Robin Freytag
Autor Robin Freytag Bondhändler bei der DZ BANK

Niedriger Ölpreis belastet Ergebnis

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie und den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus hat die Nachfrage nach Öl weltweit dramatisch abgenommen. Die Verwerfungen am Ölmarkt waren teilweise so groß, dass der Preis für ein Barrel Leichtöl der US-Sorte WTI kurzfristig auf minus 40 US-Dollar gefallen ist. Aktuell notieren sowohl die Nordseesorte Brent als auch WTI bei rund 40 US-Dollar. Historisch gesehen ist auch dieser Preis sehr niedrig, und für die Ölkonzerne ist es nahezu unmöglich, unter diesen Voraussetzungen profitabel zu produzieren. So mussten große Player wie BP, Shell und Chevron bereits Abschreibungen im zweistelligen Milliardenbereich vornehmen.

Mit ähnlichen Herausforderungen hat auch Total zu kämpfen. Vor wenigen Tagen musste der französische Ölkonzern einen Verlust von 8,4 Mrd. US-Dollar im zweiten Quartal verkünden. Im Vorjahreszeitraum konnte noch ein Gewinn von 2,8 Mrd. US-Dollar verbucht werden. Als Grund für die Abschreibungen nannte Total-Vorstand Patrick Pouyanné den Rückgang des Ölpreises der Sorte Brent auf durchschnittlich 30 US-Dollar pro Barrel in dem entsprechenden Zeitraum. Nichtsdestotrotz erwirtschaftete der Ölkonzern Cashflows in Höhe von 3,6 Mrd. US-Dollar. Dieses Ergebnis impliziert einen organischen Break-even nahe 20 US-Dollar pro Barrel. Damit gehört Total zu den am günstigsten produzierenden Ölkonzernen auf dem Markt.

 

Investitionen in alternative Energien

Unserer Meinung nach ist das negative Ergebnis im aktuellen Umfeld nicht allzu verwunderlich. Wir denken aber, dass Total im Vergleich zu anderen Ölkonzernen relativ gut aufgestellt ist. So verfügen die Franzosen über eine durchaus solide Bilanz und können eine gute Kostenstruktur ausweisen. Des Weiteren ist sich Total der Herausforderungen im Rahmen des Klimawandels bewusst und hat sein Portfolio in Richtung alternativer Energiequellen und Energiespeicher diversifiziert. So wurde beispielsweise 2016 der französische Batteriehersteller Saft übernommen. Wir begrüßen den Ausbau der Aktivitäten in diesem Bereich und gehen davon aus, dass der Anteil der regenerativen Energien mittel- bis langfristig einen immer größeren Teil zum Konzernergebnis beisteuern wird.

Obwohl auch wir auf absehbare Zeit von einem steigenden Ölpreis ausgehen, lässt sich die aktuelle Corona-Situation nur sehr schwer einschätzen. So könnte z.B. eine zweite Infektionswelle erneut die Nachfrage nach dem schwarzen Gold massiv einbrechen lassen und zu weiteren Abschreibungen und Verlusten führen.

 

Rating-Ausblick

Aktuell wird die Bonität der Total SE von den drei führenden US-Ratingagenturen S&P, Moody’s und Fitch mit den Langfrist-Ratings A+, Aa3 und AA- bewertet. Anlagen mit diesen Ratings gelten als sicher. Die Erwartungen hinsichtlich des Ausfallrisikos werden derzeit niedrig eingestuft. Langfristig ist eine Vorhersage allerdings schwer, vor allem wenn essenzielle Ereignisse die Gesamtwirtschaft oder die Branche negativ beeinflussen.

Positiv bewerten die Agenturen, dass Total über einen ausgezeichneten Liquiditätspuffer verfügt. Zudem hat der Konzern seine Produktionskosten stark gesenkt und sollte somit in der Lage sein, einen vorübergehenden Schock einigermaßen gut zu verkraften. Skeptisch sind die Agenturen allerdings, ob es Total unter den aktuellen Umständen gelingt, seine Kreditkennzahlen, wie z.B. das Verhältnis zwischen Cashflow und Nettoverschuldung, aufrechtzuerhalten. Zudem droht langfristig durch die Verlagerung der globalen Nachfrage auf andere Energiequellen eine Verschlechterung der Rentabilität der Öl- und Gasunternehmen.

 

Bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf Total SE

Aktuell hat die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Total SE im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier beträgt 0,55% p.a. und die Laufzeit beträgt 7,3 Jahre. Die Zeichnungsphase läuft vom 31.07.2020 bis 14.08.2020.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin ist abhängig von der Bonitätsentwicklung der Total SE. Am Rückzahlungstermin gibt es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Tritt während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Total SE ein, erhält der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 0,55% ausbezahlt. Zudem wird die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Tritt während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Total SE ein, werden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolgt zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag kann deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfällt in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleidet einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liegt.
Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen kann.

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Risikobeschreibung
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Stand: 05.08.2020
Emittentin: DZ BANK AG / Online-Redaktion

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Das von der DZ BANK erstellte Basisinformationsblatt ist in der jeweils aktuellen Fassung auf der Internetseite der DZ BANK www.dzbank-derivate.de/DD5ASR (dort unter „Dokumente“) abrufbar. Dies gilt, solange das Produkt für Privatanleger verfügbar ist.

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Bonitätsabhängige Schuldverschreibung bezogen auf TOTAL SE 20/27

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Quelle: DZ BANK: Geld 23.09. 08:12:31, Brief
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  • Zinslaufbeginn 18.08.2020
  • Nächster Kupontermin 23.12.2020
  • Fälligkeitsdatum 23.12.2027
  • Währung des Produktes EUR

News / Total SE

03.09.2020 | 17:48:49 (dpa-AFX)
Opel-Mutter PSA und Total investieren Milliarden in Batteriefertigung

PARIS (dpa-AFX) - Der Peugeot-Hersteller PSA <FR0000121501> mit seiner deutschen Tochter Opel und der französische Energiegigant Total <FR0000120271> mit seiner Tochtergesellschaft Saft wollen Milliarden in den Aufbau einer europäischen Batteriefertigung investieren. Die Konzerne unterschrieben eine Vereinbarung für ihr schon länger geplantes Gemeinschaftsunternehmen Automotive Cells Company (ACC), wie PSA am Donnerstag mitteilte.

Das Vorhaben werde von den Regierungen in Deutschland und Frankreich mit zusammen 1,3 Milliarden Euro gefördert, teilte PSA weiter mit. Insgesamt seien Investitionen von mehr als fünf Milliarden Euro geplant. Der Hersteller bestätigte frühere Angaben, wonach zwei große Fabriken im französischen Douvrin und in Kaiserslautern entstehen sollen. Nach früheren Informationen von Opel-Chef Michael Lohscheller werden in Kaiserslautern 2000 Arbeitsplätze geschaffen.

EU-Länder wollen rechtzeitig zum Boom von Elektroautos Batteriefabriken aufbauen. Europa müsse unabhängiger von Batterieherstellern in Asien werden, die die Preise anheben könnten, hatte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zu Jahresbeginn gefordert. Er gab im Januar den Startschuss für eine Batteriezellen-Pilotfertigung im südwestfranzösischen Nersac./cb/DP/jha

30.07.2020 | 14:01:02 (dpa-AFX)
ANALYSE-FLASH: JPMorgan belässt Total SA auf 'Overweight' - Ziel 42 Euro
30.07.2020 | 08:31:17 (dpa-AFX)
Total schreibt Milliardenverlust wegen Ölpreis-Verfall
29.07.2020 | 19:04:19 (dpa-AFX)
Total muss 8 Milliarden Dollar abschreiben - Schwacher Öl- und Gasmarkt
05.06.2020 | 05:43:08 (dpa-AFX)
Spritpreise schwanken immer stärker: Elf Cent von morgens bis abends
07.05.2020 | 13:27:05 (dpa-AFX)
ANALYSE-FLASH: Berenberg hebt Ziel für Total auf 40 Euro - 'Buy'
05.05.2020 | 15:27:16 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Total kürzt Investitionen - Aktie legt zu

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