Der menschliche Faktor / 06.12.2017 | 09:39:06 Werbung

Hoffnung auf Jahresendrally könnte enttäuscht werden

DZ BANK AG
Autor DZ BANK AG

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Zuletzt zeigte sich der deutsche Aktienmarkt trotz guter Ausgangslage recht mau. Im vergangenen Zweiwochenzeitraum kam das Aktienmarktbarometer per Saldo nicht vom Fleck. Damit lässt eine Trendbewegung auf sich warten, vielmehr haben es die Marktteilnehmer mit einer Handelsspanne zu tun.

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Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Dennoch scheint ein Großteil von ihnen fest überzeugt davon, dass diese Handelsspanne bald Geschichte ist und sich der DAX zu neuen Höhen aufschwingen kann. Gerade im letzten Zweiwochenzeitraum hat sich nämlich die Stimmung unter den Akteuren um 180 Grad gedreht. Die Put/Call-Ratio für die DAX-Indexoptionen an der Eurex hat sich aus dem oberen (pessimistischen) Extrembereich komplett zurückgezogen und notiert nun in der Nähe der unteren Extrema.

 

Damit wird klar: Nachdem noch vor kurzer Zeit eine starke Skepsis vorgeherrscht hat, spekulieren die Börsianer jetzt offenbar auf eine Jahresendrally. Entsprechend haben sie sich positioniert. Dies ist angesichts der aktuellen saisonalen Phase auch durchaus nachvollziehbar. Doch bisher hat der Markt sie nicht belohnt - im Gegenteil: Das zwischenzeitliche Neunwochentief, welches der DAX am letzten Freitag markiert hat, dürfte bei vielen Marktteilnehmern ein erstes ungutes Gefühl hervorgerufen haben. Jedenfalls steht das Projekt „Jahresendrally“ aus verhaltensorientierter Sicht auf tönernen Füßen. Im Falle weiter nachgebender Notierungen dürften die Investoren nämlich gezwungen sein, ihre Positionsschieflagen zu bereinigen, was dann wiederum eine Trendbewegung auf der Unterseite auslösen würde.

 

An der Weltleitbörse in New York sieht das Bild etwas anders aus: Dort eilten die Standardindizes zuletzt von Hoch zu Hoch, genährt durch die Hoffnung darauf, dass die von US-Präsident Donald Trump geplante Steuerreform den viel zitierten „großen Wurf“ bringt. Nun hat der Senat am Wochenende tatsächlich mit knapper Mehrheit für die Reform gestimmt. Der Aktienmarkt hat dies am Montag zunächst mit weiteren Kursaufschlägen im Dow und S&P 500 quittiert, nachdem bereits die Vorschusslorbeeren nicht zu knapp ausgefallen waren - doch am Ende ging dem Markt die Puste aus. An der Börse wird bekanntlich die Zukunft gehandelt, so dass nun erst einmal DER Treiber der letzten Monate schlechthin wegfällt.

 

Aus sentiment-technischer Sicht zeigt die Datenlage am US-Markt hierzu auch einige interessante Ansatzpunkte: So fiel der 5 Tage-Durchschnitt der CBOE-Put/Call-Ratio zuletzt auf ein neues Mehrjahrestief, genauer gesagt auf den niedrigsten Stand seit Sommer 2014. Absicherungen hält die Mehrheit der Marktteilnehmer damit offenbar nicht für nötig. Die Überraschung für den Markt liegt damit klar auf der Unterseite. Denn während kaum Zusatznachfrage für den ohnehin exponierten bzw. übertriebenen Aufwärtstrend zu vermuten ist, dürfte im Falle rückläufiger Kurse zunächst kaum Nachfrage vorhanden sein, um einem potenziellen Kursrutsch Einhalt zu gebieten.

 

Fazit: Insgesamt ist die Saat für ein breiter gefasstes Gewinnmitnahmeszenario gelegt. Während die unbefriedigende Kursentwicklung im DAX dazu führen sollte, dass Positionsschieflagen bereinigt werden müssen, dürfte dem US-Markt ein Mangel an Zusatznachfrage zu schaffen machen. Im Ergebnis sind fallende Notierungen zu befürchten.

 

Sentiment: bullishe Positionierungen stellen Belastung dar

Quelle: DZ BANK

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