Trading-Corner / 11.05.2018 | 16:58:55 Werbung

China macht deutschen Autobauern Mut

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Die angekündigte weitere Marktöffnung sollte der Branche mittelfristig nützen. Das könnte die Aktien von BMW, Daimler und VW schon jetzt stabilisieren.

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Es sind mit Sicherheit nicht die einfachsten Zeiten für die deutsche Automobilbranche: Neben dem Dieselskandal, der noch erhebliche Kosten verursachen könnte, gilt es vor allem, den Umstieg auf alternative Antriebe zu bewältigen sowie beim Wettlauf um autonomes Fahren nicht gegenüber der ausländischen Konkurrenz ins Hintertreffen zu geraten. Auch hier dürften die nötigen Investitionen stattliche Summen verschlingen. Der für März gegenüber dem Vorjahr gemeldete Rückgang von Neuzulassungen in den EU-Ländern scheint da nur allzu gut ins Bild zu passen.

 

Doch darf nicht übersehen werden, dass der wichtigste Markt der deutschen Autobauer längst außerhalb der EU liegt: Rund jedes vierte von Daimlers 2017 etwa 2,3 Millionen gefertigten Fahrzeugen wird in China verkauft; BMW setzte im vergangenen Jahr mit 560.000 Fahrzeugen in der Volksrepublik mehr Autos ab als in den USA und Deutschland zusammen und die Erfolgsgeschichte von VW dauert bereits mehr als 30 Jahre an.

 

Und von dort gibt es gute Nachrichten für die Branche: Staats- und Parteichef Xi Jinping kündigt an, im Zuge einer weiteren Öffnung des Landes die Einfuhrzölle auf Autos noch in diesem Jahr "bedeutend" zu senken. Aktuell sind auf Neuwagen-Importe 25 Prozent fällig. Zwar produzieren alle drei deutschen Branchenvertreter auch vor Ort, dennoch stammt ein Teil der verkauften Fahrzeuge aus dem Ausland, sodass ein geringerer Einfuhrzoll den Absatz weiter beflügeln könnte. Zudem bietet China Autokonzernen künftig die Möglichkeit, auch ohne lokalen Partner im Inland aktiv zu werden. Bislang können sie ausschließlich über Gemeinschaftsunternehmen in China produzieren, an denen sie maximal die Hälfte der Anteile halten. Diese Einschränkung soll es für Nutzfahrzeuge ab dem Jahr 2020 und für PKW ab 2022 nicht mehr geben. Den Ankündigungen zufolge dürfen ausländische Unternehmen Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge bereits von diesem Jahr an in Eigenregie bauen.

 

Die kurzfristigen Konsequenzen für die weitere Öffnung des weltgrößten Automobilmarkts wirken dennoch überschaubar, denn BMW, Daimler und VW haben sich mit ihren chinesischen Partnern längst arrangiert und sind darauf bedacht, diese nicht zu verschrecken. Nichtsdestotrotz fassen Branchenvertreter den Richtungswechsel als wichtiges Signal auf, weil dieser deutlich größeren Spielraum für die Umsetzung eigener Strategien bedeutet.

 

An der Börse wurden die Pläne durchaus wohlwollend aufgenommen. Es scheint gut möglich, dass eine weiter aufgehellte mittelfristige Perspektive für das China-Geschäft die Kurse der deutschen Auto-Aktien weiter stabilisieren wird – insbesondere, wenn sie auch bei der Lösung hausgemachter Probleme und struktureller Herausforderungen vorankommen. Für eine Stabilisierung spricht auch das mittlerweile niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnis der im DAX notierten Auto-Aktien: Günstiger als BMW, Daimler und VW ist derzeit nur die Lufthansa bewertet.

 

Das ist einerseits auf die im Vergleich zum Index enttäuschende Performance der drei Aktien über die vergangenen drei Jahre zurückzuführen (DAX +11 Prozent, BMW -16 Prozent, Daimler -24 Prozent, VW -25 Prozent). Andererseits ist eine weitere Erklärung für die niedrigen KGVs die verhältnismäßig stabilen Unternehmensgewinne, die momentan jedoch von vielen Investoren aufgrund der Skandal-Berichterstattung unterbewertet werden.

 

Wer den Auto-Papieren angesichts dieser Zahlen eine weitere Erholung zutraut und ein gewisses Maß an Risikobereitschaft mitbringt, kann mit Endlos Turbos Long schon kleine Kursbewegungen überproportional nutzen. Neben ihrer einfachen Funktionsweise macht auch die prinzipiell endlose Laufzeit die Turbos interessant: So können Anleger mit ihnen auch längerfristige Engagements eingehen, solange die Knock-out-Barriere intakt bleibt. Die Papiere auf BMW (DD0X6E), Daimler (DD1CNG) und VW (DD2RR5) beispielsweise bieten aktuell jeweils einen Hebel von über 5. Dabei liegt der Abstand zum Basispreis, der gleichzeitig die Knock-out-Barriere darstellt, bei jeweils gut 17 Prozent.

 

Risikobeschreibung

 

Stand: 11.05.2018
 

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Endlos Turbo Long 74,8016 open end: Basiswert BMW

Endlos Turbo Long 74,8016 open end: Basiswert BMW

DD0X6E / //
Quelle: DZ BANK: Geld 11.10., Brief
DD0X6E // Quelle: DZ BANK: Geld 11.10., Brief
0,001 EUR
Geld in EUR
-- EUR
Brief in EUR
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Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 74,64 EUR
Quelle : Xetra, 19.10.
  • Basispreis 74,8016 EUR
  • Abstand zum Basispreis in % -0,22%
  • Knock-Out-Barriere 74,8016 EUR
  • Abstand zum Knock-Out in % --
  • Hebel --
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 0,10
Hinweis der DZ BANK:
Das öffentliche Angebot dieses Wertpapiers ist beendet. Kursstellungen nur während der Börsenzeiten.

News / BMW AG

19.10.2018 | 17:09:33 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Bundesrat: Bouffier begrüßt Druck für Diesel-Hardware-Nachrüstung

BERLIN/WIESBADEN (dpa-AFX) - Die Bundesländer pochen im Kampf gegen Luftverschmutzung und Fahrverbote auf Hardware-Nachrüstungen von Dieselautos. Die Bundesregierung solle dafür Sorge tragen, "dass die Hersteller in die Verantwortung für die Kosten zu nehmen sind", heißt es in einem Antrag der Länder Hessen, Berlin und Brandenburg, den der Bundesrat am Freitag in Berlin annahm.

Die hessische Ministerin für Bundesangelegenheiten, Lucia Puttrich (CDU), sagte in der Länderkammer: "Wir wollen Fahrverbote verhindern." Das sei das oberste Ziel. Die technische Nachrüstung sei das beste Mittel dafür. Die Autoindustrie müsse in die Pflicht genommen werden. Der hessische Landtag stehe hinter dem Antrag.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grünen) begrüßten das Ergebnis aus der Länderkammer ausdrücklich. Zwölf Bundesländer hätten sich hinter die Initiative gestellt. Damit werde dem Ziel näher gekommen, ein Fahrverbot für älteren Diesel-Fahrzeuge in Frankfurt doch noch zu vermeiden.

Bouffier wiederholte in Wiesbaden seinen Vorstoß, auch mit Hilfe von öffentlichen Fördertöpfen dafür zu sorgen, dass die Dieselfahrer nicht auf den Kosten für die Nachrüstung sitzenbleiben. Es gebe mehrere solcher Töpfe des Bundes für den Verkehrsbereich, deren Mittel noch nicht vollständig abgerufen seien. Über die Höhe der dafür insgesamt zur Verfügung stehenden Gelder konnte der Regierungschef keine Angaben machen.

Die Bundesregierung müsse die Voraussetzungen schaffen, damit für die betroffenen Dieselfahrzeuge eine Nachrüstung der Abgasreinigung am Motor erfolgen kann, heißt es dem Beschluss der Länderkammer.

Hessens größter Stadt Frankfurt droht laut einem Urteil des Wiesbadener Verwaltungsgerichts nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe wegen zu hoher Stickoxidwerte im kommenden Jahr ein großflächiges Fahrverbot für ältere Autos. Hessen geht juristisch gegen die Entscheidung vor und beantragte beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) eine Berufung gegen die Entscheidung. Ob es dazu kommt, ist noch offen.

Neben Frankfurt droht auch in Berlin für ältere Diesel ein Fahrverbot. In Hamburg sind nach einem Gerichtsurteil bereits Straßenabschnitte für ältere Dieselautos und Lastwagen gesperrt, um dort die Stickoxid-Belastung zu senken.

In Hessen wird am 28. Oktober ein neuer Landtag gewählt, Fahrverbote für Diesel sind ein wichtiges Thema im Wahlkampf. Den Antrag hatte das mit einem schwarz-grünen Bündnis regierende Hessen eingereicht, bevor die Regierungskoalition in Berlin im Streit um Nachrüstungen einen Kompromiss gefunden hatte. Allerdings sind nach wie vor viele Fragen offen. Der Bund bereitet die rechtlichen Voraussetzungen für Nachrüstungen vor, es fehlen aber noch grundlegende Zusagen der Autobauer.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) nutzte den Beschluss des Bundesrats, um Druck auf die Unternehmen und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zu machen: "Jetzt kommt es darauf an, dass die Hersteller ihre Verweigerungshaltung aufgeben und der Verkehrsminister zügig die rechtlichen Voraussetzungen für Nachrüstungen schafft", sagte sie./ted/bw/glb/DP/he

19.10.2018 | 14:43:08 (dpa-AFX)
Verkehrsminister sehen Diesel-Hersteller in der Verantwortung
19.10.2018 | 13:19:56 (dpa-AFX)
Bundesrat pocht auf Hardware-Nachrüstungen älterer Diesel
19.10.2018 | 13:18:59 (dpa-AFX)
Gericht verhandelt im November über Diesel-Fahrverbot für Darmstadt
19.10.2018 | 10:28:51 (dpa-AFX)
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18.10.2018 | 17:14:38 (dpa-AFX)
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18.10.2018 | 15:49:29 (dpa-AFX)
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