Zins Spezial / 29.01.2021 | 10:38:55 Werbung

Hochtief - solide Ergebnisse trotz Corona-Pandemie

Robin Freytag
Autor Robin Freytag Bondhändler bei der DZ BANK

Die Baubranche gilt allgemein als Profiteur der aktuellen Niedrigzinspolitik, selbst durch die Coronakrise kommt sie besser als viele andere Branchen. Für frischen Schwung könnte ein billionenschweres Konjunkturpaket des neuen US-Präsidenten sorgen.

Robin Freytag
Autor Robin Freytag Bondhändler bei der DZ BANK

Rund um den Globus tätig

Ganz spurlos ging die COVID-19-Pandemie auch an Hochtief nicht vorbei. Von Januar bis September erwirtschaftete der international ausgerichtete Baukonzern einen Umsatz von 17,9 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist dies ein Rückgang um 4,5%. Der nominale Konzerngewinn fiel im selben Zeitraum um 29,0% auf 324,0 Mio. Euro. Dies entspricht einem Gewinn pro Aktie von 4,65 Euro. Am Ende des dritten Quartals verfügte Hochtief über eine Liquiditätsposition von 5,5 Mrd. Euro. Die Nettofinanzverschuldung beträgt 952 Mio. Euro. Die Zahlen für das Gesamtjahr 2020 werden am 18. Februar veröffentlicht.

Unter Anbetracht der aktuellen Lage stufen wir dieses Ergebnis als solide ein. Dass Hochtief nicht stärker betroffen ist, beruht unserer Meinung nach auf der regional diversifizierten Ausrichtung des Konzerns in entwickelten Kernmärkten sowie auf den unterschiedlichen Geschäftsfeldern. Das in Essen ansässige Unternehmen ist weltweit tätig. So wurden in den ersten drei Quartalen 2020 fast 95% der Umsätze außerhalb Europas erzielt. Neben den klassischen Bauleistungen Hoch- und Tiefbau sowie Verkehrsinfrastruktur bietet Hochtief dank der australischen Tochtergesellschaft Cimic Dienstleistungen in den Geschäftsfeldern Bau, Bergbau und Mineralienverarbeitung an. Des Weiteren ist Hochtief seit 2018 mit einem Anteil von rund 20% am führenden internationalen Mautstraßenbetreiber Abertis beteiligt. Die breite Diversifikation der Geschäftsfelder könnte unserer Ansicht nach die Auswirkungen eines weltweiten Konjunkturabschwungs reduzieren.

 

Neues US-Konjunkturpaket in Aussicht

In den letzten Jahren hat die Baubranche unter anderem von der Niedrigzinspolitik der Notenbanken profitiert. Allein in Deutschland hat sich die Anzahl der Baufertigstellungen von Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden seit 2010 fast verdoppelt. Doch langsam scheint sich auch hier die Stimmung etwas einzutrüben. Laut den Ergebnissen der jüngsten ifo-Konjunkturumfrage verschlechterte sich im Januar das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe, und immer mehr Unternehmen blicken pessimistisch auf die kommenden Monate. Aufgrund der nach wie vor unsicheren Corona-Situation erwarten auch wir in den nächsten Monaten bei vielen Baukonzernen Belastungen bei Umsatz und Ergebnis.

Aber es gibt auch einen Lichtblick. Um die Wirtschaft anzukurbeln, plant der neue US-Präsident Joe Biden ein gigantisches Konjunkturpaket in Höhe von 1,9 Bio. US-Dollar. Neben Direktzahlungen an die Bevölkerung sollen unter anderem auch große Investitionen in die Infrastruktur des Landes fließen. In den nächsten Wochen wird Biden die Pläne vorstellen. Da die Demokraten die Mehrheit im Kongress haben, schätzen wir die Wahrscheinlichkeit für das Konjunkturpaket als sehr hoch ein. Dank den US-Töchtern Turner, Flatiron, E.E. Cruz und Clark Builders dürfte Hochtief zu den Profiteuren des Hilfspakets gehören.

 

Rating-Ausblick

Derzeit wird die Hochtief-Bonität von der bekannten Ratingagentur Standard & Poor’s mit dem Langfrist-Rating BBB sowie einem stabilen Ausblick eingestuft. Unternehmen mit diesem Rating verfügen über eine angemessene Kapazität zur Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen, sind aber anfälliger für ungünstige wirtschaftliche Bedingungen.

Positiv bewertet die Ratingagentur die Größe des Unternehmens, das vielfältige Geschäftsportfolio und die führenden Marktpositionen in mehreren Ländern. Hochtief ist hauptsächlich in entwickelten Märkten tätig, die zwar niedrigere Renditen als Schwellenländer bieten, aber einem geringeren Länderrisiko unterliegen und von einem stabileren und vorhersehbaren wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Umfeld profitieren. Druck auf das Rating könnte durch eine deutlich steigende Verschuldung entstehen, z.B. aufgrund unerwarteter größerer Akquisitionen oder höherer Aktionärsrenditen. Auch eine Schwächung der Liquidität würde das Rating belasten. Zudem ist die Abhängigkeit von Hochtief von der Entwicklung der Weltwirtschaft ein Risiko.

 

Bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Hochtief AG

Aktuell hat die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Hochtief AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier beträgt 0,85% p.a. und die Laufzeit beträgt 6,9 Jahre. Die Zeichnungsphase läuft vom 29.01.2021 bis 15.02.2021. Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin ist abhängig von der Bonitätsentwicklung der Hochtief AG. Am Rückzahlungstermin gibt es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Tritt während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Hochtief AG ein, erhält der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 0,85% ausbezahlt. Zudem wird die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.
2. Tritt während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Hochtief AG ein, werden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolgt zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag kann deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfällt in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleidet einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liegt.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen kann.

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Risikobeschreibung
Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

Stand: 29.01.2021
Emittentin: DZ BANK AG / Online-Redaktion

 

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Bonitätsabhängige Schuldverschreibung bezogen auf HOCHTIEF Aktiengesellschaft 21/27

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  • Nächster Kupontermin 23.12.2021
  • Fälligkeitsdatum 23.12.2027
  • Währung des Produktes EUR

News / Hochtief AG

18.02.2021 | 16:05:32 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Hochtief bekommt Corona-Pandemie deutlich zu spüren

ESSEN (dpa-AFX) - Die Corona-Pandemie hat beim Baukonzern Hochtief <DE0006070006> im vergangenen Jahr tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Umsatz und operative Ergebnisse gingen 2020 deutlich zurück. Vor allem liefen die Geschäfte des spanischen Autobahnbetreibers Abertis <ES0111845014>, an dem Hochtief rund 20 Prozent hält, wegen der Krise viel schlechter. Aufgrund der Lockdowns wurden Mautautobahnen deutlich weniger genutzt.

Am Aktienmarkt kam die Vorlage der Zahlen nicht gut an. Die Aktien von Hochtief gaben im Nachmittag anfängliche Gewinne wieder vollständig ab. Kurz vor Veröffentlichung der Zahlen für 2020 lagen sie noch mit zwei Prozent im Plus, zuletzt verlor das Papier rund 1,5 Prozent auf 75,15 Euro.

"Der Betrieb unserer Baustellen und Servicestandorte lief und läuft trotz erschwerter Rahmenbedingungen weiter", sagte Unternehmenschef Marcelino Fernández Verdes in einer Telefonkonferenz. In den USA zum Beispiel habe Hochtief eine selbst entwickelte Corona-App speziell für Baustellen eingesetzt.

2020 ging der um Sondereffekte bereinigte Gewinn im Jahresvergleich um mehr als ein Viertel auf 476,7 Millionen Euro zurück, wie der MDax <DE0008467416>-Konzern am Donnerstag in Essen mitteilte. Rechne man den Beitrag aus der Finanzbeteiligung an dem spanischen Autobahnbetreiber Abertis heraus, dann sei der operative Nettogewinn um knapp 10 Prozent gesunken. 2020 schmälerte Abertis den Hochtief-Gewinn um 17 Millionen Euro, ein Jahr zuvor steuerte der spanische Konzern noch 122 Millionen Euro zum Ergebnis bei.

Für das laufende Jahr peilt Hochtief einen bereinigten Gewinn von 410 bis 460 Millionen Euro an. Dies sei ein Zuwachs von elf bis 25 Prozent, wenn man das Ergebnis von 2020 um den 50-prozentigen Thiess-Anteilsverkauf auf 368 Millionen Euro bereinige, hieß es.

Inklusive Sondereffekte wies Hochtief im vergangenen Jahr einen Gewinn von 427,2 Millionen Euro aus. 2019 war Hochtief wegen einer milliardenschweren Abschreibung bei der australischen Tochter Cimic <AU000000CIM7> in die roten Zahlen gerutscht. Für das Gesamtjahr 2020 schlägt das Hochtief-Management eine Dividende von 3,93 Euro je Aktie vor, dies ist etwas weniger als von Analysten erwartet wurde. 2019 hatte der Essener Traditionskonzern noch 5,80 Euro je Anteilschein an seine Aktionäre ausgeschüttet.

Der Umsatz schrumpfte 2020 um gut acht Prozent auf 23,7 Milliarden Euro. Der Auftragseingang brach sogar um 24 Prozent auf 23 Milliarden Euro ein, zum Jahresende hatte der Konzern Aufträge für insgesamt 45,8 Milliarden Euro in den Büchern.

Einen Geschäftsbericht legte Hochtief noch nicht vor - dieser soll nun bis Ende März veröffentlicht werden und dann auch eine Vollkonsolidierung der Beteiligung Bicc in Dubai enthalten. Diese werde aber "voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die fortgeführten Geschäftsbereiche von Hochtief im Geschäftsjahr 2020 haben", teilte Hochtief weiter mit. Auch die Prognose für das Gesamtjahr 2021 sowie der Dividendenvorschlag für 2020 blieben unberührt./mne/eas/he

18.02.2021 | 14:05:10 (dpa-AFX)
Hochtief bekommt Corona-Pandemie deutlich zu spüren
12.02.2021 | 10:05:22 (dpa-AFX)
Hochtief-Tochter Cimic bekommt milliardenschweren Bahnnetz-Auftrag
10.02.2021 | 11:46:53 (dpa-AFX)
AKTIEN IM FOKUS: Kursrutsch bei Cimic verschlimmert Sorgen der Hochtief-Anleger
10.02.2021 | 06:57:26 (dpa-AFX)
Hochtief-Tochter Cimic rechnet mit weniger Gewinn als erwartet - Aktie sackt ab
17.12.2020 | 11:11:14 (dpa-AFX)
Baubranche erwartet schwierigere Zeiten - Wohnungsbau boomt
16.12.2020 | 15:11:11 (dpa-AFX)
UN-Behörde: CO2-Ausstoß im Gebäude- und Bausektor auf Höchstniveau

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